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Aus Bibliothek wird Tourismuszentrum

Die Gorki-Bibliothek Aus Bibliothek wird Tourismuszentrum

Für zwei Millionen Euro soll das Haus in der Heringsdorfer Delbrückstraße saniert werden / Buchbestand bleibt

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Einen Tresen wird es in der Touristinfo nicht mehr geben.“Thomas Heilmann, Kurdirektor Heringsdorf

Die Gorki-Bibliothek. Spätestens zur Saison 2017 will sich das Kaiserbad mit einem neuen „Tourismus Service Zentrum“ schmücken. Dafür soll die Gorki-Bibliothek, die sich im denkmalgeschützten Haus in der Heringsdorfer Delbrückstraße befindet, umgebaut werden. „Zwei Millionen Euro sind dafür eingeplant“, sagt Kurdirektor Thomas Heilmann, der sein ursprüngliches Konzept für das Gebäude überarbeiten lassen musste. „Weil die Brandschutzauflagen für die Sanierung des Treppenhauses zu teuer waren, lassen wir das Obergeschoss bei der Planung nun außen vor. Hier bleiben Lager- und Aufenthaltsraum“, sagt Heilmann. Vorgesehen waren dort Leseecken und Teile der Bibliothek, die auch weiter im Haus bleibt, wie der Kurdirektor betont. „Nur im Namen der Einrichtung taucht sie nicht mehr auf.“

 

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Blick vom Haupteingang Friedensplatz auf den gläsernen Anbau.

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So sind die Büros mit den Buchregalen konzipiert. Entwürfe: Krause Schreck mbH

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Blick vom Haupteingang Friedensplatz auf den gläsernen Anbau.

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Das neue Konzept vom Hamburger Büro „Krause Schreck Partnerschaft mbB“ steht für Transparenz. Bibliothek und Tourismusinformation sollen auf einer Fläche von 540 Quadratmeter nicht strikt voneinander getrennt werden. „Einen Tresen wie wir ihn von der klassischen Touristinfo kennen, wird es nicht mehr geben“, sagt Heilmann. Vielmehr sollen die Kunden in Stoßzeiten nicht in einer Schlange darauf warten, dass sie ihre Fragen loswerden, sondern neben den einzelnen Infopoints stehen dann Buchregale, aus denen die Gäste sich ihre Lektüre aussuchen und die Wartezeit so überbrücken. Und das Lieblingsbuch können sie bereits vor dem Urlaub von daheim aussuchen — „gegenwärtig erfassen wir unseren gesamten Bestand elektronisch“, informiert Liane Haufschild, Mitarbeiterin in der Bibliothek.

Später sollen es einmal 18 000 Medien sein, auf die online und im Haus zugegriffen werden kann.

Doch bis es soweit ist, wird im Eigenbetrieb Kaiserbäder auf ein Schreiben aus Schwerin gewartet. „Die Fördermittel sind beantragt. Wir warten jeden Tag auf die Mitteilung für einen vorzeitigen Maßnahmebeginn“, so Heilmann. Rund 80 Prozent der Kosten werden vom Land erwartet — „den Rest finanzieren wir aus dem Haushalt des Eigenbetriebes, konkret aus der Kurtaxe“.

Der Zeitplan ist straff: Im Juni ist der Umzug der Bibliothek geplant. Die Bücher ziehen vorübergehend in die ebenerdige Etage des EKZ. „Im September soll mit dem Umbau begonnen werden. Fertig sein wollen wir im April 2017“, so der Kurchef.

Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, muss niemand befürchten, dass sich der Anblick der Außenfassade ändert. Das Innere schon, denn der Anbau der Bibliothek wird abgerissen und durch einen gläsernen Wintergarten ersetzt. Hier sollen ein Kamin und Leseecken in Blickrichtung auf Friedensstraße und Park entstehen. „Da wollen wir Buchlesungen durchführen“, blickt Heilmann voraus. Und erwähnt beim Rückblick in die Geschichte des Hauses eine antike Tresortür, die sich im Erdgeschoss der Bibliothek befindet. Es wird vermutet, dass dort einmal die wertvollen Aktienpapiere von Delbrück aus der Zeit der Heringsdorfer Aktiengesellschaft aufbewahrt wurden. Ein Blick dahinter war bislang nicht möglich, „weil uns schlichtweg der Schlüssel fehlt“, so der Kurdirektor. Wenn das Tresor- Geheimnis gelüftet ist — Heilmann hofft noch auf Hinweise zum Verbleib des Schlüssels — soll in dem Raum ein Film über die Geschichte der Delbrücks in Dauerschleife gezeigt werden.

Sitz der Aktiengesellschaft

in der Heringsdorfer Delbrückstraße war einst Sitz der „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“, die die beiden Brüder Hugo und Adelbert Delbrück 1872 gegründet hatten, um mit dem Verkauf von Landanteilen aus dem kleinen Fischerdorf ein angesagtes Seebad zu machen. Mit Delbrücks Tod 1910 und durch den Ersten Weltkrieg ging die erfolgreiche Zeit der Heringsdorf AG ihrem Ende entgegen.

Seit 1991 befindet sich in dem roten Backsteingebäude gleich hinter den beiden Türmen der Kurklinik und des Kurhotels die Bibliothek Maxim Gorki. Im Jahre 2006 wurde aus ihr die Gemeindebibliothek für alle drei Seeheilbäder.

Die Regale der Bibliothek sind gefüllt mit Kinder-, aber auch Erwachsenenliteratur. Neben der Belletristik gibt es eine gut sortierte Abteilung Sachbuch mit vielen Informationen über die Insel und die Region.

Kontakt: ☎ 03 83 78 / 22 293

Von Henrik Nitzsche

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Heringsdorf
Der geplante gläserne Anbau an die jetzige Bibliothek aus Sicht des Haupteingangs vom Platz des Friedens.

Für zwei Millionen Euro soll die Gorki-Bibliothek in Heringsdorf auf Usedom zu einem modernen Tourismus Service Zentrum umgebaut werden. Laut Kurdirektor Thomas Heilmann ist die Eröffnung im April 2017 geplant. Der Buchbestand bleibt im Haus.

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