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Usedom Batiken und Trommeln wie in Afrika
Vorpommern Usedom Batiken und Trommeln wie in Afrika
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00:00 31.08.2016

Das Willkommen für den senegalesischen Künstler Bassirou Sarr war herzlich beim ersten Wiedersehen nach einem Jahr im Benzer Kinderhaus „Himmelschlüsselchen“. Dort veranstaltet der 60-Jährige seit nunmehr 20 Jahren eine Afrikawoche mit Singen, Trommeln, Batiken und Theaterspielen. Kinderhausleiterin Verena Kurze meinte scherzhaft „wir sind gar nicht älter geworden“, während Bassirou Sarr auf seine ersten grauen Haare deutete.

Mittlerweile sind die ersten „Afrikawoche-Kinder“ längst erwachsen und so manches trägt sie noch in sich wie Paula Liesong, Tochter von Wiebke Liesong, die im Kinderhaus als Erzieherin arbeitet.

„Paula ist seit zwei Wochen in Kamerun in einem Kindergarten. In ihre Bewerbung hatte sie geschrieben: Ich habe mich seit dem Kindergarten für Afrika interessiert“, so ihre stolze Mama. Für ein Jahr wird Paula in Bamako ihren Freiwilligendienst bei der Organisation „Brot für die Welt“ absolvieren.

Davon sind die Kleinen im Benzer Kinderhaus noch weit entfernt. Sie freuten sich, den Schwarzafrikaner mit seinen überaus faszinierenden Dreadlocks wiederzusehen und mit ihm lauthals zu singen und kräftig zu trommeln.

So musikalisch begann die 21. Afrikawoche in Benz. Bis Freitag werden die Kinder das Theaterstück „Lied der bunten Vögel“ einstudieren und dann in der Kirche uraufführen. Darüber hinaus werden T-Shirts, Tücher und Stoffe nach traditioneller Art gebatikt. Außerdem freuen sich alle darauf, dass afrikanisch gekocht wird. Es gibt Couscous mit Gemüse und Erdnussbutter. „Da dürfen die Kinder mit den Fingern essen“, verrät Verena Kurze.

Bassirou Sarr hat in den vergangenen Jahren in seiner Heimat das Künstlerdorf N´Gaparou aufgebaut, wo er künftig ein halbes Jahr leben will. Seit 1990 ist der Senegalese in Berlin zu Hause, wo er zunächst auf Einladung des Jugendzentrums „Spirale“ ein Afrika-Sommerprogramm veranstaltete. „Kinder sind offener als Erwachsene“, sagt er und weiß, dass Fremdenhass vor allem dann entsteht, wenn man keinen Kontakt zu Fremden hat. „Ich trage meinen kleinen Teil zum Kontakt bei“, sagt er bescheiden und ist überzeugt, dass Vorurteile wegfallen, wenn man sich kennenlernt. Schließlich seien wir Menschen überall gleich, egal welcher Hautfarbe oder Religion wir sind.

Aufführung des Theaterstücks „Lied der bunten Vögel“ am Freitag, dem 2. September, um 16 Uhr in der Benzer Kirche

Dietmar Pühler

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