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Usedom Bigband-Sound voller Vitalität
Vorpommern Usedom Bigband-Sound voller Vitalität
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00:00 12.10.2018
Kölpinsee

Mit dem Konzert der namhaften, von Helge Albin geleiteten Tolvan-Bigband hat das 25. Usedomer Musikfestival in seiner letzten Woche eine tolle zusätzliche Klangfarbe erhalten. Am Mittwochabend begeisterten die 18 Mitglieder des seit fast vier Jahrzehnten am internationalen Jazzmarkt gut verankerten Ensembles die Gäste im großen Saal des StrandhotelsSeerose“ jedenfalls bestens. Passend zur Lokalität, die jedes Frühjahr zum Treffpunkt von Freunden des Jazz, Dixieland und improvisierter Musik wird, lieferten die Gäste aus Malmö ein erstklassiges Konzert ab, bei dem sie rund zwei Stunden lang mit ausnahmslos eigenen Kompositionen und einer überragenden Klangschärfe zu gefallen wussten.

Die Tolvan-Bigband überzeugte das Publikum im Strandhotel „Seerose“

Ihre schier unbändige Spielfreude bewies die Band sowohl im Gesamtsound als auch mit ausgiebigen, zum Teil doppelten Soli, die die Zuhörerschaft im zweiten Teil des Abends phasenweise sogar von den Stühlen riss. Wurde die 1998 erschienene CD der Bigband („Plays the Music of Helge Albin“) von der Kritik noch als „merkwürdig blass und blutleer“ kritisiert, war auf Usedom genau das Gegenteil der Fall.

Sowohl gemeinsam als auch individuell überzeugten die ganz in Schwarz auftretenden Musiker um Helge Albin und Cennet Jönsson mit brillanten Instrumentals. Besonders das äußerst präzise Agieren der Künstler wusste restlos zu überzeugen. Dass offene, improvisierte Teile von Titeln mit stringent vorgegebenen Parts einher kamen, gilt als besonderes Markenzeichen der Band und wusste zu gefallen.

Hier sind ausnahmslos Meister ihres Faches am Werk, weshalb nahezu sämtliche Bandmitglieder auch ausgiebig Gelegenheit bekamen, sich individuell auf der beinahe etwas knapp bemessenen Bühne erfolgreich zu produzieren. Die meisten der insgesamt neun aufgeführten Titel (inklusive einer großartigen Zugabe) sprühten vor Lebensfreude, Drive und – ja auch – bemerkenswerter Lautstärke.

Manches, was Albin, Jönsson und Co. zu Gehör bringen, ist nahezu sinfonischer Natur, ohne dass ihnen dabei der Spaß an moderner Musik abhanden käme.

Im Programm zu ihrem Konzert wird der Jazz der Schweden-Band so beschrieben: „harmonisch reich, elegant und raffiniert“. Wo alle drei Aspekte in voller Intensität aufeinander treffen, ist ihr Spiel einfach nur großartig – so wie in der „Seerose“.

Steffen Adler

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