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Auf Heringsdorfs Kirchberg ist viel Platz für neue Bäume

Heringsdorf Auf Heringsdorfs Kirchberg ist viel Platz für neue Bäume

Die evangelische Gemeinde sucht Spender für Nachpflanzungen

Heringsdorf. Die Kirche im Wald und auf dem Berg thront hoch über dem Seebad Heringsdorf. Schon Theodor Fontane schrieb 1863 über sie: „... mitten im Buchengrün hörte ich Orgelklänge, denen nachgehend ich in die Waldkirche kam, die geschmackvoll mit ihrem rotbraunen Ziegelton aus dem Waldesgrün emporwächst.“

Wie der Backsteinbau des Schinkel-Schülers Ludwig Persius von 1848 sind auch die Buchen rings um die Kirche in die Jahre gekommen. Jetzt mussten sieben von ihnen und eine Robinie gefällt werden, da diese nicht mehr standsicher waren.

„Wir sind regelmäßig dazu angehalten, die Bäume überprüfen zu lassen“, erklärt Pastor Dr. Tilman Beyrich. Erstmals wurde 2008 ein Baumgutachter eingeschaltet, nachdem damals eine Buche aus dem Nachbargarten auf das Heringsdorfer Pfarrhaus gestürzt war. Die Bewohner kamen zum Glück mit dem Schrecken davon. So sensibilisiert, ließ die evangelische Kirchengemeinde alle Bäume auf dem Kirchberg unter die Lupe nehmen. Infolge der Untersuchungen mussten vor neun Jahren bereits sechs Bäume gefällt werden. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Baumgutachter bei weiteren acht Bäumen zur Fällung geraten, die jetzt im Februar abgenommen wurden.

Seither ist die Kirche auf dem Berg nicht mehr von Wald umgeben, sondern nur noch von vereinzelten Buchen. Das hat die Familie Morgenstern aus der Kulmstraße spontan zu einer kleinen Spende veranlasst, weil sie gerne den vorherigen Waldcharakter wiederhergestellt sehen möchte.

Das ist auch das Anliegen der Kirchengemeinde, die allerdings auch zur Nachpflanzung von zwölf einheimischen standorttypischen Laubbäumen verpflichtet ist. Die Ersatzbäume müssen bereits eine Höhe von zwei Metern und einen Stammumfang von 18 Zentimetern haben. Den Morgensterns nachmachen wollen es einige Kirchengemeinderäte, die einen Baum spenden werden. Beyrich rechnet aufgrund der Vorgabe durch die Gemeinde mit Kosten von bis zu 400 Euro pro Baum.

„Einen Baum zu spenden, hat etwas Schönes, wenn man zusehen kann, wie er wächst“, findet Tilman Beyrich. „Wir haben hier schon mehrere Bäume gepflanzt, unter anderem vor zwei Jahren einen Konfirmandenbaum“, so der Heringsdorfer Pastor.

Bereits eine schöne Tradition sei es, dass seit vielen Jahren jeder Konfirmandenjahrgang einen Rhododendron pflanzt. Um die Wässerung kümmert sich Küster Ingo Mietzner, der sich künftig auch um die jungen Buchenbäumchen sorgen wird.

Damit auch in Zukunft Orgelklänge durch das Buchengrün dringen können, freut sich die Kirchengemeinde über jede Spende zur Aufforstung des Kirchberges. Wer Interesse hat, kann sich vertrauensvoll an die Pastoren Beate Kempf-Beyrich und Dr. Tilman Beyrich wenden.

Kontakt unter ☎ 038378/22488

Dietmar Pühler

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