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Bio-Flatrate: Wangelkower Hof hat schon über 100 Mitglieder

Wangelkow Bio-Flatrate: Wangelkower Hof hat schon über 100 Mitglieder

Der Betrieb „Schwarze Schafe“ im Dörfchen bei Lassan stellte auf solidarische Landwirtschaft um. Die Verbraucher erhalten Lebensmittel direkt vom Hof.

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Regelmäßig beliefert Biolandwirtin Claudia Pupke Abholstationen in Pulow/Papendorf und in Greifswald mit ihren Produkten.

Quelle: Tom Schröter

Wangelkow. Seit gut einem Jahr geht es Biolandwirtin Claudia Pupke wirtschaftlich wieder besser. In den Jahren 2009/2010 war der Hof „Schwarze Schafe“, den sie zusammen mit Ines Wolf in Wangelkow bei Lassan bewirtschaftet, in arge Nöte geraten. „Damals hatten wir extrem verregnete Sommer und starke Winter. Die Folge waren Futtermangel, ein schlechter Gesamtzustand unserer Tiere und auch Einbrüche beim Verkauf unserer Waren“, berichtet die 45-Jährige. „Hinzu kam eine zunehmende soziale Isolation, weil wir nur noch gearbeitet haben. Irgendwann wussten wir, dass es so nicht weitergehen konnte.“

Eine neue Geschäftsgrundlage fanden Claudia Pupke und ihre Mitstreiterin im Modell „Community- supported agriculture“ (CSA). Dieses basiert auf einer solidarischen Landwirtschaft. „Das Prinzip beruht darauf, dass die Mitglieder unserer Kooperative die gesamten Kosten des Hofes über einen monatlichen Beitrag decken. Im Gegenzug steht ihren das gesamte Warensortiment des Hofes zur Verfügung“, erklärt die Bäuerin.

Ende 2011 begannen die Wangelkowerinnen, für ihr Modell die Werbetrommel zu rühren. Sie veranstalteten im Lassaner Winkel und in Greifswald mehrere Info- Veranstaltungen. „Es kamen immer zwischen 25 und 30 Interessierte und fast jeder hat sofort im Anschluss die Vereinbarung mit unserem Hof unterschrieben“, berichtet Claudia Pupke, die auch spezielle Flyer an Kunden auf dem Ökomarkt am Greifswalder Fischmarkt verteilte, auf dem sie seit Jahren jeden Freitag mit selbst erzeugten Produkten präsent ist.

„Unser CSA-Modell, das z. B. in Japan und den USA für viele private Haushalte gängige Praxis ist, läuft erfolgreich“, berichtet die Landwirtin. „Ende 2012 hatten wir 78 Kunden. Aktuell sind es bereits etwa 120, wobei wir immer nur die erwachsenen Abnehmer zählen.“ Der monatliche Beitrag belaufe sich durchschnittlich auf etwa 40 Euro pro Kunde. Zur Palette der auf dem Hof erzeugten Produkte gehörten je nach Jahreszeit u. a. Schafskäse, Joghurt, Schnitt- und Frischkäse, Schweine-, Schaf- und Lammfleisch bzw. —wurst, und Quark. Zudem verlassen sechs unterschiedliche, im Holzofen selbst gebackene Sorten Brot den Hof. Das Wangelkower Roggen-Dinkel-Brot mit Kürbiskernen wurde 2012 von der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ prämiert.

Marcus Weinkauf aus Ladebow zählt zum Kundenstamm. „Angefangen hat es mit dem Roggenbrot, das auch meinen Kindern wunderbar schmeckt“, erzählt der 29-Jährige, der in Greifswald Technischen Umweltschutz studiert. „Auch Frischkäse und Quark hole ich mir immer frisch. Heute habe ich gesehen, dass es auch Sahne gibt — die nehme ich gleich mit.“

Marcus Weinkauf und die anderen Greifswalder Kunden bedienen sich unter anderem in der Abholstation im Bioladen in der Brinkstraße. Hier lagern die regelmäßig angelieferten Milch- und Fleischprodukte im Kühlschrank. Auch frisches Brot kann von hier mitgenommen werden. Eine weitere Abholstation befindet sich in Pulow/Papendorf. „Die Kunden tragen die Entnahmemengen in eine Liste ein, so dass alle eine Übersicht haben. Es handelt sich nicht um ein Abo-System, sondern alles basiert auf gegenseitigem Vertrauen“, erklärt Claudia Pupke. Die Biolandwirtin ist auch weiterhin auf dem Ökomarkt in Greifswald anzutreffen. „Allerdings verkaufe ich dort meist nur noch Brot. Die anderen Produkte sind für meine CSA-Kunden reserviert.“

Hof lädt Interessierte ein
Am morgigen Sonntag und am 7. April laden Claudia Pupke und Ines Wolf Interessierte jeweils von 11.30 bis 16 Uhr zu einem „Offenen Frühstück“ auf ihren Hof „Schwarze Schafe“ in Wangelkow ein. Auch eine Hofführung wird angeboten.


Auf dem Hof werden u. a. sechs Angler Sattelschweine und 45 Schwarze Ostfriesische Milchschafe. Zurzeit zählen 60 Lämmer zur Herde.


Die Milchschafe werden manuell und maschinell gemolken. Seit 2008 steht ein moderner Offenstall mit Hängedecke zur Verfügung. Am 12. Mai veranstaltet der Hof von 11.30 bis 17 Uhr einen „Tag der offenen Tür“.

Tom Schröter

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