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Usedom „Boshaft wird kein Kind geboren!“
Vorpommern Usedom „Boshaft wird kein Kind geboren!“
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00:00 08.03.2013
Wir kümmern uns auch um sozial Benachteiligte.“Gerhard Hämmerling, Schulleiter
Wolgast

Was veranlasst eine 50-köpfige Reisegruppe, in ihre Exkursionsroute zur Insel Rügen einen Abstecher nach Wolgast aufzunehmen? Der Grund liegt in einem Mann, der in Grevesmühlen geboren wurde, in Wolgast für etwa acht Jahre eine seiner Wirkungsstätten als Theologe und Pädagoge hatte und dessen Arbeits- und Lebensweg sich auf Rügen, in Altenkirchen, fortsetzte: Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten.

Für den Heimatverein Grevesmühlen war klar, dass bei der Planung der Exkursion jene Schule in Wolgast nicht übergangen werden konnte, die den Namen dieses Mannes trägt. Zumal der Vorsitzende des Vereins, Eckard Redersburg, der sich seit gut 60 Jahren mit Kosegarten beschäftigt, den Wolgastern im Vorfeld der Namensverleihung mit seinen Kenntnissen zur Seite gestanden hat. So war es gestern schon der zweite Besuch einer Gruppe von Grevesmühlener Heimatfreunden in Wolgast.

Deren Leiter Gerhard Hämmerling konnte von ihnen viel Lob für die intensive und inhaltsreiche Traditionspflege ernten, die sich schon bei Betreten des Schulfoyers zeigt: Die vom Grevesmühlener Bildhauer Heinrich Bodenberger geschaffene Büste Kosegartens begrüßt hier ebenso den Besucher wie einer seiner Aussprüche: „Boshaft wird kein Kind geboren!“ Diese Worte seien längst zur festen Arbeitsmaxime seiner Schule geworden, versicherte Hämmerling den Gästen. Er untermauerte das mit dem Hinweis zum Beispiel auf jene 15 Mädchen und Jungen, die hier im Rahmen des Produktiven Lernens wieder an die Schule mit ihren Anforderungen herangeführt werden. Auch die im Vorjahr begründete Tradition des Spendenlaufes für krebskranke Kinder sieht Hämmerling als Beweis für das an dieser Schule mit Leben erfüllte Vermächtnis Kosegartens, sich sozial für vom Leben Benachteiligte zu engagieren. Die als Ergebnis dieses Laufes an die Greifswalder Kinderkrebsstation überwiesenen 6400 Euro, durch Spenden und Sponsoring zusammengekommen, hätten alle Erwartungen weit übertroffen.

Die Gäste aus Grevesmühlen setzten nach ihrem Aufenthalt in Wolgast ihre Fahrt nach Rügen fort. Dort wollten sie neben Wirkungsstätten Kosegartens — Altenkirchen und Vitt, wo er seine berühmten Uferpredigten hielt — auch zwei mit einer anderen Geistesgröße jener Zeit verbundene Stätten besuchen: Mit Groß Schoritz und Garz standen Geburts- und erster Wohnort Ernst Moritz Arndts auf dem Exkursionsprogramm.

Biografisches zu Kosegarten
Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten wurde am 1. Februar 1758 in Grevesmühlen geboren. Ab 1775 studierte er in Greifswald Theologie und konnte erst, nachdem er das Studium mehrmals aus Geldmangel unterbrechen musste, 1781 das Examen ablegen.

Im Sommer 1785 wurde Kosegarten Rektor der Knabenschule in Wolgast, wo auch Philipp Otto Runge sein Schüler war.

1792 erhielt Kosegarten die Pfarrstelle in Altenkirchen auf Rügen, hier hielt er seine Uferpredigten für die Heringsfischer, die in der Fangzeit nicht nach Altenkirchen in die Kirche kommen konnten.

1808 wurde Kosegarten als Geschichtsprofessor an die Uni Greifswald berufen. In Greifswald starb er am 26. Oktober 1818. Er wurde in Altenkirchen begraben.

Dieter Butenschön

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