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Usedom Das stinkt gewaltig! Karlshagen schickt alte Dame auf‘s Plumpsklo
Vorpommern Usedom Das stinkt gewaltig! Karlshagen schickt alte Dame auf‘s Plumpsklo
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04:08 16.07.2013
Die Dixi-Klos am Hafen von Karlshagen.

Eigentlich ist ein Plumpsklo die letzte Notlösung bei dringenden Geschäften, doch für Ursula Strutz ist der stinkende Alptraum Alltag. Schuld sind ihre schwache Blase sowie eine Gemeinde, die es einfach nicht schafft, eine vernünftige Toilette fertig zu bauen.

Aber von Anfang an: Seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren fährt die Zinnowitzerin Ursula Strutz jeden Tag in das Ostseebad Karlshagen. Erst kauft sie dort einen Strauß Rosen, dann legt sie die Blüten im Hafen ins Wasser. Als Erinnerung an ihren Schatz, der auf See bestattet wurde. 365 Tage im Jahr macht die 69-Jährige das, egal ob es stürmt oder schneit. Doch nun ist das rosige Gedenken zur stinkenden Tortur geworden. Denn die öffentlichen Toiletten am Karlshagener Hafen sind seit Monaten eine Baustelle, sie sollen saniert werden. Stattdessen stehen vor dem Gebäude zwei Dixi-Klos.

„Ich habe in meinem Alter eine fleißige Blase und muss immer auf die Toilette, bevor ich in den Hafen gehe“, sagt Ursula Strutz. Gezwungenermaßen muss die ältere Dame also auf die Plumpsklos, denn die vier anderen Toiletten im Ort sind zu weit entfernt. „Es ist so eklig, aber man sich kann ja nicht in die Hose machen“, sagt sie.

Die öffentliche Toilette eine Baustelle, die Plumpsklos nicht gerade einladend — und das ausgerechnet mitten im Sommer, in dem viele Urlauber zum sonst so schicken Yachthafen spazieren.

Schuld an dem ganzen Ärger sind ein paar fehlende Türen für das neue WC-Häuschen. Eine Firma hat noch immer nicht geliefert. „Eigentlich wollten wir längst fertig sein“, sagt Christina Hoba vom Eigenbetrieb des Ostseebads. Sie betont aber auch, dass die Dixies zweimal am Tag gereinigt werden. Leer gepumpt werden sie jedoch nur, wenn die Behälter voll sind. Bis zum Hafenfest am 26. Juli soll die richtige Toilette jedoch fertig sein. Andernfalls gäbe es vermutlich ein Klo-Chaos.

Andere Gemeinden der Insel Usedom sind offenbar besser für den Sommer gerüstet. In den Kaiserbädern warten 20 Toiletten von acht bis 22 Uhr auf Besucher — und zwar kostenlos. Gereinigt werden sie im Drei-Stunden-Rhythmus. „Und natürlich haben wir zur Saison nirgendwo eine Baustelle“, sagt Mike Golon vom Eigenbetrieb. Erst im Herbst soll mit dem Bau eines neuen WC-Häuschens zwischen Ahlbeck und Heringsdorf begonnen werden. In Wolgast sind derzeit drei Toiletten rund um die Uhr geöffnet. In Zinnowitz gibt es sogar acht stille Örtchen.

Auch in Karlshagen gäbe es für Ursula Strutz eine Alternative. Im Hafen befindet sich nämlich noch ein weiteres Toiletten-Haus, ganz ohne Plumpsklo. „Das ist aber nur für Segler gedacht“, sagt Christina Hoba.

Usedomer Klo-Statistik
5 Toiletten gibt es im Ostseebad Karlshagen. Drei stehen am Strand, eine im Ortszentrum und eine am Hafen. Die letzte ist jedoch schon seit Wochen eine Baustelle, stattdessen stehen dort zwei Dixi-Klos. Bis zum Hafenfest am 26. Juli soll die Sanierung aber fertig sein. In den Kaiserbädern gibt es 20 Toiletten. In Zinnowitz stehen acht WC-Häuser und in Wolgast gibt es drei stille Örtchen.

Alexander Müller

Urlauber in Zinnowitz erzählen über ihre Lieblingsplätze und über die Treue zum Ostseebad. Kritik gibt es an den Ladenöffnungszeiten.

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