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Ausstieg auf Zeit: Wolgaster Paar nimmt Kurs auf Südamerika

Wolgast Ausstieg auf Zeit: Wolgaster Paar nimmt Kurs auf Südamerika

Jens-Michael und Elfi Eisenreich erfüllen sich einen lange gehegten Traum

Wolgast. Lange Zeit haben Elfi (52) und Jens-Michael Eisenreich (51) vom großen Südamerika-Trip geträumt. Nun wird es für die Eheleute aus Wolgast endlich ernst. Wenn sie Ende Oktober von Venedig aus mit dem Schiff nach Argentinien aufbrechen, beginnt für die Peenestädter ein neunmonatiges Abenteuer. Denn: Erst im Juli 2018 ist die Heimkehr geplant. Beide sind gespannt, was sie in dem Dreivierteljahr wohl erleben werden. „Es ist eine freudige Erwartung. Alles ist vorbereitet“, erklärt die Wolgaster Fachärztin für Allgemeinmedizin. „Ich freue mich darauf, einmal ein bisschen in den Tag hinein leben zu können und die Freiheit zu genießen, mal nicht für Andere mitdenken und -planen zu müssen.“ Und: „Sofern geklärt ist, was wir heute essen und wo wir schlafen, ist alles in Ordnung.“

 

OZ-Bild

Ende Oktober brechen die Wolgaster Elfi und Jens-Michael Eisenreich zu ihrem bisher größten Reiseabenteuer auf. Als Rucksacktouristen wollen sie ein Dreivierteljahr lang Südamerika durchstreifen.

Quelle: Foto: Tom Schröter

Fernweh gehört zur Gefühlswelt der Eisenreichs. Dabei haben es dem Paar die Berge angetan. Ausgedehnte Wanderungen durch die Bergwelt Norwegens, in den Alpen sowie in Schottland und Island standen in früheren Urlauben auf der Agenda. Allerdings, so sagen sie, hätten sich drei Wochen als Reisedauer stets als zu kurz erwiesen. Daher wollen die beiden diesmal Nägel mit Köpfen machen. „Wir denken, dass man vom Alter her nicht länger warten sollte. Denn lange Bergwanderungen gehen an das körperlich Machbare“, mahnt Elfi Eisenreich. Der Sohn (28), der in München lebt, sei finanziell unabhängig und selbstständig. Zudem sei es glücklicherweise gelungen, mit Dr. Stefan Wegner einen Mediziner gefunden zu haben, der für die Zeit der Reise die Arztpraxis in Wolgast vertretungsweise übernimmt.

Für Rechtsanwalt Jens-Michael Eisenreich springt Berufskollege Michael Schmidt ein.

Bewusst haben die beiden Globetrotter ihren beruflichen Ausstieg auf Zeit noch nicht komplett durchgeplant. „Wir lassen die ganze Sache ein bisschen auf uns zukommen“, sagt Jens-Michael Eisenreich.

Fest stehe bisher, dass sie nach der dreiwöchigen Schiffsreise und der Ankunft in Buenos Aires in Patagonien einen wiederum dreiwöchigen Sprachkurs in Spanisch absolvieren werden.

„Anschließend“, so Eisenreich, wollen wir unser großes Gepäck nach Hause schicken, weil wir von da an mit Rucksäcken weiterziehen. Darin befindet sich nur noch das Notwendigste. Für den Bedarfsfall haben wir auch ein Zelt dabei.“

Weihnachten wollen die Backpacker aus Wolgast noch auf argentinischer Seite feiern. Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester will das Duo dann im Nationalpark Torres del Paine in Südchile verbringen, wo, ausgehend von der Stadt Puerto Natales, schließlich eine achttägige Wandertour durch das spektakuläre Gebirgspanorama auf dem Programm steht. Anschließend wollen sich die Wolgaster nordwärts mit einer Fähre an der gleichsam beeindruckenden chilenischen Fjordküste entlang schippern lassen bis zur Hafenstadt Puerto Montt mit dem Vulkan Osorno im Hintergrund.

„Wie es von dort aus weitergeht, wissen wir jetzt noch nicht“, räumt Jens-Michael Eisenreich ein. In den nachfolgenden Monaten sei grob geplant, den Gebirgszug der Anden in nördlicher Richtung zu durchstreifen. Aufgrund der gewaltigen Entfernungen und der ambitionierten Reiseroute sei man regelmäßig auch auf Verkehrsmittel angewiesen. Angestrebte Reiseziele seien unter anderem die chilenische Metropole Valparaiso, die geheime Inka-Stadt Machu Picchu in Peru sowie der Titicacasee in den südöstlichen Anden zwischen Peru und Bolivien. „Und wir wollen Kolumbien durchstreifen, auf Humboldts Spuren“, verkündet Jens- Michael Eisenreich, der sich mit häufigem Joggen rund um Wolgast körperlich fit hält.

„Ich habe von Kindesbeinen an eine Affinität zu den indigenen Kulturen in Südamerika“, sagt Elfi Eisenreich, versichert aber sofort: „Im Juli 2018 fangen wir dann wieder an zu arbeiten.“ Als Medizinerin hat sie auch die für die Reise nötigen Impfungen, zum Beispiel gegen Tollwut, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Typhus und Cholera gesorgt. Insbesondere für den Aufenthalt in Äquatornähe sollte man gegen dort häufig auftretende Krankheiten gewappnet sein, meint sie. Die Reiseapotheke enthalte auch ein Medikament gegen Malaria. Ehemann Jens-Michael will Impressionen der Reise natürlich im Bild festhalten. Möglicherweise stellt er nach der Rückkehr Material für einen öffentlichen Vortrag zusammen: „Auf diese Weise könnte man auch andere Interessierte an dieser Tour teilhaben lassen.“

Tom Schröter

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