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Usedom Besuch von Freunden mit vielen bewegenden Momenten

Brigitte Kirmse aus Henstedt-Ulzburg erinnerte an ihren 1945 auf der Flucht verstorbenen Bruder, der sein Grab auf dem Golm hat

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Ich sehe meine Mutter vor mir, wie sie meinen toten Bruder einer Kranken- schwester weinend in den Arm legt.Brigitte Kirmse, Henstedt-Ulzburg

Usedom. Wie kam es nur, dass plötzlich alles wieder so gegenwärtig war. Brigitte Kirmse, die mit mehr als 60 Einwohnern ihrer Gemeinde Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) am Wochenende zu Gast in Usedom war, wischt sich die Tränen aus den Augenwinkeln. Sie hat eine besondere Verbindung zu Usedom, hat Erinnerungen, die lange verblasst zu sein schienen.

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Brigitte Kirmse aus Henstedt-Ulzburg erinnerte an ihren 1945 auf der Flucht verstorbenen Bruder, der sein Grab auf dem Golm hat

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Es waren die letzten Kriegswochen, als ihre in der Nähe von Königsberg lebende Familie plötzlich nur noch aus Flüchtlingen bestand. Der Vater war im Krieg und die Mutter mit vier Kindern mit dem Treck unterwegs und in großer Not. Im März waren sie in Swinemünde angekommen, hatten wie durch ein Wunder sogar den Bombenangriff überstanden, als Dietmar, der Kleinste ihrer Geschwister, vor Erschöpfung starb. „Ich sehe meine Mutter noch vor mir, wie sie meinen toten Bruder einer Rot-Kreuz-Schwester weinend in den Arm gelegt hat. Er war nicht mal drei Jahre alt geworden.“

Viele Jahre später, Henstedt-Ulzburg war zu Beginn der 1990er-Jahre Partnergemeinde von Usedom geworden, hat Brigitte Kirmse bei einem gemeinsamen Besuch der Kriegsgräbergedenkstätte auf dem Golm auf einer der Tafeln den Namen Dietmar Neureiter gelesen. Es war der Name ihres kleinen Bruders.

Die Gruppe war am Strand von Zinnowitz nach Zempin unterwegs, als die 76-Jährige ihre Geschichte erzählt hat. Mitglieder des Freundeskreises, der die Städtepartnerschaft zwischen den Gemeinden in Ost und West pflegt, hatten in der beginnenden Dunkelheit Fackeln verteilt. Vielleicht war es diese Stimmung, die die Erinnerung wach werden ließ.

Gespräche wie diese machen Partnerschaftstreffen zu etwas Besonderem. Sie finden seit 26 Jahren zum Tag der Einheit immer wechselseitig in Usedom oder Henstedt-Ulzburg statt. So lernt man sich besser kennen und einander verstehen. Diesmal hatten die Gastgeber unter anderem einen Besuch in der Bugenhagen-Werkstatt in Heringsdorf organisiert. Betriebsleiter Olaf Wenzel konnte beeindruckend erläutern, wie 130 Mitbürgern mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird. Dass er und eine Mitarbeiterin dafür ihren freien Tag geopfert haben, haben ihnen die Schleswig-Holsteiner besonders angerechnet.

Das Partnerschaftstreffen ist am Tag der Einheit mit einem Gottesdienst und einer Festveranstaltung in der Aula feierlich zu Ende gegangen. Hier hatten sich auch Gäste aus der polnischen Partnergemeinde Wolin und aus dem französischen Maurepas dazu gesellt und in kurzen Ansprachen betont, wie wertvoll diese freundschaftlichen Kontakte ihnen seien. Die zur Umrahmung der Feierstunde engagierten Lieper Winkelschen Danzlüh müssen sich von dem begeisterten Applaus regelrecht beflügelt gefühlt haben.

Bevor die Kameraden der Feuerwehr ihre Gulaschkanone zum abschließenden Mittagessen in Stellung gebracht hatten, gab es noch ein Geschenk. Der Freundeskreis Usedom in Henstedt-Ulzburg, die Stadt Usedom und der hiesige Schulförderverein haben ihr Geld zusammengelegt und für die Hortkinder Tische und Bänke für den Außenbereich besorgt.

Ingrid Nadler

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