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Usedom Betrieb am Airport Heringsdorf in Gefahr
Vorpommern Usedom Betrieb am Airport Heringsdorf in Gefahr
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00:00 20.04.2013
Zwei Flugzeuge zeitgleich am Flughafen Heringsdorf: Eins startet, das andere befindet sich bereits auf der Landebahn. Ob hier auch in den n�chsten Jahren so viel Betrieb herrscht ist fraglich, denn noch fehlt es an neuen Investoren. Quelle: jürgen merkle
Heringsdorf

Der Flugbetrieb in Heringsdorf könnte noch in diesem Jahr in Gefahr geraten. Grund ist die noch immer anhaltende Suche nach neuen Investoren für den defizitären Airport. „Wenn das nötige Geld nicht zusammen kommt, dann wäre davon auch der Flugbetrieb 2013 betroffen“, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Merkle.

Hintergrund ist, dass der selbst hochverschuldete Landkreis Vorpommern-Greifswald als bislang alleiniger Gesellschafter seinen Zuschuss in Höhe von 500 000 Euro auf die Hälfte reduzieren will. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Lokalpolitiker bereits im vergangenen Jahr. Bis zum März sollte ein Konzept auf dem Tisch liegen. Diese Frist ist längst abgelaufen.

Doch die Beteiligten schieben sich gegenseitig die Schuld für die noch immer anhaltende Misere zu. Eigentlich gilt Die Gemeinde Heringsdorf schon lange als einer der aussichtsreichsten Kaufkandidaten. „Aber uns wurde immer noch kein schriftliches Angebot gemacht, wie viel Prozent wir bekommen können, und was sie kosten sollen“, beklagt Bürgermeister Lars Petersen. Sein Plan ist es, mindestens 25,1 Prozent der Anteile zu kaufen, um ein Vetorecht bei einer möglichen Schließung des Flughafens zu haben.

Flughafenchef Merkle wiederum weist die Kritik von sich. Es habe auf der Arbeitsebene bereits konkrete Verhandlungen gegeben, sagt er. Und weiter:„Nun liegt es an Heringsdorf, erstmal einen grundsätzlichen Beschluss zu fassen.“ Die Gemeindevertreter wollen sich auf ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag zu dem Thema positionieren. Der Landkreis selbst teilt lediglich mit, dass man sich weiter in Verhandlungen mit potenziellen Partner befinde.

Doch all das kostet Zeit, die der Flughafen eigentlich gar nicht mehr hat. Und ob am Ende wirklich genügend neue Geldgeber aufgetrieben werden können, scheint fraglich. Thilo Naumann von der Arbeitsgemeinschaft der Hoteliers am Flughafen Heringsdorf (Arge) kündigt bereits an, nicht noch mehr Geld in den Airport stecken zu wollen. Die Hoteliers garantieren den Airlines eine Grundauslastung an Tickets, die sie wiederum an ihre Gäste weiter verkaufen können. Dadurch gelten sie als einer der wichtigsten Partner. Naumanns Angaben zufolge gebe die Arge bereits 350 000 Euro im Jahr für das Marketing aus. Außerdem sorge sie dafür, dass weitere 500 000 Euro über Gebühren beispielsweise für Landeerlaubnisse in die Kassen gespült werden. „Wir zahlen ohnehin schon am meisten. Jetzt ist der Landkreis pleite und will uns noch mehr Kosten aufdrücken. Das geht nicht“, meint Naumann.

Aufgrund der ungewissen Zukunft des Flughafens investiert Naumann nur noch mit angezogener Handbremse, wie er sagt. Die anfliegenden Airlines könnten es ihm bald gleichtun, solange die Diskussionen andauern. Naumann: „Es muss endlich eine langfristige Lösung für die nächsten zehn Jahre her.“

Flugplan Heringsdorf
5 deutsche Großstädte sind im Jahr 2013 per Direktflug mit der Insel Usedom verbunden. Dazu können Gäste aus der Schweiz sowie aus Österreich und Polen im Nordosten landen. Vom 4. Mai bis 26. Oktober geht‘s zum Beispiel jeweils samstags von Düsseldorf und Stuttgart im Direktflug auf die Sonneninsel. Im gleichen Zeitraum fliegt auch eine polnische Airline Usedom einmal wöchentlich aus Dortmund und vom Flughafen Köln/Bonn aus an. Urlauber aus Wien landen vom 15. Juni bis 21. September auf Usedom.

Alexander Müller

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