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Bundesverdienstkreuz für Chefarzt

Heringsdorf Bundesverdienstkreuz für Chefarzt

Rehaklinik in Heringsdorf freut sich über Ehrung ihres Mediziners für Verdienste um Rheumatologie

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Prof. Dr. Martin Keysser zeigt stolz das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Quelle: Dietmar Pühler

Heringsdorf. Eine große Ehre wurde dem Ärztlichen Direktor der Rehaklinik Usedom in Heringsdorf, Prof. Dr. Martin Keysser, zuteil. Dem Rostocker Rheumatologen wurde von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Ernennungsurkunde trägt sogar die Unterschrift von Bundespräsident Joachim Gauck. Ein wenig Glanz strahlt so auch auf die Rehaklinik Usedom ab, in der Keysser 2009 die Rheumatologie aufgebaut hatte.

Es gab ein Glas Sekt mit Herrn Sellering.“Prof. Dr. Martin Keysser

Höchster Verdienstorden

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, auch Bundesverdienstkreuz genannt, ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Er wird für besondere Leistungen verliehen.

Alle deutschen Länder außer Bremen und Hamburg haben eigene Verdienstorden. Der Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist der höchste Verdienstorden, den das Land vergibt.

Prof. Keysser ist Jahrgang 1937 und altersbedingt 2002 aus dem Südstadt-Klinikum in Rostock ausgeschieden. „Ich hatte keine Lust mehr wegen der Bürokratie“, erzählt der in der Lutherstadt Eisleben aufgewachsene Mediziner. So ganz loslassen konnte er aber auch nicht und so hielt er danach in Bad Doberan private Sprechstunden ab. „2007 habe ich im Südstadt-Klinikum mit 70 wieder angefangen, weil der Nachfolger gegangen ist“, so Keysser weiter. Zunächst sollte das eine Übergangslösung sein, doch daraus wurden anderthalb Jahre.

Dann kam es 2009 im Rahmen der Rheuma-Liga zur Begegnung mit Dirk Gramsch, dem Verwaltungsleiter der Rehaklinik Usedom. „Wir (die Rheuma-Liga MV, d. Red.) hatten hier immer einen Weihnachtskurs ,Gemeinsam – nicht einsam“ gemacht’, so Gramsch. Die auf 50 limitierten Plätze waren immer ausgebucht. Deshalb hat der Verwaltungschef dem anerkannten Facharzt vorgeschlagen, „die Rheumatologie hier im Haus stärker auszubauen.“ Bis dahin gab es in der Rehaklinik nur die Bereiche Orthopädie und Pneumologie. Prof. Dr. Martin Keysser gilt als einer der profiliertesten Rheumatologen bundesweit. Zu seinen Verdiensten zählt der Aufbau einer flächendeckenden rheumatologischen Versorgung. „Ich habe in einer Phase, als es kaum Rheumatologen im Land gab, etwas erfunden. Zusammen mit der Ärztekammer habe ich ein Schulungsprogramm entwickelt, mit dem Ärzte, die keine Rheumatologen waren aber viele Rheumapatienten betreuten, auf diesem Gebiet weitergebildet wurden“, sagt er mit berechtigtem Stolz.

Dank dieser Initiative entstanden „Praxen mit rheumatologischer Besonderheit“, die eine wohnortnahe, ambulante und spezialisierte Behandlung sicherstellen konnten.

Als Gründungspräsident des Landesverbandes der Deutschen Rheuma-Liga hat Keysser seit 1990 den Selbsthilfeverband aufgebaut und mitgestaltet. Seine Verdienste vor und nach der Wende haben dazu geführt, dass er bundesweit der einzige Mediziner ist, der zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR und der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie ernannt wurde.

Rückblickend ist der 79-Jährige dankbar, dass er die rasante Entwicklung der Rheumatologie in den vergangenen fünfzig Jahren mitgestalten konnte. „1968, als ich anfing, war die Rheumatologie das Schmuddelkind der Medizin. Die Wissenschaft war noch nicht so weit und es gab wenig wirksame Medikamente“, erinnert sich Prof. Keysser. „Heute wissen wir, was im Immunsystem der Leute passiert und können da eingreifen. Durch eine medikamentöse Therapie können rheumatische Beschwerden gelindert und eine Top-Lebensqualität erreicht werden“, erklärt der ärztliche Direktor der Heringsdorfer Rehaklinik.

Dort hält der seit 54 Jahren glücklich verheiratete Ehemann und Vater zweier Kinder sowie vierfache Opa regelmäßige Sprechstunden ab. Dirk Gramsch betont: „Jeden Patient, der eine rheumatische Erkrankung hat, sieht sich Prof. Keysser an.“ Und der fügt an: „Ich guck’ mir den Patienten an, kommuniziere mit dem einweisenden Arzt. Ich nehme mir unendlich viel Zeit.“ Für das erste Konsil veranschlagt der Rheumatologe immerhin 45 Minuten, was ihm die Patienten hoch anrechnen.

Nicht zuletzt wegen seines langjährigen Engagements zur besseren Versorgung von Rheumapatienten erhielt Prof. Dr. Martin Keysser das Bundesverdienstkreuz. An die Verleihung denkt der Geehrte mit einem Schmunzeln zurück. Wer einen großen Festakt erwartet hätte, wäre enttäuscht worden. „Es gab ein Glas Sekt mit Herrn Sellering“, so Prof. Keysser mit einem Augenzwinkern.

Dietmar Pühler

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