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Baufehler kommen Stadt teuer zu stehen

Wolgast Baufehler kommen Stadt teuer zu stehen

Die Sanierung der Wolgaster Kita Brummkreisel geht weiter und kostet am Ende etwa 650000 Euro

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In diesem Frühjahr erfolgten in einem ersten Bauabschnitt (i.B.) für 61600 Euro vorbereitende Arbeiten für die nun in einem zweiten Bauabschnitt folgenden Sanierungsarbeiten am Kita-Dach, die wiederum 136000 Euro kosten sollen.

Quelle: Tom Schröter

Wolgast. Die in den 1990-er Jahren in Betrieb genommene Kindertagesstätte „Brummkreisel“ belastet den Haushalt der Stadt Wolgast weiter schwer. Bekanntlich wurde das idyllisch am Ufer der Spitzenhörnbucht gelegene Bauwerk auf instabilen Untergrund gesetzt, weshalb es derart absackte, dass mehrfach aufwendige Notsanierungen in Auftrag gegeben werden mussten. Noch immer sind die Folgen der fehlerhaften Gründung nicht restlos ausgemerzt. Vor Wintereinbruch sollen weitere umfangreiche Sanierungsarbeiten am Dach beginnen, die den ursprünglich auf 62000 Euro geschätzten Kostenrahmen enorm sprengen. Für die beabsichtigte Verkleidung der Attika sowie das Aufbringen einer Dämmschicht sind nämlich knapp 136000 Euro notwendig. Am Montagabend gab die Stadtvertretung für die Bereitstellung der Summe grünes Licht.

Auch die Arbeiten am Dach hängen mit den Absackungen des Kita-Gebäudes zusammen.“Stefan Weigler, Bürgermeister

Die im Zusammenhang mit der mangelhaften Gründung der Kita aufgetretenen Gebäudeschäden kommen die Stadt teuer zu stehen. 2007/2008 startete die Notsanierung des „Brummkreisel“. Um das Bauwerk im Nachhinein zu stabilisieren, wurden über 100 Stahlrohre gerammt. Fußbodenheizung und Estrich waren zu erneuern und aufgetretene Risse in der Bausubstanz zu schließen. Die Kosten beliefen sich laut Auskunft der Stadtverwaltung auf etwa 400000 Euro. Die erforderliche zeitweise Auslagerung der Kita ab Juli 2007 in ein Objekt im Industriegelände brachte weitere Aufwendungen mit sich. „Die dort nötigen Umbauten kosteten etwa 35000 Euro und pro Monat mussten wir als Stadt 1500 Euro Miete zahlen“, berichtet Vizebürgermeisterin Gisela Kretschmer.

Schon kurz nach dem Wiedereinzug ins angestammte Domizil Anfang März 2008 lauerten erneut unliebsame Überraschungen. Infolge der Absackungen wurden defekte Abflussrohre und starke Fußbodenneigungen festgestellt. Im Mai desselben Jahres wurden auch diese Mängel behoben – mit weiteren Kosten. Einige Reparaturen erledigte auch der Arbeiter-Samariter- Bund als Kita-Träger.

Immerhin: Das Schweriner Innenministerium steuerte 136 500 Euro bei, um die Stadt wenigstens etwas zu entlasten. Ende 2015/Anfang 2016 jedoch musste die Kommune in dem schier endlosen Sanierungsfall erneut Geld in die Hand nehmen. Für 61600, so teilte das Bauamt mit, wurden im ersten Bauabschnitt vorbereitende Reparaturen für die nun folgende Dachsanierung durchgeführt.

„Auch die Arbeiten am Dach hängen mit den Absackungen des Kita-Gebäudes zusammen“, sagt Bürgermeister Stefan Weigler. Durch die Neigung des Bauwerks habe sich Niederschlagswasser im Dach gesammelt, das dort im Laufe der Zeit zu immensen Schäden geführt habe. „Wir hoffen“, so Weigler, „dass wir damit die Sanierung der Kita endlich abschließen können.“ Künftig sollen regelmäßige Kontrollen am Kita-Objekt vorgenommen und darüberhinaus sichergestellt werden, dass der Träger bei etwaigen Anzeichen für Mängel schon frühzeitig die Stadt informiert. Auf Regressansprüche gegenüber den Planern oder Firmen, die mutmaßlich für die Gründungsfehler der Kita verantwortlich sind, hat die Kommune verzichtet. Laut Weigler hätten Anwälte der Stadt kaum Aussichten auf Erfolg eingeräumt.

Tom Schröter

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