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Autofahrer ignorieren Fußgängerzone

Bansin Autofahrer ignorieren Fußgängerzone

Seit einer Woche ist der Bansiner Ortskern verkehrsberuhigt. In der unteren Seestraße wird trotzdem geparkt.

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Paketboten, andere Lieferanten und Pkw fahren und parken noch immer in der Fu�g�ngerzone.

Quelle: Irene Burow

Bansin. Viele fahren munter weiter: Obwohl der untere Teil der Seestraße in Bansin seit dem 2. April eine Fußgängerzone ist, parken und fahren dort minütlich Autos und Lieferanten. „Die Leute gucken einfach nicht hin“, sagt Manfred Faßke zur neuen Verkehrsführung. Er steuert die Tschu-Tschu-Bahn Kaiserbäder Express etwa stündlich zur Haltestelle in dieser Straße.

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„Viele gucken nicht richtig hin“, sorgt sich Manfred Faßke. Er fährt den Kaiserbäder Express und darf regelmäßig in der Seestraße halten.

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Schlängellinien sind dabei nicht ausgeschlossen, weil hier immer noch Autos halten. „Sie kommen jetzt sogar von beiden Seiten“, meint Anja Vormann, Mitarbeiterin im angrenzenden Geschäft Villa Kunterbunt. Zuvor war das Fahren aus Richtung Bergstraße zur Waldstraße erlaubt. „Die neuen Schilder sind eigentlich groß genug.“ Lieferanten dürfen nur noch zwischen 9 und 11 Uhr halten.

Ein älterer Herr, der im Auto vor der Apotheke wartet, hat von den Änderungen noch gar nichts mitbekommen. Auf das Fahrverbot hingewiesen, wittert er Ärger. „Da muss ich in Zukunft aufpassen. Sonst gibt es bestimmt ein Bußgeld.“ Gut findet er die Regelung nicht. Oft muss er mit seiner Frau zum Arzt und zur Apotheke. „Wenn man jünger ist, kann man das machen. Aber ich gehe auf Krücken, da ist das nicht so einfach.“ Die Zufahrtsstraßen, in denen man nun parken soll, seien zudem viel zu schmal.

Auch Torsten Schmidt hält mit dem Transporter in der Fußgängerzone. Er beliefert das Inselstübchen Arielle alle zwei Wochen mit Frittierfett. Dazu muss er den Hinterhof über die Seestraße ansteuern.

„Ich habe die neuen Schilder gerade bemerkt“, sagt er. „Aber da kann ja keiner was dagegen haben, wenn ich hier durchfahre.“

Die Gemeindeverwaltung kündigt schärfere Kontrollen an. „Offenbar haben die roten Einfahrt-verboten-Schilder, die vorher dort standen, mehr abgeschreckt“, sagt Eike Becker vom Ordnungsamt. Schärfere Kontrollen seien unumgänglich. „Das müssen wir machen.“ Jedoch nicht aus Sabotage, sondern um den üblichen Verkehr zu unterbinden. „Das soll von der Polizei zunächst mehr in belehrender Art geschehen“, sagt er.

Lieferant Torsten Schmidt findet das Parkverbot nicht verkehrt, jedoch müssten die Änderungen mit den Lieferanten in Einklang gebracht werden. „Die Leute wollen schließlich Essen und in der Gastronomie bedient werden.“ Daher schlägt er eine Stellfläche für Transporter vor, die auch außerhalb der Lieferzeiten genutzt werden könne. Anja Vormann von der Villa Kunterbunt kann das nachvollziehen. „Wer Pakete bringt, muss hier auf jeden Fall rein“, meint sie. Genauso die Müllabfuhr oder Wäschewagen. Wenn jedoch die Urlaubszeit losgeht und die Radfahrer dazukommen „wird es brenzlig“, glaubt sie. Den Sommer müsse man erst noch abwarten. Die Gewerbetreibenden finden das geänderte Verkehrskonzept zumindest besser, als die erste Variante. Vor zwei Jahren sollte die Seestraße komplett autofrei werden. „Die Touristen fahren in den Ort und biegen rechts und links ab“, zeigt sich Matthias Reink, Inhaber der Postfiliale, bisher zufrieden. Vor seiner Tür ist jetzt Schritttempo vorgeschrieben. Ob sich Autofahrer daran halten? „Schön wär‘s“, sagt er.

Gar nicht einverstanden ist hingegen Horst Krumbein. Seine Frau betreibt im unteren Teil der Seestraße eine Hausverwaltung, die Kundenparkplätze auf dem Hof hat. „Unser Antrag für eine Sondergenehmigung liegt seit Monaten auf dem Amt“, beklagt er sich. Laut Verwaltung werden diese derzeit bearbeitet. Dennoch: „Eine große Lösung ist die Fußgängerzone im Sommer nicht“, sagt er. „Da geht das Theater jedes Frühjahr von vorn los.“ Er glaubt, für die Urlauber gelte in den Kaiserbädern ohnehin ein ungeschriebenes Gesetz. „Die dürfen fahren, wie sie wollen und kontrolliert werden sie auch nicht.“

Es muss mit schärferen Kontrollen gerechnet werden.“Eike Becker, Ordnungsamt

Irene Burow

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