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Usedom Belasteter Boden verzögert Wohnpark am Fischmarkt
Vorpommern Usedom Belasteter Boden verzögert Wohnpark am Fischmarkt
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00:00 16.03.2016

Erneuter Dämpfer für den künftigen „Wohnpark Am Fischmarkt II“ in Wolgast (Siehe: Karte). Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) teilte jetzt mit, dass auf dem etwa 7000 Quadratmeter großen Areal in Nachbarschaft der ASB- Kindertagesstätte „Brummkreisel“ bei einer Altlastenuntersuchung Bodenkontaminationen festgestellt worden seien. „Wir haben dort derart hohe PAK-Belastungen, dass, wenn das Gebiet bebaut werden soll, zuvor ein Bodenaustausch notwendig ist“, sagte Weigler.

PAK steht als Abkürzung für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die sich unter anderem in bei der Verkokung von Steinkohle anfallendem Teer befinden. PAK wird ein Gesundheitsrisiko nachgesagt. Unklar ist die ursprüngliche Herkunft der Belastung auf dem besagten Grundstück, auf dem sich zu DDR-Zeiten der Kreisbauhof befand. Laut Weigler könnte es sich um Abprodukte aus dem nahen früheren Gussstahlwerk auf der Schlossinsel handeln, die am Ufer der Spitzenhörnbucht abgelagert worden sein könnten.

Eigentümer des Areals ist die LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH. Diese plant seit nunmehr über zehn Jahren besagten Wohnpark. Vorgesehen ist der Bau von zehn zweigeschossigen Gebäuden mit insgesamt 28 Wohneinheiten. Georg Lembcke betreut das Projekt, dessen Umsetzung sich durch die Bodenkontaminationen weiter verzögern werde, wie er sagte. In der Vergangenheit hätten Probleme mit der Löschwasserversorgung und eine auf dem Gelände verlaufene Entwässerungsleitung die Erarbeitung des Bebauungsplanes bereits in die Länge gezogen. Lembcke will jedoch nicht von im Erdreich ruhenden „Altlasten“ sprechen: „Es handelt sich um oberflächennah verunreinigten Boden. Punktuell und nicht flächendeckend wurden bei Bohrungen Teerpappe und Asbest ermittelt“, teilte er stattdessen mit.

Laut Lembcke hält die LGE, in der das Land MV und die Landgesellschaft MV Gesellschafter sind, an dem Wohnpark-Projekt fest. Der Bebauungsplan werde überarbeitet und den neuen Gegebenheiten angepasst. „Wir haben hier ein attraktives Grundstück direkt am Wasser“, meint er. Bevor allerdings gebaut werden könne, seien mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt, der Kreisverwaltung und der Stadt Maßnahmen zur Beseitigung des belasteten Bodens abzustimmen. „Die Verunreinigungen werden, begleitet von Spezialisten, ausgeräumt. Die Durchführung unterliegt einer ständigen Kontrolle“, so Lembcke.

Per Beschluss setzte die Wolgaster Stadtvertretung in dieser Woche das Bauleitplanverfahren solange aus, bis der Mangel behoben ist. Denn: „Wir als Stadt müssen ausschließen, dass von dem Grundstück eine Gefahr für Leib und Leben der Personen ausgeht, die dort später wohnen“, betonte Bürgermeister Weigler. Er informierte zudem, dass nach Bekanntwerden der Schadstoffbelastung auch Probebohrungen auf den angrenzenden Grundstücken erfolgt seien. „Auf dem Gelände des ,Brummkreisel‘ können wir eine Belastung ausschließen“, sagte er. Auf dem Areal in Richtung Schilfhaus seien nur an einigen Stellen Belastungen gefunden worden. „Diese Bereiche können wir später versiegeln, um Parkplätze darauf anzulegen.“

Von Tom Schröter

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