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Bischof im Kessel erlebt Renaissance

Wolgast Bischof im Kessel erlebt Renaissance

Sanierung der Gewölbe im Chorumgang der Wolgaster St. Petri-Kirche wird nun fortgesetzt

Wolgast. Einige der in den Gewölben der Wolgaster St. Petri-Kirche verewigten Malereien muten martialisch an. Da prangt zum Beispiel die Darstellung des Bischof Erasmus von Antiochia, der, lebendig seiner Eingeweide beraubt, in einem mit kochendem Öl gefüllten Kessel sitzt, um diesem später unbeschadet zu entsteigen. Zu sehen ist auch Apostel Bartholomäus, ein Jünger Jesu, dargestellt mit abgezogener Haut und einem Messer. Mit diesen und weiteren Heiligendarstellungen verbinden sich historische Geschichten und Mythen, die ihren festen Platz in der über 2000-jährigen Kirchengeschichte haben.

„Zu den Darstellungen in den Gewölben des Chorumgangs unserer Kirche gehören, neben den Heiligenbildern, auch mehrere Zunftzeichen, die auf Spender aus der damaligen Zeit hindeuten“, erklärt Gemeindemitarbeiter Ulrich Kober. Er verweist dabei beispielhaft auf die Schere der Schneider und den Kamm der Weber. „Die Ausmalungen stammen allesamt aus der Bauzeit der Kirche Anfang des 15.

Jahrhunderts und haben somit auch die verschiedenen Kirchenbrände überdauert.“ Als St. Petri letztmalig 1920 in Flammen stand, wurden die uralten Malereien anschließend sorgsam von Ruß und anderem Schmutz befreit. Während ein Großteil des Kircheninneren mit einer monochromen Farbfassung übertüncht wurde, blieb das wertvolle Dekor der Nachwelt bis heute erhalten.

„Trotzdem“, so berichtet Ulrich Kober, „hat sich auf den Gewölben im Verlauf der letzten knapp 100 Jahre schon wieder jede Menge Schmutz abgelagert.“ Nun beginnen umfangreiche Restaurierungsarbeiten, um die Bereiche zu reinigen, die Malereien auszubessern, das Mauerwerk von zerstörerischen Salzen zu befreien und rostige Haken und Schrauben aus der Bausubstanz zu entfernen. „Probeweise waren vor drei Jahren bereits zwei Gewölbeteile überarbeitet worden“, sagt unser Gesprächspartner. „Der größte Teil der Arbeiten steht aber noch aus. Diese erstrecken sich über Gewölbe und Wände im Chorumgang bis auf Höhe der Tür zur Greifenkapelle.“ Zudem solle die Gunst der Stunde genutzt werden, um im Chor einige Schäden in der 1929 von Ferdinand Müller aus Quedlinburg geschaffenen Glasmalerei (Errettung des sinkenden Petrus) auszumerzen. „Dazu brauchen wir die Rüstung, die zurzeit in der Kirche aufgestellt wird“, so Kober.

Die beschriebenen Arbeiten – in Auftrag gegeben beim Jarmener Baubetrieb Gorkow und dem Restaurator Wolf Thormeier aus Stralsund – kosten etwa 340000 Euro und werden bis zum Spätsommer 2018 andauern. Die Summe wird aus Städtebaufördermitteln des Landes und Patronatsmitteln bestritten. Zudem wurden Anfragen an Stiftungen gerichtet.

Tom Schröter

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