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Usedom Dem Parteienfilz den Kampf angesagt
Vorpommern Usedom Dem Parteienfilz den Kampf angesagt
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00:00 22.08.2016

Er sei am parteipolitischen Klüngel seiner eigenen Genossen verzweifelt. Harald Heß konnte es mit seinem Gewissen nicht mehr länger vereinbaren, was die SPD-Oberen im Land in den zurückliegenden Jahren für Wolgast „errungen“ haben. Die Kommunen nagen am Hungertuch, während das Land Gelder anhäuft. Das Amtsgericht ist geschlossen, das Kreiskrankenhaus um zwei wichtige Stationen geschrumpft geworden; die Kleinstadt droht endgültig zur Schlafstatt zu verkümmern. „Das konnte ich nicht mehr länger mittragen“, erinnert der schmale Informationstechnikermeister, dessen Arbeitstag häufig zehn Stunden und mehr dauert, an Verluste, die einem echten Wolgaster weh tun (müssen). Ihn piesackt diese Entwicklung jedenfalls mörderisch.

Also sagte er seinen Parteifreunden adé und zog in Erwägung, als Einzelkandidat in den Landtag marschieren zu wollen. Doch es kam anders, er lernte Leute kennen, die sich in der neuen Partei „Die achtsamen Demokraten“ zusammengefunden hatten. Und denen es darum ging und geht, fernab parteipolitischer Machtspiele den Bürger wieder ins Zentrum der Bemühungen zu stellen. Auch wenn es in und um Wolgast sowie auf Usedom momentan erst zwei weitere Mitstreiter gibt, ist Heß froh, wieder eine politische Heimat gefunden zu haben. Denn er will unbedingt weitermachen, etwas bewirken, Veränderungen durchsetzen. Dass dies Bürger im Straßen-Wahlkampf gut finden, macht dem Wolgaster neuen Mut.

Nicht nur weil er Gründungsmitglied der Bürgerinitiative „Kreiskrankenhaus mit allen seinen Abteilungen“ war, will er dieses Engagement fortsetzen. Die Novellierung des Krankenhausgesetzes bedrohe den Fortbestand der Wolgaster Klinik schon mittelfristig. „Also müssen wir weiter kämpfen“, ist er sicher. Ihm gefällt, dass hier „die kleinen Leute“, auch ganz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit, gemeinsam auftreten, nennt Anke Kieser (CDU) und Lars Bergemann (Linke) als Beispiele.

„Die Achtsamen“ fordern unter anderem ein einheitliches Schulsystem für ganz Deutschland, mit der Kleinstaaterei müsse gerade in diesem Sektor endlich Schluss gemacht werden. Das bilde viel und teures Personal, bringe aber unterm Strich nichts. Heß findet es auch eine schreckliche Entartung, wie Landespolitiker jetzt, kurz vor dem Wahltag, mit Fördermittelbescheiden triumphierend durch die Gegend fahren und Pluspunkte einsammeln wollen. „Dabei haben sie schlicht weg vergessen, dass sie eigentlich für die Bürger da zu sein haben und nicht zur Selbstverherrlichung.“ Da schwingt schon eine Menge Frust mit, wenn der Kandidat so spricht. Für den Tourismus ist Heß’ wichtigste These banal, aber existenziell: „Wir müssen auf Qualität setzen, sonst macht uns die Quantität alles kaputt.“

Das Ende der Fahnenstange sei erreicht, die Infrastruktur schwächele bereits.

Steffen Adler

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