Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Bilder und Klänge unter dem Dach der Kaffeemühle
Vorpommern Usedom Bilder und Klänge unter dem Dach der Kaffeemühle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 06.06.2017
Wolgast

Die Künstler Jens Kuhle und Hartmut Dorschner verbinden Bild- und Tonklänge zu einer einzigartigen Komposition. Im Wolgaster Museum „Kaffeemühle“ kann man diese erleben und Überraschendes entdecken. Ein Saxophon erklingt, Vogelgezwitscher begleitet den Betrachter durch die Ausstellung. Auf den ersten Blick scheint dem Besucher der am Sonnabend eröffneten Präsentation mit Arbeiten des Grafikers Jens Kuhle und akustischen Installationen des Saxophonisten Hartmut Dorschner alles vertraut.

Bilder an den Wänden, in der Mitte des Saals ein Objekt aus Holz und Glas mit Figuren und Schrift wollen erkundet werden. Vielleicht aber doch erst die Grafiken? Es geht etwas Magisches von ihnen aus. Mit dem Reduzieren der Farbe auf vielfältige Grautöne und zartes Gelb hat Jens Kuhle eine Farbigkeit erzeugt, die für sich spricht. „Es ist nicht notwendig, mit allem zu schreien“, sagt er.

„Leise kann stark sein.“ Was die Gäste der Vernissage unwillkürlich näher an die Bilder herantreten lässt, sind die als Schrift erkennbaren Buchstaben, aus denen beim besten Willen keine Worte werden.

Um in seiner Kunst Buchstaben als reine sinnfreie Grafismen verwenden zu können, hat Kuhle sinnhafte Texte beliebig und nicht decodierbar verändert. „Die normale Sprache“, sagt er, würde „den Sinn seiner Bilder verändern.“ Die Sache scheint kompliziert. In ihrer Gesamtheit ebenso faszinierend, denn noch bevor Museumsleiterin Barbara Roggow die Ausstellung eröffnet, befinden sich die Gäste in angeregten Gesprächen. Gesprächen über die Kunst. Größtenteils ausgehend von den unweigerlich fehlschlagenden Versuchen, die rätselhaften Buchstabenkonstellationen zu entschlüsseln, lassen sich die Betrachter der Arbeiten auf sie ein, lassen sich inspirieren. Für Hartmut Dorschner „das Beste, was Kunst erreichen kann.“ Kämen so doch die Leute in eine Art Fluss und Lebensgenuss und könnten nachempfinden, was den Künstler bei seiner Arbeit bewegt hat.

„Glückwunsch“, sagt Matthias Wegehaupt. Der Künstlerkollege ist des Lobes voll und hebt die Atmosphäre der Ausstellung hervor. PAT nennen Kuhle und Dorschner das bis zum 23. Juli in der Ausstellung zu entdeckende „multimediale Experiment mit Klanginstallation und Videoclip“. Eine Ausstellung, die auf den ersten Blick vertraut erscheint, einen zweiten braucht, um Inspiration und Genuss zu finden und einen dritten Weg beschreibt, den die Künstler als „durchaus wertvoll“ betrachten. PAT, das ist ein Zustand ohne Sieg und Niederlage.

Ines Kakoschke

Mehr zum Thema

Sie mag kolossale Kunst. Und mit einem solchen Werk ist die argentinische Avantgardekünstlerin Marta Minujín auf der documenta 14 zu bewundern. Wie immer haftet auch ihrem Büchertempel eine politische Botschaft an.

01.06.2017

Christopher Walther will mit der Schau künstlerisches Wirken auf dem Darß würdigen

02.06.2017

Einzigartige Cartoon-Ausstellung in Prerow bietet nun auch Workshops

03.06.2017

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald erweitert seinen Verwaltungssitz in der Greifswalder Feldstraße. Am kommenden Montag erfolgt die Grundsteinlegung für den zweiten Bauabschnitt.

06.06.2017

Historisches Spektakel lockte zahlreiche Gäste ins Ostseebad und erinnerte an vergessene Zeiten

06.06.2017

Buddenhagener feierten die 25-jährige Gemeindepartnerschaft

06.06.2017
Anzeige