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Brücken-Wartung noch mit Fragezeichen

Wolgast Brücken-Wartung noch mit Fragezeichen

Straßenbauamt will Roststellen bekämpfen / Für Arbeiten an den Aufbauten ist die Technologie noch unklar

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Im Gehwegbereich sind etliche Roststellen zu entfernen.

Wolgast. Das Straßenbauamt Neustrelitz schätzt den Zustand der Wolgaster Peenestrombrücke als gut ein. Dennoch gibt es an diversen Stellen Handlungsbedarf. Wer aufmerksam über das inzwischen 20 Jahre alte Bauwerk geht, entdeckt etliche Korrosionsschäden. Insbesondere im Fußgängerbereich fallen Roststellen auf. Die unter dem Gehwegbelag befindliche Stahlkonstruktion korrodiert an vielen Stellen, so dass sich der Belag abhebt. Auch an den Rändern der Überführung macht sich Rost breit. Meterlang sind die Stahlkanten angegriffen. Gerade, wo Stahl auf Beton trifft, verrichten einsickerndes Regenwasser und Tausalze ihr zerstörerisches Werk.

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Straßenbauamt will Roststellen bekämpfen / Für Arbeiten an den Aufbauten ist die Technologie noch unklar

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Insider mahnen zu schnellem Handeln. Es sei wie beim Zahnarzt, sagen sie: Wenn das Loch noch klein ist, sollte man es ausbohren und versiegeln. Ansonsten drohe weit größeres Ungemach. Die zuständige Behörde in Neustrelitz will deshalb auch gegensteuern. „In den vergangenen zwei, drei Jahren wurden die Korrosionsschäden unterhalb der Brücke an den festen Überbauten beseitigt“, berichtet Sachgebietsleiter Peter Baumgarten. „An den beweglichen Überbauten, sprich der Klappe, und an den Waagebalken, dem Brückenhaus und so weiter liegen diese Arbeiten noch vor uns.“

Die Planung der erforderlichen Wartungsarbeiten soll laut Baumgarten in diesem Jahr erfolgen; das hierfür nötige Geld sei im Etat des Amtes eingestellt. In diesem Zuge werde vom betreffenden Ingenieurbüro eine detaillierte Schadensaufnahme vorgenommen, wobei praktisch jeder Quadratzentimeter untersucht und jede Roststelle registriert werde. „Der Rost muss vollständig entfernt und anschließend ein aus mehreren Schichten bestehender Korrosionsschutz aufgetragen werden.“

Die speziellen Arbeiten auf der Wolgaster Brücke stellen jedoch eine große Herausforderung dar. „Problematisch wird es bei den notwendigen Korrosionsschutzmaßnahmen im Bereich der Fahrbahn, da dies mit Verkehrseinschränkungen einher geht. Und diese Arbeiten“, so deutet Baumgarten an, „können nicht im Winter ausgeführt werden.“ Ungeklärt sei auch die Technologie zur Bearbeitung zum Beispiel der Waagebalken, auf denen unter anderem Vogelkot lagert, der die Brückensubstanz angreift. „Gerade die oberen Flächen der Bauteile müssen vor einer Behandlung mit Korrosionsschutz sorgfältig gereinigt werden. Parallel dazu ist der Betrieb der Klappbrücke ständig zu gewährleisten“, sagt Baumgarten. Ob die Arbeiten von Hubsteigern aus erfolgen können, müsse noch geklärt werden. Ein Patentrezept zur Durchführung dieser wichtigen Tätigkeiten, die frühestens im Jahr 2017 erledigt würden, gebe es nicht. „Daran müssen wir noch knobeln“, räumt der Sachgebietsleiter unumwunden ein.

Die im vergangenen Jahr an der Wolgaster Peenestrombrücke umgesetzten Maßnahmen zur Vogel- abwehr schätzt Peter Baumgarten als erfolgreich ein: „Im Brückeninneren und im Bereich der Lager wurden seither keine Tauben mehr festgestellt.“ Wie berichtet, wurden rund 170000 Euro ausgegeben, um Tauben von der Brücke fernzuhalten. Absperrgitter, so genannte Taubenspikes sowie testweise spezielle Polykarbonatplatten wurden installiert. Der Grund: Die massiven Kotablagerungen, welche die in Nischen rastenden und nistenden Vögel hinterlassen, gelten als gesundheitsschädigend und aggressiv und greifen potenziell die Bausubstanz an. Allerdings gewähren diese Abwehrmaßnahmen keinen hundertprozentigen Schutz. Einige gefiederte Untermieter nisteten sich bereits wieder ein.

Inbetriebnahme 1996

Die Inbetriebnahme der Wolgaster Peenestrombrücke erfolgte nach zweijähriger Bauzeit am 19. Dezember 1996. Im Jahr 2000, zum Fahrplanwechsel im Sommer, rollte dann 55 Jahre nach der Sprengung der Eisenbahnhubbrücke Karnin der erste Personen- Triebwagen wieder per Gleis auf die Insel Usedom.

Die Gesamtlänge der Brücke zwischen den Endauflagern beträgt 255,90 Meter. Die Breite der Schifffahrtsöffnung beträgt 30,75 Meter.

Von Tom Schröter

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