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Usedom Bürgermeister Petersen soll Gasförderung verhindern
Vorpommern Usedom Bürgermeister Petersen soll Gasförderung verhindern
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00:00 27.02.2016
So soll die Station für die Erdgasverarbeitung in den Kaiserbädern im Bansiner Wald aussehen. Computeranimation: Engie
Nun ist es amtlich. Zumindest haben die Heringsdorfer Gemeindevertreter am Donnerstagabend ihren Wunsch geäußert, dass sich Bürgermeister Lars Petersen (CDU) gegen die geplante Erdgasförderung in den Kaiserbädern stellen soll. Mit neun Ja-, sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurde der von Matthias Mantei eingebrachte Vorschlag angenommen. „Wir sollten über persönliche Weltanschauungen hinweg sehen und vom Massentourismus wieder zur Klasse kommen. Der Tourismus und diese Chemie passen einfach nicht zusammen“, erklärte der Christdemokrat in seiner Antragsbegründung. „Es geht um die Gesundheit und die Zukunft der Gemeinde.“

Neuer Ausschuss

Die Gemeindevertreter stimmten am Donnerstagabend einstimmig dafür, dass ein Aussschuss gegründet werden soll, der sich nur mit der Gasförderung beschäftigt. Personen, die das Gremium besetzen sollen, wurden allerdings noch nicht benannt.

Mantei verglich den Bau einer Erdgasförderanlage mit den Atomreaktoren in Japan. „Ein Störfall könnte in der Region alles verändern. Die Kaiserbäder wären in allen Medien präsent, und dies hätte nachhaltige Auswirkungen auf den Tourismus. Urlauber könnten Urlaube stornieren“, erklärt er. Umweltausschussvorsitzender Harald Heinz (InKa) bekräftigte, dass jetzt objektive Fachkräfte an die Arbeit müssten, die die Angelegenheit kompetent beurteilen können. „Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen. Ich warne dringlichst vor irgendwelchen Schnellschüssen“, erklärte Heinz.

Gemeindevertreter Helmut Friedrich (UWG) betonte, dass man durch solch eine Anlage keine Menschen verprellen dürfe. „Wir brauchen mehr Rechtssicherheit“, erklärte er. Bürgermeister Petersen stellte in der Gemeindevertretung ausdrücklich klar, er habe nie behauptet, dass er eine Förderung in den Kaiserbädern möchte. „Nun steht allerdings die einjährige Umweltprüfung an. Es wird gerade geprüft, was gehen könnte“, so Petersen. Gemeindevertreter Frank Lettner (BI) erinnerte an die vor vielen Jahren schon einmal geplante Erdgasförderung: „Damals haben wir uns alle dagegen gewehrt. Denn Einigkeit macht stark. Das sollte auch dieses Mal klappen, wenn alle tatsächlich zusammenhalten. Bei dem Gas handelt es sich um hochgiftiges Sauergas. Das ist eine ganz gefährliche Geschichte und verträgt sich nicht mit dem Tourismus.“

Hans-Jürgen Merkle (BI) sagte schließlich, dass das Unternehmen Engie erst alle Zahlen auf den Tisch legen solle: „Wenn ein Unternehmen bis zu vier Millionen Euro Gewerbesteuer einnimmt, dann müsste es ja bis zu 28 Millionen Euro Gewinn machen.“



Hannes Ewert

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