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Baumwipfelpfad Heringsdorf: Planer sind nun am Zug

Heringsdorf Baumwipfelpfad Heringsdorf: Planer sind nun am Zug

Bayern stellen Projekt vor / Geplante Fertigstellung: 2018

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Blick auf den Baumwipfelpfad im tschechischen Lipno. So ähnlich ist der Pfad auf Usedom geplant.

Quelle: Foto: Erlebnis Akademie Ag

Heringsdorf. Auf Augenhöhe mit mächtigen Baumkronen urwüchsiger Buchen, dazu ein faszinierender Blick über die Landschaft – für zwei Minuten durften die Heringsdorfer Gemeindevertreter dieses Naturerlebnis genießen. Die Investoren des geplanten Baumwipfelpfades nahe des Heringsdorfer Bahnhofes hatten bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstag einen Videofilm mitgebracht.

 

OZ-Bild

Bernd Bayerköhler

Wann die Abgeordneten und die erhofften Gästescharen real in schwindelerregender Höhe über den Küstenmischwald der Kaiserbäder laufen dürfen, steht noch nicht fest. „Die Eröffnung ist in der zweiten Hälfte 2018 geplant“, sagt Matthias Gütersloh, Projektmanager der Erlebnis Akademie AG. Die Aktiengesellschaft aus dem bayerischen Bad Kötzing will am Bahnhof hinter dem Bauhofgelände einen barrierefreien Baumwipfelpfad errichten, der bis zu maximal 22 Meter hoch und knapp 1300 Meter lang sein wird. Der Pfad verläuft an einem 33 Meter hohen Turm. Investieren will das Unternehmen aus Oberbayern rund sechs Millionen Euro.

„Derzeit stecken wir in der Bauleitplanung. Für die Änderung des Flächennutzungsplanes und für den Bebauungsplan liegen Vorentwürfe vor“, informierte Bernd Bayerköhler, Sprecher des Vorstands der AG, zum aktuellen Planungsstand. Die Firma betreibt gegenwärtig sieben Baumwipfelpfade in Deutschland (einen in Prora auf Rügen), Tschechien und der Slowakei. Heringsdorf könnte der achte werden.

„Wir wollen den Baumwipfelpfad im Wald hinter der alten Strandkorbhalle errichten. Der Turm soll auf der Fläche nahe des einstigen Bismarckturmes entstehen. Wir verwenden 90 Prozent unbehandeltes Douglasien- und Lärchenholz“, kündigte Bayerköhler an. Die alte Strandkorbhalle inklusive eines Anbaus soll den Eingangsbereich mit Büroräumen, Bistro und Shop beherbergen. „Entlang des Pfades sind didaktische Stationen sowie Spiel- und Erlebniselemente geplant. Zudem wollen wir ein Natur-Labor einrichten, um Schulen und Kitas Angebote zu unterbreiten“, so Bayerköhler.

Bis es aber so weit ist und die Bayern Baurecht bekommen, sind noch planerische Hürden zu überwinden. Überzeugungsarbeit gilt es auch noch in der Gemeindevertretung zu leisten. Joachim Schultz (BI), der sich als „Mann des Naturschutzes“ bezeichnet, freut sich nicht auf die Investition. Wegen des bestehenden Projekts auf Rügen sieht Schultz kein Alleinstellungsmerkmal für Usedom. „Ich glaube nicht, dass sie das Vorhaben so problemlos mit der Forstbehörde durchbekommen. Den Kur- und Heilwald sehe ich als Alleinstellungsmerkmal, das man dadurch in Gefahr bringen könnte“, so Schultz. Die Bayern sehen darin aber die größten Synergieeffekte des Projektes.

Heringsdorfs Bauamtsleiter Andreas Hartwig habe anfangs durchaus Zweifel bei dem Projekt gehabt. „Das hat sich inzwischen geändert. Es gibt jetzt mehr Für als Wider.“ Selbst Bedenken zur Verkehrssituation an der Kreuzung L 266/Bahnhof sieht Hartwig nicht: „Wir haben das verkehrstechnisch untersucht. Der Knoten ist leistungsfähig.“

1,26 Mio. Gäste

Die Akademie AG betreibt sieben Baumwipfelpfade in Europa. Weitere Pfade sollen in Andalusien, Budapest und Riga entstehen.

Die vier Anlagen in Deutschland besuchten nach Firmenangaben im vergangenen Jahr 1,26 Millionen Gäste.

Im 33 Meter hohen Turm ist ein 660 Meter langer Pfad mit einer maximalen Steigung von sechs Prozent geplant, der auch für Rollstuhlfahrer machbar ist.

Die Eintrittspreise liegen voraussichtlich für Erwachsene bei etwa 10 Euro, für Familien bei 23 Euro.

Henrik Nitzsche

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Ein Blick auf den Baumwipfelpfad im tschechischen Lipno: So ähnlich könnte das Projekt in Heringsdorf auf Usedom aussehen.

Die bayerische Erlebnis Akademie AG plant am Heringsdorfer Bahnhof den Bau eines Baumwipfelpfades. Am Donnerstagabend stellten die Investoren dem Gemeinderat das Projekt vor. Sechs Millionen Euro sollen verbaut werden.

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