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Usedom Busverkehr: Nordbäderlinie geplant
Vorpommern Usedom Busverkehr: Nordbäderlinie geplant
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00:01 20.09.2016
Kreuzung Parkhaus Heringsdorf: Hier plant die Usedomer Bäderbahn eine weitere Haltestelle auf der Kaiserbäderlinie. Quelle: Henrik Nitzsche

30 000 Fahrpläne waren bereits gedruckt, die aber im Reißwolf landeten. Der seit dem 5. September gültige Busfahrplan der Usedomer Bäderbahn musste nach einigen Korrekturen erneuert werden. „Den aktuellen Busfahrplan werden wir in einer Auflage von 30000 Stück Anfang Oktober bekommen und dann schnell verteilen“, kündigte Jörgen Boße, Chef der Usedomer Bäderbahn (UBB), gestern bei einem Pressegespräch an. Dann haben die Usedomer den neuen Busfahrplan in der Hand, der seit Schulbeginn auf der Insel und im Umland für viel Aufregung und Kritik im Schülerverkehr gesorgt hatte. Die neuen Fahrzeiten gibt es zusätzlich auf der Homepage von bahn.de, die auch als App aufs Smartphone geladen werden kann (siehe Kasten).

„Es läuft jetzt besser im Schülerverkehr“, zieht Boße ein positives Fazit. „Wir werden auch weiter Sonderfälle haben, für die es Sonderlösungen geben wird“, so Boße, der „für Kritik offen ist“.

Allerdings sieht er keine Sicherheitsbedenken für Schüler im Bahnverkehr, so wie es in der vergangenen Woche der Ückeritzer Schulleiter Peter Biedenweg geäußert hatte. „Seit gut 15 Jahren befördern wir Schüler mit der Bahn. Wir sind keine Anfänger mehr“, sagt Boße, der in dem Zusammenhang das neue Busnetz der UBB verteidigt. „Wir wollten klare Linienstrukturen im Öffentlichen Personennahverkehr. Morgens fahren wir bedarfsgerecht für die Schulen, ab 9 Uhr greift der Zwei-Stunden-Takt. Mit dem jetzigen Fahrplan kommen wir insgesamt auf 800 000 bis 900000 Fahrkilometer im Jahr. Das ist eine Steigerung zum alten Fahrplan um 20 Prozent“, sagt Boße.

So wird jetzt beispielsweise der Wolgaster Tierpark regelmäßig angefahren. „Alle zwei Stunden fährt ein Bus von Wolgast nach Lubmin und zurück. Mit dieser Linie haben wir in Wolgast wieder einen Stadtverkehr“, informiert UBB-Mitarbeiter Radek Ciepluch. Zum Ortsverkehr in Zinnowitz – die Entscheidung der Gemeindevertreter steht noch aus – soll perspektivisch eine „Nordbäderlinie“ kommen, wie Ciepluch ankündigt. Trassenheide, Karlshagen und Zinnowitz sollen in einem Liniennetz verbunden werden. „In naher Zukunft könnten wir uns das auch für die Inselmitte vorstellen“, ergänzt Boße, der künftig mehrere Knotenpunkte schaffen will. Umstiegsmöglichkeiten soll es an den Bahnhöfen Wolgast und Zinnowitz, Schmollensee, Bahnhof Heringsdorf oder in der Stadt Usedom geben. Parallelverkehre sollen minimiert werden. „Bus und Bahn werden wir noch besser vertakten. Weitere Optimierungen wird es auch geben.“

Ein Schwerpunkt bleibt die Kaiserbäderlinie. An der Kreuzung nahe des Parkhauses in Heringsdorf ist eine Bushaltestelle geplant. „Dann sind die Grundschule, das Seniorenpflegeheim Stella Maris und das Parkhaus noch besser angebunden“, so Ciepluch. Für neun Bushaltestellen in den Kaiserbädern sind Wetterschutzhäuschen beantragt – beispielsweise in der Ahlbecker Bergstraße oder auf der Bansiner Promenade. Der Bushaltepunkt nahe der Ahlbecker Pommernhalle soll ebenfalls ausgebaut werden, kündigt der UBB-Mitarbeiter an.

Gravierende Änderungen stehen im Grenzverkehr an. Dass der Kaiserbäderbus an der polnischen Grenze hält und die Passagiere dort in die Swinemünder Busse umsteigen, ist ein Auslaufmodell. Der Bus der Kaiserbäderlinie soll zur Entlastung der Grenzsstraße in naher Zukunft am Ahlbecker Bahnhof enden. Dort steigen die Passagiere in den Zug nach Swinemünde, wo sie am UBB- Haltepunkt per Bus in einer Ringlinie alle wichtigen Punkte der polnischen Nachbarstadt erreichen. „Dazu sind wir mit den Verantwortlichen des Stadtverkehrs in Swinemünde im Gespräch“, so Boße.

Buslinien gibts online

Auf der Homepage www.bahn.de können alle Busverbindungen der Usedomer Bäderbahn abgerufen werden.

Ein Beispiel: Wer von Ückeritz nach Warthe fahren will, gibt beide Orte in die Felder „von“ und „nach“ ein und bekommt Abfahrtszeiten, Umsteigemöglichkeiten sowie Informationen zum Tarif.

Ab 2017 sollen Fahrgäste dank eines rechnergestützten Betriebsleitsystems der UBB auf ihrem Smartphone genau verfolgen können, wo sich der Bus auf der Linie gerade befindet. Ist das Symbol grün, liegt der Bus im Zeitplan. Abweichungen von mindestens einer Minute werden angezeigt.

Henrik Nitzsche

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