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Usedom „Beim Kino hatten wir Stammplätze“
Vorpommern Usedom „Beim Kino hatten wir Stammplätze“
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00:00 16.03.2016

Heute vor 60 Jahren haben sich Irmgard und Günter Schmidt aus Usedom das Ja-Wort gegeben. „Es war kein schönes Wetter, sondern ein regnerischer Tag", erinnert sich der heute 80-Jährige. Gefeiert wurde im Elternhaus der Braut in Ulrichshorst. Getraut wurde das Paar in der Zirchower Kirche, wohin traditionsgemäß mit der Kutsche gefahren wurde.

Beide sind ein Leben lang der Insel treu geblieben. Und seit vielen Jahren namentlich der Stadt Usedom. Hier hat Schmidt als junger Mann die Zecheriner Brücke mit aufgebaut. Als Schlosser war er ein gefragter Fachmann. Ob bei der Maschinen-Ausleihstation (MTS), später im Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) oder danach als Materialbeschaffer in der LPG, Arbeit hat es genug gegeben. Besonders im Sommer ging es oft bis spät in den Abend hinein. „Deshalb mochte ich den Winter immer lieber, weil wir da unseren Vati wenigstens zu Gesicht bekommen haben“, sagt Tochter Elke. Sie ist mit zwei Brüdern aufgewachsen.

Auch ihre Mutter war, wie damals üblich, immer berufstätig. Irmgard Schmidt, die heute 84 ist, hat im Hort und im Kindergarten gekocht und war dann viele Jahre Arbeiterin in der Inselmühle. Bis vor drei Jahren hatte das Rentnerpaar am Ratskamp noch seinen Kleingarten, den vor allem Günter Schmidt gehegt und gepflegt hat. Aus gesundheitlichen Gründen ist damit Schluss. Sie haben zum Glück gleich einen Nachfolger gefunden, sodass das Grundstück nicht zum Brachland verkommt. Jetzt lassen sie es gemütlicher angehen. Vor ein paar Jahren sind sie noch gern zusammen Rad gefahren, haben vor allem den Usedomer Winkel unter ihre Pedale genommen. Heute machen sie dafür Spaziergänge. Er löst mit Vorliebe Kreuzworträtsel, für sie gehört das Zeitunglesen zur schönen Alltagsroutine. Und sie ist für ihren Ehemann noch immer die allerbeste Köchin.

Wenn sie auf ihr Leben in Usedom zurückblicken, dann sind es auch Erinnerungen an Geselligkeit, auch an viele schöne Tanzabende im „Deutschen Haus“. „Wir hatten sogar eine eigene Tanzkapelle in Usedom“, erinnert sich Schmidt. Und bei Häger (Norddeutscher Hof) im Saal war Kino, da hatten wir schon unsere Stammplätze.“ Als wir beim gemütlichen Kaffeetrinken dann unweigerlich auf den Hafen und seine Ausbaupläne zu sprechen kommen, muss Günter Schmidt schmunzeln: „Von der Brücke nach Paske wurde schon in meiner Kindheit immerzu gesprochen.“ Warten wir's ab.

Die Feier ihrer Diamantenen Hochzeit richten Tochter Elke und Schwiegersohn Wolfgang in ihrem Haus in Pinnow aus. Weil neben den berufstätigen Kindern auch fünf Enkelkinder und zwei Urenkel dabei sein sollen, wird die Festtagstorte erst am Freitag angeschnitten. Gratulieren, Gesundheit und Glück wünschen, das will die OZ im Namen ihrer Leser aber schon heute.

Von Ingrid Nadler

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