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Antiquität bis Zitronenessig: Hafengalerie in Peenemünde

Peenemünde Antiquität bis Zitronenessig: Hafengalerie in Peenemünde

Auf rund 500 Quadratmetern werden regionale Produkte verkauft / Investor verspricht Ganzjahresbetrieb / Laden mit antiken Gemälden

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Ob Likör, Keramik oder Mode – in der Hafengalerie ist die Produktpalette vielfältig. Dagmar Hartmann (l.) aus Peenemünde und Claudia Köppe aus Trassenheide haben hier einen neuen Job gefunden. FOTOS (2): HENRIK NITZSCHE

Peenemünde. Säfte aus Lassan, Kaffee aus Stralsund, Naturkosmetik aus Dargun, Spirituosen aus Zinzow, Strandkörbe aus Heringsdorf – hier gibt es nur Produkte Made in MV.

OZ-Bild

Auf rund 500 Quadratmetern werden regionale Produkte verkauft / Investor verspricht Ganzjahresbetrieb / Laden mit antiken Gemälden

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Regionales trifft auf Maritimes, so könnte man die neue Hafengalerie in Peenemünde auf der gegenüberliegenden Seite des Kraftwerks beschreiben. „Auf einer Verkaufsfläche von rund 500 Quadratmetern bieten wir hauptsächlich Waren aus unserer Region an. Dazu kommen die Modekollektion von unserem eigenen Label sowie Keramik mit unserem Logo“, sagt Oliver Klotzin, Chef der Hafenbetriebsgesellschaft in Peenemünde.

Hinter seiner bislang größten Investition im Hafen kann er nun einen Haken machen. Rund 1,4 Millionen Euro hat er in den Um- und Anbau an die alte Lagerhalle investiert, um mit der Hafengalerie „eine Ganzjahresanlage zu bauen“, wie Klotzin betont. Im Auge hat er dabei vor allem die Touristen. „Wir wollen damit Peenemünde als Tagesausflugsziel weiterentwickeln. Unsere Chance war, hier etwas Neues zu entwickeln.“

Deshalb setzte der Bauherr bei der Gestaltung der Galerie auf eine goldene Decke und mehrere Kronleuchter. Klassische Regale sollten es hier nicht sein. „Vieles ist im Design der Bäderarchitektur, die Möbel im Fischer- und Bauernstil“, so Klotzin, der drei Mitarbeiter das ganze Jahr über beschäftigt. Und mit Dagmar Hartmann eine Frau aus Peenemünde in seinem Team hat. „Ich wohne hier, ich arbeite hier, besser geht es nicht“, sagt sie und beschreibt ihren Job in der Hafengalerie als die „EDV-Tante“, die sich um die Technik kümmert.

Im Verkauf hilft sie aber auch aus. Eine Weinflasche muss abkassiert werden, für die sich Sigrid Pfeil entschieden hat. Die Berlinerin ist begeistert von der Galerie. „Mein Mann war in die Planung für das Marinemuseum involviert, da habe ich das Objekt schon mal leer gesehen. Es ist schön geworden“, sagt die Hauptstädterin und zeigt auf die Ecke mit verschiedenen Produkten, wie Marmelade, Senf, Essig, Pesto oder Tee. Um Vielfalt ging es Klotzin bei seiner Planung, die aber längst noch nicht abgeschlossen ist.

Besonders in seinen Antikladen in der Galerie soll möglichst viel „Bewegung“ hineinkommen. Rund 200 antike Gemälde habe er zusammengetragen, dazu bis zu 300 Jahre altes Mobiliar. „Ich bin seit Jahren Kunsthändler und auf dem internationalen Markt aktiv. Einige unserer Bilder hängen schon in Ferienwohnungen“, sagt Klotzin, der bei seiner Hafengalerie selbst die Musik nicht einfach einem Radiosender überlässt. Hier laufen von morgens bis abends Lieder aus fünf Jahrzehnten. „Ich habe 600 Titel aus den Jahren 1930 bis 1980. Da geht es auch um Fernweh und Reiselust.“

Lust auf Peenemünde macht Klotzin den Gästen bereits seit vielen Jahren. Er betreibt an der Nordspitze der Insel ein Hotel, mehrere Ferienhäuser, ein Familienangelcamp und eine Bootsvermietung.

Marinemuseum

Bestandteil der Hafengalerie ist auch das Marinemuseum „1. Flottille Peenemünde“. Auf 900 Quadratmetern wird hier die Geschichte der Marine erzählt.

Zum Ausstellungskomplex gehört auch die „Tarantul “, die direkt vor der Galerie im Hafen liegt. Das Museumsschiff aus der Tarantul-Baureihe ist das letzte seiner Art in Deutschland.

Angeschlossen an das Marinemuseum ist ein zweiter Bereich mit Wechselausstellungen inklusive der nun dauerhaft ausgestellten ehemaligen Segelyacht des Raketenforschers Wernher von Braun.

Henrik Nitzsche

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