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Usedom Bürgerinitiative dringt auf Azubis und Geburtenstation
Vorpommern Usedom Bürgerinitiative dringt auf Azubis und Geburtenstation
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00:01 11.05.2017
Anke Kieser und Harald Heß von der Bürgerinitiative pro Kreiskrankenhaus bei der jüngsten Mahnwache am 8. Mai. Die Aktionen sollen fortgesetzt werden, um den Druck auf die Politik mindestens bis zur Bundestagswahl hoch zu halten. Quelle: Foto: Tilo Wallrodt
Koserow

Klein beigeben ist nicht! Und zufrieden sein mit einem Teilerfolg auch nicht. Die Bürgerinitiative (BI) pro Kreiskrankenhaus mit allen seinen Abteilungen entfaltet weiter Druck auf die Landespolitik. „Wir machen weiter, dringen jetzt auf die Wiedereröffnung einer Geburtenstation in Wolgast“, sagt die Vorsitzende, Anke Kieser, mit Verweis auf die jüngste Beratung im Vorstand der BI. „Was wir bis zur Bundestagswahl am 24. September nicht hinbekommen, schaffen wir später auch nicht mehr“, kündigt Kieser an. Und schließt dabei demonstrativ die Montagsmahnwachen ein, die sie vor Wochen schon einmal – öffentlich in St. Petri – für „zunächst beendet“ erklärt hatte. Inzwischen wird aber der von der Mitgliederversammlung beschlossene Kurs, weiter zu mahnen und zu protestieren, gefahren und gehalten.

BI-Chefin Kieser: Wir machen weiter / Druck auf Politik soll hoch bleiben

Optimistisch stimmt die Mehrheit des BI-Vorstandes, dass bei einer Begegnung mit Kreistagspräsident Michael Sack (CDU) in dieser Woche gemeinsam in Aussicht gestellt wurde, das Thema Kreiskrankenhaus und Geburtshilfe in den Kreistag von Vorpommern-Greifswald zu bringen. Ein Antrag soll einfordern, dass die Landesregierung die flächendeckende Bereitstellung von Geburtenstationen wieder herstellt.

Und dass der Bund deren Ausfinanzierung gewährleistet. Ob dieses Ansinnen bereits beim CDU-Kreisparteitag am 13. Mai Thema wird, bleibt abzuwarten. Auf der Agenda der Christdemokraten steht es bislang jedenfalls nicht.

Das Vorgehen, sich einseitig bei der CDU politischer Hilfe zu versichern und ihr damit eine gute Position bei der Wahl im Herbst zu verschaffen, stößt indes auch auf Widerspruch im erweiterten BI-Vorstand. Neben Ex-SPD-Mann Harald Heß findet es vor allem Lars Bergemann genau so deplatziert wie den neuerlichen Antrag, denn die Haltung pro Kreiskrankenhaus mit sämtlichen Stationen sei längst Beschlusslage im Kreistag. „Wir haben als BI immer versucht, die Parteipolitik herauszuhalten; was jetzt abgeht, schadet uns vielleicht mehr, als das es nutzt. Die Leute sind nicht dumm, sondern merken, dass hier mit Minister Glawe und der CDU die großen Macher aufgebaut werden sollen.“

Dafür dürfte auch sprechen, dass der Gesundheitsminister für die Eröffnung des Modells pädiatrische Portalpraxis am 1. Juni ein großes Kinderfest plant. „Was da genau passieren soll, wissen wir nicht“, sagt Kieser. Momentan wird im Krankenhaus an den für die Kinderstation vorgesehenen Zimmern gearbeitet. Davon überzeugte sich der Vorstand der BI nach einem Gespräch mit der Klinikleitung am Dienstag dieser Woche. Die Zimmer müssen noch renoviert werden, die Alarmnotrufe sind zu installieren und die Sauerstoffbereitstellung ist abzusichern. Die zehn Betten werden durch die Universitätsmedizin Greifswald bereitgestellt. Auch die Gewinnung von Kinderärzten und Schwestern ist im Gange, gestaltet sich aber problematisch. Dennoch sind erste Vertragsabschlüsse in Sicht.

Die Bürgerinitiative möchte die Eltern und Großeltern der Region auffordern, Spielzeug und Bücher als Sachspenden sowie Geldspenden für die Ausstattung der neuen Kinderstation bereitzustellen.

Ausgeschlossen sind aus hygienischen Gründen allerdings Kuscheltiere.

Obwohl der BI das in Aussicht gestellte Modellprojekt für die Kindermedizin als Erfolg attestiert wird, heißen die nächsten Ziele: Die Geburtenstation muss wiedereröffnet werden, und die Klinik braucht dringend Auszubildende, nicht nur ständig wechselnde Praktikanten. Sonst breche inselweit der Nachwuchs in dieser Branche weg. Und dies wäre für die Region fatal.

Steffen Adler

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