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Das ist ja interessant!

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Tür an Tür liegen vier Ausstellungen in Peenemünde auf Usedom / Die Bandbreite der Museen reicht von Spielzeug über Raketentechnik bis hin zu physikalischen Experimenten

Peenemünde Wer einen Abstecher in den Norden der Insel Usedom wagt, kann in Peenemünde mehrere Museen besuchen. In der Gemeinde bieten auf einer etwa 600 Meter langen Strecke vier Ausstellungen unterschiedliche Schwerpunkte. Geschichts- und Physikfans kommen wie Nostalgiker gleichermaßen auf ihre Kosten.

Spielzeugmuseum

Sandmännchen, Teddybären und Holzautos: 35000 Einzelstücke aus drei Jahrhunderten sammeln sich in den Räumen des Spielzeugmuseums. Die Ausstellung richtet sich weniger an Kinder, sondern an deren Eltern. „Besucher finden hier die Spielsachen ihrer Jugend wieder“, sagt Erhard Diller vom Museum. „Sie erinnern sich hier an ihre Wünsche und Träume von damals.“

„Schaut mal Kinder, mit dieser Puppe da habe ich mal gespielt“, sagt Kristin Siegmund-Müller und deutet auf einen Affen in einer Vitrine. „Und das große Nilpferd dort oben, stand bei unserem Kinderarzt“, ergänzt die heute in Österreich lebende 41-Jährige. Ihre drei Töchter sind begeistert. „Damit hätte ich auch gern gespielt“, sagt die achtjährige Alina. Die meisten der historischen Figuren kennt sie nicht. „Aber das Sandmännchen schauen wir regelmäßig im Fernsehen“, berichtet das Mädchen.

Phänomenta

Anfassen ausdrücklich erlaubt! Das gilt in der Phänomenta, nur einen Steinwurf vom Spielzeugmuseum entfernt. Auf 2500 Quadratmetern erforschen Besucher an rund 300 Stationen physikalische Phänomene.

Eines der Experimente testen Amelie und Judith Potempa aus Freiburg (Baden-Württemberg). Mit einem Stab setzen sie vorsichtig Scheiben und Kugeln auf eine sich drehende Platte. Durch die Übertragung der Kräfte setzen diese sich in Bewegung. „Physik macht so mehr Spaß als in der Schule“, findet die 12-Jährige. „Wir hatten bislang nur Lichtbrechung. Hier sehe ich, was mich alles noch erwartet.“ Im Nebenraum freut sich der neunjährige Jan-Philipp über eine riesige Seifenblase, die den Jungen komplett einschließt. „Hier gibt es durch das Ausprobieren viele Aha-Effekte“, sagt seine Mutter Bike Stahl aus Klötze (Sachsen-Anhalt). Zudem gibt es in der Phänomenta zu jeder vollen Stunde eine Lasershow.

Historisch-Technisches Museum

Gegenüber der Phänomenta liegt das Historisch-Technischem Museum (HMT). Im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt der Nationalsozialisten widmet sich die Ausstellung der damaligen Nutzung der Raumfahrttechnik. Von 1936 bis 1945 war dies der Ort eines der modernsten Technologiezentren der Welt. 1942 gelang in Peenemünde der erste Start einer Rakete ins All.

An einer Raketen-Abschussrampe auf dem Außengelände erklärt Georg Haase aus Leer (Niedersachsen) seinen Söhnen Gregor und Victor die Funktionsweise der Technik. „Habt ihr verstanden, wie die Starts funktionieren?“, fragt Haase. Die beiden nicken. „Es ist spannend zu sehen, wie früher hier geforscht wurde“, sagt der 15-jährige Gregor.

U-Boot Juliett U-461

Im Hafen liegt das sowjetische Militär-U-Boot Juliett U-461, das Anfang der 1960er Jahre erbaut wurde. Es ist mit seiner Gesamtlänge von knapp 86 Metern das größte Museums-U-Boot weltweit. Vorbei an Kombüse, Maschinenraum sowie Torpedo- und Offizierskammern klettern Besucher im Gänsemarsch durch Luken bis zum Ende des Unterwasserbootes. Rohre und Rädchen sind überall an den Wändes verteilt. „Es ist beeindruckend, aber ich kann mir nicht vorstellen, hier an Bord über Monate zu arbeiten“, sagt Ramona Hammer aus Stuttgart (Baden-Württemberg). Bis zu 80 Mann waren als Besatzung an Bord des U-Bootes. Ihr Freund Michael Voigt stimmt ihr beeindruckt zu: „All die Technik unter Extrembedingungen unter Wasser zu beherrschen, muss wirklich eine Herausforderung gewesen sein.“

Ann-Christin Schneider

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