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Usedom Bauherr mit 90: Jürgen Thurow lässt Rohrdach erneuern
Vorpommern Usedom Bauherr mit 90: Jürgen Thurow lässt Rohrdach erneuern
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00:00 03.06.2017
Jürgen Thurow (2.v.l.) engagierte, wie einst nach dem Hausbau, Rohrdachdecker. Quelle: Foto: Dietrich Butenschön
Freest

Als Jürgen Thurow 1949 daran ging, in der Freester Oberreihe ein Haus für sich und seine Frau Christel zu bauen, sollten dabei vor allem zwei Dinge eine Rolle spielen: Zum einen sollte es aus Eichenholz aus dem Sägewerk im Rügenschen Ralswiek errichtet und zum anderen mit Rohr gedeckt werden. Ersteres hatte weniger heimatliche Gefühle des gebürtigen Rüganers als Grund, sondern die Bekanntschaft mit dem Besitzer des dortigen Betriebes. Denn: Gutes Bauholz war Mangelware.

Diese Voraussetzung wurde erfüllt, noch bevor der Betrieb verstaatlicht wurde. Doch mit dem Rohrdach wurde es zunächst nichts, denn das vom Bauherrn selbst geschnittene und zum Teil dazugekaufte Material wurde vom Hochwasser fortgeschwemmt. Die in Wolgast angefertigten Dachziegel erwiesen sich als schlechter Ersatz; sie zerfielen bald, und so kam Thurow zwangsläufig doch noch zu seinem Rohrdach.

Anfang der 1980-er Jahre machte sich der inzwischen verstorbene Freester Hans Holz daran, das Dach des Thurowschen Hauses mit heimischem Rohr zu decken. Holz, zwar kein Rohrdachdecker von der Ausbildung her, hat in der Region um seinen Heimatort an nicht wenigen Bauten seine handwerkliche Visitenkarte hinterlassen, die vielfach heute noch von seinem Können zeugt. Zwar gilt als ausgemacht, dass ein fachgerecht gedecktes Rohrdach gut und gerne 50 bis 60 Jahre halten kann, nur der First muss in kürzeren Abständen erneuert werden. Aber bei Jürgen Thurow hatten der Marder mit mehreren Einbrüchen und die nahen Kiefern mit ihrem für ein Rohrdach schädlichen Nadelfall derartige Schäden verursacht, dass nun eine komplette Erneuerung der Eindeckung nötig wurde.

Für den Hausherren gab es kein langes Überlegen: Er entschied sich für den Hohendorfer Klaus- Dieter Mann, der seit 1984 als Rohrdachdecker auf das für unsere Region so typische Handwerk spezialisiert ist. Er und seine Mitarbeiter Norbert Wienholz und Mario Güds sorgen nun dafür, dass das rund 200 Quadratmeter große Dach für die kommenden Jahrzehnte dem Thurowschen Haus zuverlässiger Schutz und Schmuck zugleich ist. Wobei Mann Wert auf die Feststellung legt, dass er und seine Kollegen nur einheimisches Rohr verarbeiten, das in diesem Falle von Rügen stammt. Womit sich ein weiterer Kreis zum Herkunftsort des Auftraggebers schließt.

Der fast 91 Jahre alte Jürgen Thurow sieht in der Investition nichts Ungewöhnliches. „Das Dach und das Haus werden meine Frau und mich überdauern. Unsere Nachfahren sollen, wenn wir nicht mehr sind, ihre Freude daran haben. Und wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass die Tradition der Rohrdächer gerade in unserem Heimatort Freest noch lange erhalten bleibt.“

Dietrich Butenschön

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