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Usedom Baufälligkeit und Wildwuchs in städtischen Anlagen
Vorpommern Usedom Baufälligkeit und Wildwuchs in städtischen Anlagen
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08:06 25.04.2017
Viele der Wege in den städtischen Anlagen wachsen im Laufe der Zeit zu, da Sträucher und Bäume nicht mehr gepflegt werden.

Nur noch wenige Wolgaster verirren sich in ihre städtischen Anlagen. Wo zu früherer Zeit regelmäßig zu Volksfesten und sportlichen Veranstaltungen eingeladen wurde, herrscht heute triste Ödnis. Und daran wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern. Veranstaltungen von Seiten der Stadt seien in den 1843 vom Wolgaster Verschönerungsverein angelegten Anlagen nicht mehr geplant, teilt Gisela Kretschmer mit, Leiterin des Fachdienstes Bildung, Kultur, Soziales und Sport.

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Die Wolgaster Anlagen waren einst ein begehrtes Ausflugsziel für die Peenestädter und ihre Gäste. Heute wird das parkähnliche Areal nicht mehr gepflegt, hier und da als illegale Müllkippe missbraucht. Der Veranstaltungspavillon und das Belvedere verfallen – die Verwaltung hat kein Konzept.

„In den 1990-er Jahren“, so schildert Gisela Kretschmer, „gab es große Bemühungen, mit den angrenzenden Kleingärtnern den Pavillon in den Anlagen zu nutzen. Aber diese hatten keinen Erfolg.“ Zwar hegten viele reifere Peenestädter schöne Erinnerungen an Vergnügungsfeste in dem natürlichen Umfeld. „Aber bei den jungen Leuten hat sich das Verhalten gewandelt. Sie haben andere Ausflugsziele. Die Wolgaster orientieren sich heute eher in Richtung Wasser und Tierpark.“

Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) argumentiert ähnlich. „Wir haben uns vom 2014 erfolgten Eigentümerwechsel für das Belvedere mehr versprochen“, sagt er. Damals hatten junge Leute aus Vorpommern das ab 1873 errichtete Schlösschen gekauft, um die Gebäudeteile zu entrümpeln, die Bausubstanz zu sichern und das Objekt wieder nutzbar zu machen. Dies hätte in der Folge wieder mehr Publikum in die Anlagen ziehen können. Doch die Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Das einst so beliebte und unter Denkmalschutz stehende Ausflugsziel scheint verlassen und verfällt zusehends. Es ist nicht mehr ausreichend gesichert und Zielort für illegale Entsorgung von Hausmüll und diversem Bauschutt.

Auch der erwähnte Pavillon im Zentrum des Parks gilt laut Bürgermeister Weigler inzwischen als baufällig. „Aus baulicher Sicht gibt es dafür eigentlich nur eine Lösung: Den Pavillon bis auf die Plattform herunterzunehmen. Sollten später doch wieder Veranstaltungen stattfinden, kann hier eine mobile Bühne platziert werden“, findet Stefan Weigler. Weitere Sorgen bereiten das illegale Befahren der Anlagen mit Motocross-Maschinen und der Autoverkehr von und zu den angrenzenden Kleingärten. „Offiziell ist das Autofahren in den Anlagen verboten“, betont Weigler.

Bis vor kurzem war der Park insgesamt stark vermüllt. Kurz vor Ostern rückten dann Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt an, um das Areal von den gröbsten Verunreinigungen zu befreien. Insbesondere im Bereich der Zugänge zu den Kleingärten, so war zu erfahren, habe sich der Unrat konzentriert. Mehrere Multicar-Ladungen hätten abgefahren werden müssen. Der Gehölzbestand macht unterdessen einen ungepflegten Eindruck. Mehrere Wege wachsen allmählich zu. Fachdienstleiterin Gisela Kretschmer räumt gegenüber OZ ein, dass dies nicht in Ordnung sei: „Wir dürfen die Anlagen nicht verwildern lassen, sondern müssen sie für Spaziergänger und Erholungssuchende erhalten.“

Tom Schröter

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