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Autsch! Hochbetrieb in der Notaufnahme

Wolgast/Usedom Autsch! Hochbetrieb in der Notaufnahme

Wintereinbruch beschert vielen Menschen Knochenbrüche. Autofahrer rollen über schneeverwehte Straßen.

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Ganz harte Typen, wie dieser Br�ckenl�ufer in Wolgast, lassen sich auch nicht vom Schneesturm am Joggen hindern.

Wolgast. Die plötzliche Rückkehr des Winters mit Schneestürmen und eisigem Frost sorgte gestern in der Notaufnahme des Wolgaster Krankenhauses für Hochbetrieb: „Ab 7 Uhr ging es bei uns Schlag auf Schlag. Bis 13 Uhr musste unser Chirurg schon 15 Patienten behandeln“, sagte Ralf Zander, Leitender Pfleger der Notaufnahme. „Die meisten Patienten kamen nach Stürzen mit Prellungen, umgeknickten Füßen, aber auch Frakturen an Sprung- und Handgelenken.“ Zumeist konnten sie nach der ambulanten Behandlung wieder nach Hause. Der Chirurg hatte alle Hände voll zu tun.

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Um die Spitze der Schneewehe am Ortsausgang Mahlzow in Richtung Sauzin zu ber�hren, muss sich Erik Bandt (19 /1,76 m) ordentlich strecken.

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„Üblicherweise schafft es der Arzt, sich um alle Notaufnahmen zu kümmern. Bei den vielen Prellungen, Kopfverletzungen und geschwollenen Gelenken schaffte der Diensthabende es gerade, die chirurgischen Patienten zu behandeln“, schildert Zander den Ansturm, während im Hintergrund pausenlos die Telefone der Notaufnahme klingelten.

Unter den Verletzten war gestern auch eine Postfrau, die im Dienst gestürzt war. Der älteste Geschädigte war ein 80-Jähriger, der auf dem Gehweg gefallen war und sich dabei eine schlimme Kopfverletzung zugezogen hatte.

Am Tag zuvor, als der Schneesturm in der Region deutlich mehr tobte, gab es etwas weniger zu tun, weil viele zu Hause blieben: „Da trafen die ersten Patienten erst gegen 9 Uhr ein“, so Zander. Das Gros konnte nach ambulanter Behandlung nach Hause, einige Patienten mussten aber doch stationär behandelt werden. Wie Juliane Holländer. Die Hamburgerin macht mit ihrem Ehemann Urlaub in Kölpinsee und zog sich bei einem Sturz eine Fraktur zu. Krankenhaus statt Kurzurlaub — jetzt verhandelt ihr Mann mit dem Vermieter über eine Mietverlängerung.

Auf den Straßen der Region ging es im Vergleich zum Krankenhaus ruhiger zu. „Es gab zwar vereinzelt Unfälle, doch in den meisten Fällen blieb es bei geringen Sachschäden“, sagte Polizeisprecherin Denise Lemke. Zum einen war das der aufmerksamen Fahrweise der Kraftfahrer zu verdanken, zum anderen dem Einsatz des Winterdienstes. „Wir haben seit Sonntag alle uns zur Verfügung stehenden Fahrzeuge auf den Straßen“, sagte Straßenmeister Dirk Niemann (50). Die Männer von der Straßenmeisterei Helmshagen und dem Stützpunkt Zempin müssen sich um 440 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen kümmern. „Auf den meisten Strecken ging es, lediglich da, wo die Straße quer zur Windrichtung liegt, gab es Probleme“, so Niemann. Besonders auf der L 262 zwischen Lubmin, Freest und Kröslin sowie auf der Strecke zwischen Sauzin und Neeberg mussten die Fräsen ganze Arbeit leisten. Schneeverwehungen zwischen Kemnitz und Pritzier hätten den Kraftfahrern auch ziemlich zu schaffen gemacht.

Trotz verschneiter Gleise konnte der Sturm dem rollenden Verkehr der Usedomer Bäderbahn (UBB) nichts anhaben. Dass es dennoch am Sonntagabend vier Stunden lang Einschränkungen gab, hatte andere Gründe. Auf ihrer Homepage informierte die UBB darüber, dass „die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am 10. März von 18 bis 22 Uhr zu einem Streik aufgerufen hat“. Aus diesem Grund werde es zu Verspätungen und Zugausfällen kommen, schreibt die Bahn, gekoppelt an das Versprechen, für Schienenersatzverkehr zu sorgen.

Im Busverkehr kam es zu leichten Verspätungen. Aus der Ahlbecker Geschäftsstelle von Ostseebus hieß es: „Kein Reisender musste länger als 15 Minuten warten. Wir konnten alle Haltestellen bedienen“, so Doris Kracht.

Außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: So reagierten auch die Frauen des Diakonie-Pflegedienstes in Usedom im Schneesturm besonders kollegial, um selbst entlegen wohnende Patienten zu versorgen. „Auch Pflegerinnen, die eigentlich frei hatten, halfen bei der Versorgung. Sie übernahmen die Patienten, die in ihrer Nähe wohnten. So waren am Sonntag und gestern alle Mitarbeiterinnen im Einsatz“, sagt Elke Bluhm aus der Verwaltung.

Wo die Straßen quer zur Windrichtung liegen, gab es erhebliche Probleme.“Dirk Niemann, Straßenmeister der Straßenmeisterei Helmshagen
DREI FRAGEN AN...

1 Haben Sie mit ihren Mitarbeitern dem erneuten Wintereinbruch in den Kaiserbädern trotzen können?

Ja. Bei uns gab es keine Straße, die nicht passierbar war. Heute waren wir bereits seit 5 Uhr auf den Beinen, um die Schwerpunkte in der Gemeinde zu beräumen. In Ahlbeck war es die Kirchstraße, in Heringsdorf die Wohngebiete, der Kulm und die Bebel-Straße und in Bansin die Berg- und die Seestraße.

2Mit welcher Technik sind Sie im Bauhof ausgerüstet?
Uns stehen gegenwärtig sieben Fahrzeuge zur Verfügung. Meine Männer sind mit vier Streufahrzeugen, zwei Sprintern und einem Lkw im Einsatz. Die Sprinter nutzen wir zum Freihalten der Bushaltestellen, die vor allem morgens von den Schulkindern genutzt werden. Eines unserer Fahrzeuge half heute einer Frau in Gothen, ihren Wagen aus einer Schneewehe zu ziehen.


3Waren Sie am Sonntagmorgen von dem Schneefall überrascht?

Ein wenig schon. So viel Schnee war gar nicht angesagt. Morgens bekam ich gegen 4.30 Uhr einen Anruf vom Bürgermeister, dass bei der Polizei glatte Straßen gemeldet wurden. Da sind wir sofort losgefahren. Interview: hni

Angelika Gutsche und Henrik Nitzsche

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