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Zinnowitz/Heringsdorf Auf Sekunden kommt es an

Technik und Bekleidung: OZ-Aktion will Rettungsschwimmern helfen

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Voller Strand, pralle Sonne und Sommerfeeling pur. Aber er hat alles im Blick – und wenn nötig auch im Griff: Der Technische Leiter der DLRG-Ortsgruppe Usedom Nord, Oliver Bartelt, auf dem Hauptrettungsturm von Zinnowitz. FOTO: HANNES EWERT

Zinnowitz/Heringsdorf. Sie müssen mutig sein und entschlossen handeln. In Gefahrensituationen kommt es bei ihnen auf eine Reaktionsschnelligkeit im Sekundenbereich an. Und ohne aktuellen Ausbildungsnachweis, gute Kondition und absolute Zuverlässigkeit sind sie fehl am Platze: Die Rede ist von den Rettungsschwimmern an der Ostseeküste.

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An sämtlichen bewachten Abschnitten des über 40 Kilometer langen Usedomer Strandes sorgen die sportlichen Ordnungshüter mit ihren durchtrainierten Figuren und in orangeroter Bekleidung für die Sicherheit der Badegäste. Zwischen Karlshagen im Inselnorden und Ahlbeck im Süden tragen die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und der Arbeitersamariterbund (ASB) die hohe Verantwortung für eine reibungslose Organisation des Dienstes, für stets ausreichend und qualifiziert besetzte Wachtürme, eine zuverlässige Auswahl der Mitstreiter und nicht zuletzt dafür, dass die Rettungsschwimmer auch mit der nötigen Technik ausgestattet sind. Denn oft genug geht es im Notfall um die Gesundheit, ja sogar um Leben oder Tod der Badenden.

Gemeinsam mit den Ostseebädern und besonders den Kurverwaltungen auf Usedom sichern sie zwischen Mitte Mai und Mitte September Jahr für Jahr diese Einsätze ab. „Und viele Gemeinden, beispielsweise Heringsdorf, leisten Vorbildliches, um uns etwa mit den modernsten Gerätschaften, rollenden Fahrzeugen und Booten auszustatten“, sagt Anke Radlof. Sie ist die Kreisleiterin Wasserwacht beim DRK und weiß zugleich um das enge haushalterische Korsett, das es auch in den eigentlich prosperierenden Seebädern der Insel gibt. Deshalb ist das realistische Bild von den Einsatzorten und Arbeitsbedingungen der Rettungsschwimmer ein differenziertes: Während auf den jeweiligen Hauptrettungstürmen die Ausstattung nahezu rundum perfekt ist, mangelt es an den Nebentürmen (in den Kaiserbädern sind das immerhin zehn Stück) häufig noch an moderner, weil eben auch sehr teurer, sich ständig erneuernder Technik.

So werden zusätzlich zu den Ausstattungen der Türme, etwa mit Booten und Quads, dringend gebraucht: Rettungsbretter (ein Rescue-Board kostet schon mal schlappe 800 Euro), Rettungskajaks (ungefähr 300 bis 400 Euro das Stück), Rettungsleinen sowie spezielle Bekleidung. Die müsste entsprechend der aktuellen Kleiderordnung (zumindest beim DRK) eigentlich schon viel weiter sein, ist sie aber nicht.

Prallschutzwesten, Neoprenanzüge sowie Hüte für den Sonnenschutz und Helme dienen nicht zuletzt auch der eigenen Sicherheit der Retter im Einsatz. Für viele Ehrenamtler (darunter auch zunehmend solche aus der polnischen Nachbarschaft), die ihren Saisondienst für gerade mal schlappe 20 Euro tägliche Aufwandsentschädigung absolvieren, sind das bislang noch unerfüllte (Festtags-)Wünsche. „Da ist schon Etliches bei uns noch stark ergänzungswürdig“, bestätigt Paul Leidig, Leiter des DRK-Rettungswesens im Kreis, die reale Situation an den sommerlichen Stränden.

Sein Team verhehlt aber auch nicht, dass es Hoteliers und andere Vermieter auf Usedom gibt, die sich gelegentlich spendabel zeigen. Mal gibt es ein Frühstück, mal eine komplette Grillausstattung für das abendliche Zusammensein. Denn sozial ist der Rettungsdienst auf Usedom nämlich allemal. Beleg dafür: Jahr für Jahr melden sich ungezählte Freiwillige aus ganz Deutschland, um diesen verantwortungsvollen, aber eben auch schönen Freizeit-Job wochenlang im Team zu versehen. Dennoch wäre ein Mehr an Hilfe und Unterstützung wünschenswert: Denn für jeden Gast, alle Urlauber, aber auch die einheimischen Bader sind die Rettungsschwimmer schlussendlich der Garant dafür, dass ihr Spaß ein Vergnügen bleibt. Was also hindert uns, gemeinsam dafür zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen Sorge zu tragen?

Rettungsschwimmer sind in aller Regel engagiert-umsichtige, aber auch sehr bescheidene Leute. Als sie vor wenigen Wochen davon hörten, dass die Usedomer Lokalredaktion der OZ in diesem Jahr gemeinsam mit ihren Lesern und Partnern „Helfen bringt Freude“ für ihre bessere Ausstattung nutzen will, mochten sie es zunächst gar nicht glauben. „Echt jetzt? Das ist eine tolle Nachricht“, sagte etwa Victoria Mähl, Ortsgruppenleiterin der DLRG im Inselnorden. Und Daniel Witt vom ASB: „Total schön, auch mal bedacht zu werden. Damit hätte ich nie gerechnet.“ Um so größer ist ihre Vorfreude.

Steffen Adler

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