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Usedom Axel Kindler tritt Bürgermeisteramt an
Vorpommern Usedom Axel Kindler tritt Bürgermeisteramt an
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07:34 22.02.2017
Der oder die Kurdirektor/in muss den Eigenbetrieb leiten. Bürgermeister und Ausschüsse dürfen nur beraten.Axel Kindler (42), Bürgermeister
Ückeritz

Am kommenden Dienstag wird Axel Kindler in Ückeritz zum Bürgermeister ernannt. Was haben die Einwohner von dem 42-Jährigen zu erwarten, der im Seebad aufgewachsen ist, hier mit Ehefrau und Sohn lebt, sein Geld als EU-Energie-Berater verdient und schon seit 2014 mit SPD-Mandat im Gemeinderat sitzt? Für manchen unerwartet deutlich hatten die Wähler ihm bei der jüngsten Wahl mit 305 Stimmen den Vorzug gegenüber Mitbewerber Franz Wöllner (174 Stimmen) gegeben.

Gemeindevertreter im Thema

Kindler ist ein bodenständiger Mann, der besonnen wirkt. So sieht er auch seiner Ernennung am kommenden Dienstag gelassen entgegen. An der Themenwahl für die 31. Gemeindevertretersitzung mit 27 Tagesordnungspunkten hat er noch nicht mitgewirkt. Trotzdem wird ihm die Sitzungsleitung unmittelbar nach seiner Ernennung übergeben. Schwierig? Die meisten Themen sind ihm als Gemeindevertreter nicht neu. Außerdem hofft Kindler, dass am selben Abend noch die Gemeindevertretung um die Nachrücker vervollständigt werden kann.

Danach geht es laut Tagesordnung um Haushaltsangelegenheiten. „Bei den Beschlüssen zu 2012 und 2013 handelt es sich um Formalien. Soweit ich weiß, hat es keine Beanstandungen gegeben und wir könnten sogar im Block abstimmen. Das geht vermutlich schnell“, sagt er.

Alte Schule neu planen Als deutlich spannender bewertet Kindler die Diskussion um den Haushaltsplan der Gemeinde samt Eigenbetriebshaushalt und um das Städtebauliche Sondervermögen für 2017: „Noch haben wir einen ausgeglichenen Haushalt. Aber vor uns liegen viele Aufgaben und wir haben kaum noch Reserven.“ Kindler freut sich, dass in die Sicherheit investiert werden soll, in dem an der Schule und am Kindergarten neue Löschwasserbrunnen gebaut werden. Außerdem beinhalte der Haushalt 2017 auch finanzielle Mittel zur Sanierung der alten Schule. „Ich denke allerdings, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis wir hier mit den Arbeiten beginnen können. Wegen der Ablehnung von Fördermitteln müssen wir hier nochmal ganz neu planen. Ich hoffe, dass sich dann doch noch ein Weg finden lässt, damit die Sanierung geldlich unterstützt wird“, sagt Kindler, der die Unterbringung des Heimatvereins in der alten Schule vorerst als alternativlos ansieht.

Vier Bewerber einladen Und dass es für Investitionen auf dem Campingplatz hohe Zeit ist, weiß er wie die meisten Ückeritzer auch. Deshalb freut er sich, dass der Haushalt 2017 dafür Gelder vorsieht. Allerdings: „Was genau auf dem Platz passieren soll, muss der oder die neue Kurdirektor/in entscheiden.“ Wie berichtet, wurde die Stelle neu ausgeschrieben und eine Findungskommission hat unter den Bewerbern eine Vorauswahl getroffen.

Der neue Bürgermeister plädiert dafür, dass die Gemeindevertreter die Chance erhalten, alle zuletzt ausgewählten vier Bewerber persönlich kennenzulernen. Zur nächsten Sitzung am 21. März sollen sie eingeladen werden. „Mein Wunsch wäre es, wenn die Stelle zwischen dem 1. April und dem 1. Mai besetzt wird.“

Auf die Beratung zurückziehen Zum Verhältnis zwischen Bürgermeister, Gemeindevertretung und deren Gremien auf der einen sowie dem Eigenbetrieb auf der anderen Seite hat Kindler klare Vorstellungen. „Der oder die Kurdirektor/in muss die Leitung des Eigenbetriebes fest in der Hand haben. Bürgermeister und Ausschüsse dürfen nur beratend agieren. Der ATI-Ausschuss sollte dabei ähnliche Aufgaben, wie ein Aufsichtsrat erfüllen“, sagt Kindler, der dabei helfen möchte, den Eigenbetrieb so aufzustellen, dass der Kurdirektor eigenständig arbeiten und entscheiden kann.

Für andere Personalangelegenheiten im Eigenbetrieb, die am 28. Februar im geschlossenen Sitzungsteil auf der Tagesordnung stehen, gäbe es allerdings dringenden Entscheidungsbedarf. „Zum einen steht die nächste Urlaubssaison an und wir müssen bei der Vorbereitung Gas geben, zum anderen gibt es aus arbeitsrechtlichen Gründen Handlungsbedarf.“

Wohnungsbau muss sein Nicht weniger interessant als die Personalentscheidungen sind die Bauangelegenheiten, die am Dienstag erstmals unter Gesprächsleitung von Axel Kindler in Ückeritz entscheiden werden. Zum einen geht es um die Ausweisung des unter „Kavelstücke“ bekannten Gebietes zwischen Reiterhof, Tischlerei und Dachdecker als Mischgebiet. Zum anderen um die Übernahme einer Erschließungsstraße im neuen Wohngebiet neben den Kreischen. Für beides will Kindler den Vorschlag des Bauausschusses abwarten, der sich im Vorfeld damit befasst hat. Ganz besonders freut ihn das Ansinnen, den Wohnungsbau anzuschieben. „Wohnraum braucht die ganze Insel. Und Wohnungen sind auch Voraussetzungen für die Entwicklung unserer Gemeinde“.

Angelika Gutsche

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