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Usedom Bahn-Entlastung auf Usedom: Rettung für Karniner Brücke?
Vorpommern Usedom Bahn-Entlastung auf Usedom: Rettung für Karniner Brücke?
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13:05 19.08.2018
Die Reste der Karniner Brücke südlich der Insel Usesom sind jetzt ein Denkmal. Die Brücke wurde 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Quelle: Stefan Sauer
Schwerin

Ein seit Jahren anhaltender Konflikt zum drohenden Verkehrsinfarkt auf der Insel Usedom steht womöglich vor der Lösung: Die SPD im Land plant die Kostenübernahme von Planungen für die Wiederherstellung der Karniner Brücke aus dem Strategiefonds der Landtagsfraktionen. Am südlichen Zipfel könnte eine zweite Zugverbindung auf die Insel entstehen. Gute Nachricht für Einwohner und Touristen: Bahnfahrten von Berlin bis zur Küste wären dann in zwei Stunden möglich.

Die Idee: Die 400000 Euro Kosten für Vorplanungen sollen 2019 aus dem Strategiefonds der Koalitionsfraktionen kommen, verriet Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD). Mit dem Geld solle die Machbarkeit einer Eisenbahnbrücke, die vom Festland bis zur Insel führt, ergründet werden. Für den Bau wären allerdings Bund und Deutsche Bahn nötig. Die geschätzten 130 Millionen Euro könne das Land allein nicht stemmen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erklärt: „Ich bin offen für das Thema und würde gut finden, wenn Geld aus dem Strategiefonds fließt.“ Denn um die Eisenbahnbrücke bauen zu können, müssten vorher „Fakten auf den Tisch“, so Schwesig.

Die Nachricht platzt in das Brückenfest, das die Usedomer Eisenbahnfreunde heute organisieren. Seit Jahren kämpfen sie für den Brückenbau. „Das ist klasse“, sagt Vereinschef Günther Jikeli, „gut für Vorpommern.“ Argumente für die Brücke gebe es viele: Die Kaiserbäder brauchten eine sichere Zugverbindung für die vielen Touristen. Mit ICE-Tauglichkeit, betont Jikeli. Zudem gäbe es dann endlich eine schnelle Bahnzufahrt für Jobsuchende aus Süd-Vorpommern, die im Küsten-Tourismus gebraucht würden.

Auch Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) lässt positive Signale zur Karniner Brücke senden. Man werde „beim Bund weiterhin mit Nachdruck für diese neue Fernverkehrsverbindung eintreten“, erklärt seine Sprecherin. Sollte der Landtag Geld für die Planungen freigeben, werde das Ministerium „diesen Auftrag gern umsetzen“. Beim Bau einer neuen Brücke müssten jedoch Bund und Deutsche Bahn federführend sein. Den Antrag, die Karniner Brücke in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, hatte der Bund zuletzt nicht berücksichtigt.

Schwesig sagte am Freitag, die Regierung wolle sich generell des Verkehrsproblems auf Usedom annehmen: „Wir wollen gemeinsam mit der Insel ein Verkehrskonzept entwickeln.“ Dazu zählten auch Antworten auf zu erwartenden stärkeren Auto-Verkehr durch den Swinetunnel, der ab 2022 in Polen die Inseln Usedom und Wolin verbinden soll. In Zirchow setzt sich das Land für eine Ortsumgehung ein, obwohl die Straße nicht im Bundesverkehrswegeplan für kommende Jahre enthalten ist. Berlin hat für eine mögliche Ausnahme Wohlwollen signalisiert (die OZ berichtete). Ob dies auch ein Weg für die Karniner Brücke wäre, könne nur die Deutsche Bahn als Verantwortliche beantworten, heißt es aus dem Verkehrsministerium.

Das Land müsse jetzt mit den Planungen vorlegen, dann könne man wegen der Karniner Brücke auf den Bund zugehen, sagt Dahlemann. Die SPD hoffe, dass die CDU 200000 der 400000 Euo aus dem Strategiefonds übernimmt. In der CDU-Spitze wusste man gestern bis Freitag davon noch nichts.

Die Hubbrücke bei Karnin wurde 1876 errichtet und war zunächst eine Dreh-, später eine Hubbrücke. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie von der Wehrmacht gesprengt. Das verbliebene Teilstück ist heute ein Denkmal.

Pubantz Frank

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