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Brüssel stärkt den Flugplatz auf der Ferien-Insel

Greifswald Brüssel stärkt den Flugplatz auf der Ferien-Insel

Die EU-Kommission genehmigte bisherige und kommende staatliche Beihilfen und Investitionszuschüsse für den Airport Heringsdorf

Greifswald. Aufatmen im Landratsamt: Eine Entscheidung der Europäischen Kommission gibt dem kreiseigenen Flughafen Heringsdorf Auftrieb. Ihr zufolge ist eine staatliche Förderung des kommunalen Landeplatzes rechtens (die OZ berichtete).

Brüssel nickte finanzielle Zuschüsse ab, die das Land in den Jahren 2004 bis 2015 für den Flugplatz gewährt hatte. Zugleich stimmte die Kommission weiteren staatlichen Betriebs- und Investitionsbeihilfen zu.

Die Genehmigung durch die EU-Behörden sei kein Selbstläufer gewesen, heißt es aus der Kreisverwaltung. In anderen Fällen habe die Kommission die Genehmigung von Beihilfen versagt beziehungsweise deren Rückforderung angeordnet. „Unser Konzept hat in Brüssel wohl überzeugt“, glaubt Flughafen-Geschäftsführer Dirk Zabel. Der Landeplatz Heringsdorf sei von zentraler Bedeutung für den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung der Insel Usedom, stellt er klar. Die Europäische Kommission teile diese Einschätzung offenbar. Erleichtert reagierte auch Stefan Rudolph, Staatssekretär im Schweriner Wirtschaftsministerium: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam Erfolg in Brüssel hatten. Unsere Arbeit hat sich gelohnt.“

„Das ist ein großer Durchbruch, weil die Brüsseler Entscheidung Rechtssicherheit schafft“, meint die Landrätin von Vorpommern-Greifswald, Barbara Syrbe (Die Linke). Sie sieht das bisherige Engagement des Kreises für den Flugplatz damit bestätigt.

Mit finanzieller Hilfe des Landes waren in den vergangenen zwölf Monaten etwa 820 000 Euro in den Flughafen investiert worden. Der wurde mit einem Brandmeldesystem ausgestattet. Der Check-in-Bereich wurde baulich verändert, der Sicherheitszaun neu gebaut. Auch die Aussichtsplattform wurde modernisiert, um den aktuellen Sicherheitsanforderungen zu entsprechen.

Laut Norbert Raulin (SPD), Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats, liegt der Landeplatz dem Kreis nach wie vor auf der Tasche: Jährlich müsse ein Minus von etwa 350000 Euro ausgeglichen werden.

Dass der Flughafen noch in Betrieb sei, verdanke man maßgeblich Usedomer Hoteliers, die anfliegenden Airlines Jahr für Jahr eine Grundauslastung der Flugzeuge garantieren.

2012 hatte ein Gutachten für ein norddeutsches Luftverkehrskonzept dem Heringsdorfer Platz gute Entwicklungschancen als Zielort von Ostsee-Ferienflügen eingeräumt. Bis zum Jahr 2030 könnten die Fluggastzahlen auf rund 40 000 verdoppelt werden. Bis zu 70 000 Passagiere seien möglich, wenn Pauschalflugreisen organisiert würden – mit positiven Auswirkungen für den Tourismus auf der Insel Usedom. Ein im Jahr 2013 an der Uni Bielefeld erstelltes Wirtschaftsgutachten warnte davor, den Airport zu schließen. Die sonst zu erwartenden jährlichen Steuerausfälle von drei Millionen Euro wären sechsmal höher als das derzeitige jährliche Defizit. Der ökonomische Nutzen, hieß es, übersteige den betrieblichen Aufwand so deutlich, dass man den Insel-Flughafen in Betrieb nehmen müsste, wenn er nicht schon geöffnet wäre.

Flughafen-Geschäftsführer Dirk Zabel erwartet in diesem Jahr ein deutlich erhöhtes Passagieraufkommen. Aktuell bedient Heringsdorf acht Reiseziele im Linienverkehr: Köln, Düsseldorf und Stuttgart, Frankfurt/Main und Dortmund sowie Zürich, Bern und Basel in der Schweiz. Aufgrund der wachsenden Nachfrage startete die Linienflugsaison in diesem Jahr bereits am 2. April und damit vier Wochen eher als üblich.

Sven Jeske

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