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Usedom Bauarbeiten schneiden Lieper Winkel ab
Vorpommern Usedom Bauarbeiten schneiden Lieper Winkel ab
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00:00 10.10.2018
Die Kreisstraße muss während der Arbeiten voll gesperrt werden – wegen des Arbeitsschutzes. Quelle: Fotos: Ingrid Nadler
Usedom

Es ist dunkel, noch nicht mal 6 Uhr, als die Mitarbeiter der Diakonie-Sozialstation ausschwärmen. Zeitdruck sind sie bei ihrer Arbeit zwar gewöhnt. Aber in dieser Woche schauen sie noch öfter auf die Uhr. Spätestens um 8 Uhr müssen sie raus sein aus dem Lieper Winkel, weil die Kreisstraße 34 dann wegen Bauarbeiten bis 16.30 Uhr voll gesperrt sein wird. Die Fahrbahn war in den Wochen zuvor abgefräst worden und soll eine neue Deckschicht erhalten.

Bis 16.30 Uhr ist die Kreisstraße 34 dicht / Anlieger reagieren gelassen

Bis dahin sind 31 Patienten je nach Pflegegrad medizinisch, pflegerisch und/oder hauswirtschaftlich zu versorgen. Das war im Vorfeld eine logistische Herausforderung für Pflegedienstleiterin Barbara Schulze. „Wir haben von der Straßensperrung ja erst aus der Zeitung erfahren. An uns hat im Vorfeld keiner gedacht, obwohl die Planung lange feststand“, bemängelt die Chefin.

Aber sie habe ein tolles Team, mit dem ein ausgeklügelter Plan funktionieren sollte. So bleiben mit Florian Holz und Annett Günther zwei in Warthe wohnende Altenpfleger die Woche über auf der Halbinsel, um von hier aus tagsüber die Versorgung der Pflegebedürftigen sicherzustellen und schnell reagieren zu können, wenn Notfälle auftreten. Und selbst auf ihr bestelltes Mittagessen müssen die Patienten in dieser so besonderen Woche nicht verzichten.

Hier kommt die Gemeinde ins Spiel. Bürgermeister Arno Volkwardt hat zugesichert, Robert Köster, Landwirt und Chef der örtlichen Feuerwehr, für einen Bringdienst zu entlohnen.

Und so funktioniert die Absprache: Diakonie-Mitarbeiterin Simone Zimmermann bringt die Thermo-Behälter mit dem Essen von Usedom nach Krienke, wo Robert Köster oder sein Vater Ewald um 11 Uhr zur Stelle sind und das Essen in Empfang nehmen. Mit ihren höhergelegten Fahrzeugen können sie den ansonsten schwierig zu passierenden Waldweg als Umgehung befahren. Die Verteilung obliegt dann wieder den Diakonie-Mitarbeitern. Überhaupt spürt man bei den Lieper Winklern wieder ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl und auch eine wohltuende Gelassenheit. So hört man immer wieder: Die paar Tage werde man schon überstehen. Die Straße müsse ja gemacht werden und darüber solle man sich freuen. „Wenn jemand tagsüber dringend nach Usedom muss, können sie mich getrost anrufen“, sagt beispielsweise Vize-Bürgermeister Jörn Dahms, der mit seinem Auto problemlos durch den Wald fahren kann. Gelassen bleibt auch Gudrun Oberländer, die in Rankwitz eine kleine Verkaufsstelle betreibt.

„Der Bäcker beliefert uns ganz früh und ist schon wieder raus, wenn die Straße um 8 Uhr dicht gemacht wird. Und auch die OZ sei dann längst da, erklärt die langjährige Zustellerin.

Das alles ist also gut zu meistern. Nicht zu vermeiden sind indes finanzielle Einbußen. So haben Vermieter von Urlaubsquartieren, die in der Herbstferienzeit besonders gefragt sind, potentiellen Interessenten absagen müssen. Die Inhaber der Fischgaststätte am Rankwitzer Hafen haben ihr Geschäft aus betriebswirtschaftlichen Gründen während dieser Woche geschlossen, während man sich im „Rankwitzer Hof“ und in der Gaststätte „Zum Storchennest“ in Reestow bei Bedarf auf Radwanderer eingestellt hat. „Nur am Donnerstag sind wir nicht da“, schränkt Doris Kreiseler vom „Rankwitzer Hof“

ein.

Dass das Straßenbauamt gerade diese Herbstwoche für die Sanierung der Straße gewählt hat, hat seinen guten Grund, denn wegen der Ferien entfällt die Schülerbeförderung. Damit der Anschluss an den UBB-Busverkehr in Krienke abgesichert werden kann, ist in der Dorfstraße in Fahrtrichtung Suckow eine Ersatzhaltestelle eingerichtet worden.

Warum die Kreisstraße nicht, wie sonst durchaus üblich, während der Bauarbeiten halbseitig befahrbar bleibt, wird vom Straßenbauamt mit arbeitsschutzrechtlichen Gründen beantwortet. Für eine halbseitige Sperrung sei die Straße einfach nicht breit genug. Die Deckschicht wird in voller Breite eingebaut.

Ingrid Nadler

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