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Usedom Baugenehmigung für Steinstraße ist da
Vorpommern Usedom Baugenehmigung für Steinstraße ist da
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17:13 02.11.2018
Die Baulücke in der Wolgaster Steinstraße soll ab Frühjahr kommenden Jahres bebaut werden. Die Genehmigung liegt jetzt vor. Quelle: Stefan Brümmer
Wolgast

Die Prognose von Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) zu Jahresanfang, dass sich 2018 mehrere Baukräne in der Stadt drehen werden, so etwa in der Langen Straße/Ecke Rathausplatz (Wohn- und Geschäftshaus) oder an der Chausseestraße/Ecke Saarstraße (neues Lidl-Einkaufszentrum), war offensichtlich zu optimistisch. Ein anderes Bauvorhaben aber, das geplante Wohn- und Geschäftshaus der Wolgaster Wohnungswirtschafts GmbH (Wowi) in der Baulücke der Steinstraße 15, wird nun tatsächlich realisiert. Denn endlich liegt die Baugenehmigung vor. OZ sprach mit Wowi-Geschäftsführer Jan Koplin über den weiteren Werdegang.

Herr Koplin, das für die Altstadt so wichtige Bauvorhaben der Wowi ist erheblich in Zeitverzug geraten. Ursprünglich sollte schon im 3. Quartal 2019 das Objekt eröffnet werden. Ein Termin, der nicht mehr zu halten ist. Worin sehen sie die Ursache für die Verzögerung?

Jan Koplin: Der entscheidendste Grund war wohl der, dass der Landkreis zu viel Zeit dafür benötigte, uns darüber in Kenntnis zu setzen, dass die vom Anklamer Ingenieurbüro D. Neuhaus & Partner GmbH erarbeitete Entwurfsplanung überhaupt genehmigungsfähig ist. Am 21. Dezember 2017 ging unser Bauantrag an den Kreis, erst Mitte Juli 2018, also sieben Monate später, kam das Okay der Behörde. Das dauerte einfach zu lange. Erst danach konnten wir in die Endplanung gehen und fehlende Unterlagen wie die Statik erarbeiten.

Hat sich das Projekt in seiner ursprünglichen Form verändert?

Ja, wir sind noch in die Tiefe gegangen. Zusätzlich zu den alten Planungen, also zwei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss und zwölf Wohneinheiten in zwei darüber befindlichen Vollgeschossen sowie einem Dachgeschoss, entsteht eine Tiefgarage mit 14 Stellplätzen. Das heißt, jeder Mieter hätte, wenn er es wünscht, Anspruch auf einen Tiefgaragenplatz. Ich glaube, das ist der richtige Weg. Wir wollen an einer wichtigen Stelle der Altstadt ein Objekt bauen, das zukunftsfähig ist, das ausstrahlt.

Was ist das Besondere des Hauses?

Der Wohnraum wird barrierefrei sein, der Fahrstuhl geht von der Tiefgarage bis hoch ins Dachgeschoss. Zudem wird das Objekt komplett vernetzt, jede Wohnung ebenfalls. Smart Home fähig – das intelligent vernetzte Zuhause. Sicherheit, also verschlossene Türen und Fenster, Licht, Heizung – alles lässt sich per Handy regeln. Wir wollen hier etwas Besonderes schaffen. Die Steinstraße 15 soll unser Vorzeigeobjekt werden.

Das seinen Preis hat?

Natürlich sind die Wohnungen nicht billig. Die Quadratmeterpreise werden sich etwa auf einem Level von 7,50 bis 8,50 Euro Kaltmiete bewegen. Je größer die Wohnfläche wird – es entstehen mehrere Zwei-, Drei- und eine Fünfraumwohnung – desto mehr sinkt der Quadratmeterpreis. Wir wollen, dass auch die großen Wohnungen bezahlbar sind. Der Bedarf ist da. Es gibt bereits eine Warteliste von über 40 Interessenten. Übrigens wird das Vorhaben für uns auch nicht billig. Summa summarum 3,9 Millionen Euro kostet die Investition, eine nicht unerhebliche Summe.

Noch aber gibt es die Baulücke, was sind die nächsten Schritte?

Es soll jetzt Tempo gemacht, aber nichts übers Knie gebrochen werden. Wir arbeiten akribisch an den Leistungsverzeichnissen. Die Ausschreibung soll noch 2018 rausgehen. Die Winterzeit werden wir dann nutzen, um Angebote einzuholen Schön wäre es, wenn wir es schafften, noch 2018 den ersten Spatenstich, sozusagen für die Gründung, hinzubekommen. Aber – zugegeben – dieses Ziel ist ein sehr sportliches. Zuvor sollen die Bauzaunfelder gestaltet werden, damit die Wolgaster sehen, was hier entsteht. Die gesamte Bautätigkeit wird sich also in das Jahr 2019 verlagern. Die Bauzeit wird mit rund anderthalb Jahren veranschlagt. Im Frühjahr 2019 soll es losgehen, die Fertigstellung ist für den Herbst 2020 geplant. Begonnen wird mit einer Pfahlgründung zu den benachbarten Grundstücken. Und noch etwas: die Schließung dieser seit über 30 Jahren bestehenden, hässlichen Baulücke mitten in der Wolgaster Innenstadt ist es uns als Wowi wert, ein Straßenfest zu organisieren und mit den Wolgastern zu feiern.

Stefan Brümmer

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