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Usedom Blick auf Reformation in Pommern und Osteuropa
Vorpommern Usedom Blick auf Reformation in Pommern und Osteuropa
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00:00 26.09.2017

Mit der Ausstellung „Reformation im östlichen Europa“, die am Sonntag in der Heringsdorfer Villa Irmgard eröffnet wurde, erinnert das Usedomer Musikfestival an die Reformation vor 500 Jahren. Luthers Thesenanschlag 1517 an der Wittenberger Schlosskirche strahlte schnell auf die Nachbarländer Kursachsens aus. Die Wanderausstellung des „Deutschen Kulturforums östliches Europa“, die nun bis zum 14. Oktober Halt in der Villa Irmgard macht, zeigt, wie sich die Idee der Erneuerung der Kirche im östlichen Europa, insbesondere im Ostseeraum, auswirkte.

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntagmittag begrüßte der Intendant des Usedomer Musikfestivals, Thomas Hummel, als „halber Hausherr“, die rund 50 Besucher. „Wir haben in diesem Jahr ein neues Büro in der wunderschönen Villa Irmgard bezogen und hier jetzt unsere Heimat gefunden“, sagte der Festivalchef. Der Dramaturg des Festivals, Dr. Jan Brachmann, schlug sogleich den Bogen von der Reformation zum diesjährigen Partnerland des Festivals: „Dänemark war die erste lutherische Demokratie der Welt.“

Auf den damaligen Dänen-König Christian III. gehe wohl auch das erste Gesangbuch zurück. Bisher sei man der Überzeugung gewesen, dass Martin Luther den Kirchengesang eingeführt hätte. Jetzt wisse man, dass unter Christian III. das erste dänische Gesangbuch in allen Schulen verteilt worden sei und dass auch die feste Gottesdienstagenda den Dänen zu verdanken ist.

Die Wanderausstellung geht in dreizehn großen Transparenten auf verschiedene Aspekte der Reformation in Polen-Litauen, Pommern und Ostbrandenburg, Preußenland, Schlesien, Böhmen und Mähren, Oberungarn/Slowakei und Siebenbürgen ein. Natürlich wird auch das Wirken von Johannes Bugenhagen beleuchtet, der in Wollin zur Welt kam und auf Empfehlung Luthers 1523 zum Stadtpfarrer von Wittenberg berufen wurde.

„Weil Bugenhagen ein humaner Mensch war, sorgte er dafür, dass die katholischen Geistlichen, die nicht konvertieren wollten, Unterhaltszahlungen bekamen. Er hat so das Land befriedet“, erläuterte Dr.

Brachmann. Ein weiteres Verdienst Bugenhagens sei gewesen, die Heilige Schrift ins Plattdeutsche zu übersetzen. Bis zum Festivalende am 14. Oktober ist die Ausstellung dienstags sowie donnerstags bis samstags von 12 bis 18 Uhr zu sehen.

Dietmar Pühler

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