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Usedom Auf einmal raucht der Trauer-Redner
Vorpommern Usedom Auf einmal raucht der Trauer-Redner
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01:30 21.04.2016

Der Vater ist verstorben. Die Gesellschaft kommt, um gemeinsam zu trauern. Alle tragen schwarze Kleidung, die leeren Blicke gehen auf den Boden. Ihr Vater war ein lieber Mensch und verdient eine würdevolle Verabschiedung ... Doch was aussieht, wie eine normale Trauer-Rede, endet in einer Katastrophe. Auf einmal fängt der Pfarrer an zu rauchen, er zittert am ganzen Körper, dann küsst er völlig überraschend eine Dame aus der Gesellschaft.

Diese Szenen sind nur gespielt. Sie gehören zur Ausbildung der Eleven an der Theaterakademie. Über mehrere Wochen absolvierten sie einen Kameraworkshop. Dazu gehören der richtige Auftritt, das korrekte Sprechen und vieles mehr. Und nach dem theoretischen Teil ging es für die angehenden Theaterschauspieler auf das Gelände des St.-Otto-Heimes, um die Szenen zu drehen. „Ich spiele den Pfarrer, bin aber selbst nicht zufrieden in meinen Leben“, erklärt Johannes Langner aus dem dritten Studienjahr. Im Violett-weißen Gewand redet er zu den Trauernden.

„Jeder Schüler bekommt seine eigene Szene“, sagt Regisseur Jörg Gahr aus Berlin, der als Dozent an der Akademie arbeitet. „Wir drehen unter anderem eine Stalking-Szene. Die Orte sind immer unterschiedlich. Zum Beispiel sind wir auch auf einem Hausboot in Netzelkow, in einem großen Festsaal oder in einer Bar in Zinnowitz. Jeder Schauspieler hat seinen eigenen Schwerpunkt und muss seine Rolle umsetzen“, erklärt er.

Filmtechnisch bekommt er Hilfe von Marco Seyer, auch aus Berlin. In der Filmbranche kennt er sich aus. „Ich habe bereits im Vorjahr mit den Studenten gedreht. Das macht sehr viel Spaß", sagt der Mann, der in der Vergangenheit auch für einige TV-Sender rund um Berlin gearbeitet hat. Dort drehte er unter anderem Werbeclips und Nachrichtenfilme. Am Ende sollen die Nachwuchstalente die Videos für sich nutzen. „Es gibt verschiedene Internetportale, wo wir uns präsentieren können. Das ist wichtig, um später gute Jobs zu bekommen oder von anderen Leuten ‘entdeckt‘ zu werden", sagt Jonas Volkmann, der von seinen Freunden auch Jonte genannt wird. Er gehört auch zur Trauergesellschaft. „Bei so einem Workshop lernt man sehr viel. Vor allem, wie man sich vor der Kamera präsentiert“, sagt er.

Diese Woche stehen die Schauspieler täglich vor der Kamera. Dann wird das Projekt am Computer geschnitten. Jeder Schüler bekommt eine DVD mit den Szenen.

Nach ein paar Stunden Drehzeit sind die Aufnahmen an der Marienkapelle im Kasten. Die Kameramänner sind zufrieden. Aus verschiedenen Blickwinkeln filmten sie die Szenen. „Diese Kulisse in Zinnowitz ist perfekt. Hier werden wir von niemandem gestört. Im vergangenen Jahr waren wir beispielsweise auch im ehemaligen Erich-Steinfurth-Heim. Das war auch sehr interessant. Die Atmosphäre war einmalig", sagt Seyer.

Im kommenden Frühjahr kommen die Berliner wieder an die Ostsee, um mit den Eleven zu drehen. Welche Location sie dann bevorzugen, wird noch geklärt.

Von Hannes Ewert

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