Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Dem Mann am Klavier ein Bier
Vorpommern Usedom Dem Mann am Klavier ein Bier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.10.2016
Einer der Höhepunkte des Abends in der Blechbüchse war das Quintett aus der „Zauberflöte“. Fotos (2): Claudia Winter

Innerhalb einer Woche bewegte sich die Vorpommersche Landesbühne gleich zweimal in vollkommen fremden Gefilden. Am Dienstag bat sie das Publikum auf die Bühne um selbst etwas zum Besten zu geben. Bei dieser hier neuen Form, Open Stage genannt, waren die Damen und Herren von der Insel und aus Greifswald ganz und gar nicht schüchtern und legten sich tüchtig ins Zeug. Auch Schauspieler des Theaters und Eleven der Theaterakademie nutzten die Chance, endlich einmal das zu zeigen, was sie schon immer mal auf der Bühne machen wollten, aber nie ein Regisseur von ihnen abverlangt.

Zur Galerie
Junge Oper Rhein-Main aus Mainz gastierte am Sonnabend mit einer Operngala in der Zinnowitzer Blechbüchse / Eine Reise durch verschiedene Epochen der Musikgeschichte

Am Sonnabend nun gab es eine Operngala mit der Jungen Oper Rhein-Main aus Mainz. Gut 100 Gäste gingen auch dieses Experiment mit und haben es sicher nicht bereut. Ein Abend mit Augenzwinkern. Die Moderatorin versuchte mit parodistisch verkrampften Dauergrinsen, a la „Fernsehgarten“, die Gunst des Publikums zu gewinnen und die Sänger kommentierten mit Mimik, Gesten und Blicken die Parts ihrer Kollegen. Da wurde dem Mann am Klavier ein Bier gebracht, den Damen in den reizenden Kleidern selbstverständlich ein Sekt. Ein Herr aus dem Publikum, der zum Ensemble gehörte, mischte sich neunmalklug in die Moderation ein. Diese vielen kleinen, charmanten Einfälle des jungen Teams sorgten dafür, dass einem die allgemein übliche starre Ehrfurcht vor der sogenannten hehren Oper genommen wurde. Kurz und knapp wurde in die jeweilige Oper eingeführt und dann folgte Hit und Hit: Aus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ die Arie der Susanna, bezaubernd frech interpretiert, aus „Don Giovanni“ das berührende Duett „Reich mir die Hand mein Leben“ und die Arie des Belmonte aus der „Entführung aus dem Serail“. Man hatte alles irgendwie im Ohr. Einer der Höhepunkte des Abends war das Quintett aus der „Zauberflöte“, in dem die drei Damen der Königin der Nacht Tamino die Zauberflöte und Papageno das Glockenspiel nebst Anleitungen übergeben.

Sicher wären noch mehr Mozart-Hits möglich gewesen, doch andere große Komponisten sollten auch zu ihrem Recht kommen. So gab es noch ein wenig Lehar, Puccini, Strauss und Carl-Maria von Weber und zur Verblüffung aller ein wenig Open Stage. Zu Beginn des zweiten Teils trat ein Herr auf die Bühne, der sich als Ururenkel von Goethe vorstellte und zum Glück nicht singen wollte, sondern nur einen kurzen Reim vortrug und seine Indoorcycling Gruppe grüßte, die im Publikum saß. Die elf Radfahrer kamen aus Malchow und gönnten sich zur Entspannung einen Opernabend.

Wer hätte gedacht, das neue Theaterangebote so schnell Schule machen?

Claudia Winter

Vor der Kindertagesstätte und dem Spielplatz in der Siedlung Ostend am alten Sportplatz in Ahlbeck soll ein verkehrsberuhigter Bereich eingerichtet werden.

24.10.2016

Die Brandschützer aus Zinnowitz und Hoisdorf (Schleswig-Holstein) sind seit 25 Jahren feste Partner

24.10.2016

Genuss für Augen und Gaumen: Ein Abend der kreativen Designer und Köche

24.10.2016
Anzeige