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Aussage der Rechtsmedizin entlastet Wolgaster Makler

Greifswald/Wolgast Aussage der Rechtsmedizin entlastet Wolgaster Makler

Urkundenfälschung vor Gericht nicht zweifelsfrei nachweisbar / Dennoch sind noch Fragen offen

Greifswald/Wolgast. Ob sich zwei Wolgaster Immobilienmakler der Urkundenfälschung, der Untreue und des Betrugs schuldig gemacht haben, konnte auch am gestrigen dritten Verhandlungstag vor dem Greifswalder Amtsgericht nicht abschließend geklärt werden. Allerdings sorgte Prof. Dr. Britta Bockholdt, Leiterin der Rechtsmedizin Greifswald, für eine teilweise Entlastung der Angeklagten.

Unter den verabreichten Medikamenten und mit diesem Krankheitsbild kann sich das komplette Schriftbild verändern.“Prof. Britta Bockholdt,

Leiterin Rechtsmedizin

Wie berichtet, sollen sich die Makler nach Ansicht der Staatsanwaltschaft das Vertrauen eines schwer an Krebs erkranken, 2011 verstorbenen Wolgasters erschlichen und sich als dessen Betreuer einsetzen lassen haben, um ihn um sein Vermögen von mehreren hunderttausend Euro zu bringen. Hierzu, so der Staatsanwalt, sei die Unterschrift des 1954 geborenen Erkrankten auf Vollmachten, auf einem Darlehensvertrag, einer Abtretungserklärung und auf einem Autokaufvertrag offenbar gefälscht worden.

Am zweiten Verhandlungstag am 4. Oktober hatte eine Sachverständige für Handschriften- Untersuchungen des Landeskriminalamtes MV die Angeklagten schwer belastet.

Sie hatte erklärt, dass die insgesamt sechs strittigen Unterschriften auf besagten Papieren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von dem todkranken Wolgaster stammten. Die veränderten Merkmale der sechs Unterschriften, die durch Heranziehen von 45, ebenfalls in der Krankheitsphase getätigten Vergleichsunterschriften festgestellt wurden, könnten auch mit dem Krankheitsbild des Unterzeichnenden nicht erklärt werden.

Rechtsmedizinerin Bockholdt widersprach dieser Aussage gestern. „Die erheblichen schweren Vorerkrankungen mit Tumorstreuung in verschiedenen Organen, unter anderem im Gehirn, haben auch Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem.“ Dies könne sich wiederum auf das Schriftbild und auch auf die Unterschrift auswirken, erläuterte sie: „Unter den verabreichten Medikamenten und mit diesem Krankheitsbild kann sich das komplette Schriftbild verändern.“ Zudem litten derart schwer erkrankte Personen unter starken Schwankungen des Allgemeinbefindens. Ob dies für die konkreten Fälle der Unterschriftenleistung zutrifft, könne sie jedoch nicht sagen. Dies, so Bockholdt, wäre eigentlich die Aufgabe der Schrift-Sachverständigen gewesen, die den Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf das jeweilige Schriftbild bei ihrer Expertise hätte berücksichtigen müssen. Dr. Rainer Steffens, Verteidiger eines der Angeklagten, sieht den Vorwurf der Urkundenfälschung ausgeräumt, da dieser offenkundig nicht zweifelsfrei bewiesen werden könne. In der Folge seien auch die Vorwürfe der Untreue und des Betrugs hinfällig.

Die Angeklagten teilten mit, dass sie sich mit den rechtmäßigen Erben inzwischen zivilrechtlich geeinigt hätten und mit einer Rückzahlung von 218000 Euro eine vollständige Wiedergutmachung erfolgt sei. Auch unberechtigterweise an sie ausbezahlte 64343 Euro aus einer Lebensversicherung des Verstorbenen sei rückerstattet worden. Bevor Richter Konstantin Tränkmann ein Urteil spricht, soll noch der Verbleib verschiedener persönlicher Gegenstände des Verstorbenen, wie 20 Umzugskartons, zwei Bilder, zwei Lautsprecherboxen und eines Keyboardständers geklärt und hierzu während des Fortsetzungstermins am 2. November eine Zeugin angehört werden.

Tom Schröter

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