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Usedom Begrow: „Ich bin bereit, die Abgabe zu zahlen“
Vorpommern Usedom Begrow: „Ich bin bereit, die Abgabe zu zahlen“
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00:00 10.05.2016

Er will zahlen, kann es aber (noch) nicht. Hotelier Lutz Begrow aus Korswandt, Inhaber des Best Western Baltic Hills Hotels, ist schon seit vielen Jahren der Meinung, dass Unternehmer, die auf Usedom arbeiten, eine Fremdenverkehrsabgabe leisten müssen. Da Korswandt allerdings keinen Kurortstatus vorweisen kann, braucht er nicht zu zahlen. Nur die in den Seebädern ansässigen Unternehmen müssen laut Verordnung diese Abgabe zahlen. Diese soll sich nun durch eine Novellierung des Kurortgesetzes und der kommunalen Abgabeordnung ändern.

„Die großen Eis-, Lebensmittel- und Wäschelieferanten kommen jeden Tag aus Stralsund, Neubrandenburg, Pasewalk und Rostock. Mit ihren großen Fahrzeugen fahren sie die Promenaden der Insel platt, aber zahlen keine Abgabe. Jemand, der hier arbeitet — und dabei noch umweltverträglichere Fahrzeuge als die anderen fährt — muss sie zahlen. Das ist ungerecht“, sagt der Unternehmer. „Meist kommen sie auch noch mit den schweren Autos, damit sie aus dem weit entfernten Firmensitz nicht zwei Mal fahren müssen.“

Begrow spricht sich seit einiger Zeit für eine inselweite Fremdenverkehrsabgabe aus. „Ich bin auch dafür, dass die UTG in eine neue Struktur aufgeteilt wird“, sagt er. „Am Ende soll es ja für alle gut sein und viele können davon profitieren. Wir sind eine Insel und sollten auch nach außen als eine Einheit auftreten“, betont er.

Auch in Sachen Kurtaxe hat der Hotelier seine eigene Meinung: „Ein Großteil meiner Gäste fährt während des Urlaubs zum Beispiel in die Kaiserbäder. Dass sie dort vor Ort einen Automaten suchen oder in die Tourist-Info fahren, um die Kurtaxe zu entrichten, ist praxisfern. Meist werden sie erst am Strand darauf angesprochen und zahlen dann. Ich habe dem Heringsdorfer Kurdirektor Thomas Heilmann bereits den Vorschlag unterbreitet, dass man auf unserem Hotelgelände einen Automaten aufstellen könnte. Allein durch unser Haus hätte die Gemeinde Mehreinnahmen von rund 50 000 Euro. Eine positive Reaktion blieb bis heute leider aus.“

Er findet es bedauerlich und schade, dass sich „Kleingeister“ der Insel Usedom in sämtliche Angelegenheiten via E-Mails und Briefe einmischen, wovon sie eigentlich die Finger lassen sollen. „Es gibt Menschen, die haben zu jedem Thema etwas zu sagen. Und das immer wieder. Kaum stößt man ein Projekt an, wird es von anderen zerredet“, sagt Begrow. „Diese Kleinstaaterei muss endlich mal aufhören.“

Lutz Begrow, der mit Hotelier Michael Raffelt vom Best Western-Hotel aus Koserow befreundet ist, schätzt seine Arbeit. „Er engagiert sich für die Insel. Für den Tourismusverband Insel Usedom hat er schon viel geleistet“, sagt Begrow.

Von Hannes Ewert

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