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Usedom Ausbau der Wieckstraße umstritten
Vorpommern Usedom Ausbau der Wieckstraße umstritten
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00:00 27.07.2016

Wie wird die Zufahrtsstraße zum künftig attraktiven Hafen Usedom und vorab für die Bauphase gestaltet? An der Trassenenführung, vor allem aber an der Art und Weise, wie die Wieckstraße (als favorisierte Route) dazu ertüchtigt werden soll, scheiden sich derzeit noch die Geister der Einheimischen.

Während bei der jüngsten Stadtvertretersitzung der Usedomer in der Vorwoche bekannt wurde, dass noch ein zusätzliches, teures Wellengutachten vorzulegen ist und sich elf Firmen an der europaweiten Ausschreibung des Hafenprojektes beteiligt haben (die OZ berichtete), gab es im Nachgang zur Diskussion des Gremiums noch andere Widersprüchlichkeiten. Im Fokus: Da die enge Peenstraße von Erschütterungen durch die schweren Baufahrzeuge möglichst verschont werden soll (die meisten Häuser haben keine belastbare Gründung), ist statt dessen vorgesehen, die Wieckstraße „grundhaft auszubauen“. Das Ganze wird von den Planern auch als Teil der rückwärtigen Anbindung (inklusive Karniner Straße) bezeichnet.

Während nun SPD-Volksvertreter Günther Jikeli in diesem Zusammenhang dafür plädiert, entweder nur eine befristete Baustraße oder sogar nur einen Schotterweg zu errichten, befürwortet die Mehrheit der Stadtvertretung um Bürgermeister Jochen Storrer eine „richtige Straße“, die dann auch entsprechend vom Land gefördert würde (eine Baustraße hingegen nicht). Und die künftig als geeignete Zu- und Abfahrt, besonders für Autos mit Bootstrailern, fungieren soll. „Immerhin hoffen wir ja unterm Strich auf einen attraktiven Hafen, der auf ein großes maritimes Interesse stößt“, meint das Stadtoberhaupt. Und das würde auch viel Straßenverkehr bedeuten.

Jikeli sah sich jedenfalls im Anschluss an die genannte Sitzung bemüßigt, für die SPD/Linke-Fraktion die Gründe für seine Haltung zu erklären: Kostenersparnis und weniger Ärger. Die Crux: An einem einzelnen alten Haus würde die neu zu bauende Wieckstraße nur in einer seitlichen Entfernung von 54 Zentimetern vorbeiführen. Da sei Frust programmiert, findet der SPD-Mann. Da die betroffene Besitzerin wie eine andere Familie nicht bereit seien, mit der Kommune ein wenig Land zu tauschen oder sich auf einen anderen Kompromiss (etwa Befreiung von den Straßenanliegergebühren) einzulassen, drohe laut Jikeli eine Enteignung, gegen die er vehement plädiert. „Auch ein Schotterweg wäre ausreichend, gelegentlich Lasten und Boote hier entlang zu transportieren.“

Doch von Enteignung mag Bürgermeister Storrer gar nicht sprechen. Er beteuert, in unzähligen Gesprächen tatsächlich versucht zu haben, eine Einigung mit den Anwohnern herbeizuführen. Mehrere Varianten wurden ihnen unterbreitet, doch es fehle mindestens in zwei Fällen offenbar an der Bereitschaft, eine Lösung zu finden. Zwar sei noch etwas Zeit, Entscheidungen zu treffen, doch: „Wir können es einfach nicht verantworten, mit dem gesamten Verkehr durch die engen Straßen unserer Stadt zu fahren; und auch nicht über Schotter- oder Hilfsstraßen, durch die Wurten, zumal ja stadteigenes Land für den Ausbau zur Verfügung steht, und die finanziellen Mittel dafür in der Hafeninvestition mit eingeplant sind“, fasst der Bürgermeister zusammen.

Steffen Adler

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