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Usedom „Der Kurplatz war der schönste Erfolg“
Vorpommern Usedom „Der Kurplatz war der schönste Erfolg“
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03:57 12.09.2013
Auf dem neuen Kurplatz wird man Christa Wirsing (59) auch künftig häufig antreffen, dann allerdings als Gast. Quelle: Angelika Gutsche

Christa Wirsing (59) beginnt in diesen Tagen peu à peu, ihr Dienstzimmer im Zempiner Fremdenverkehrsamt aufzuräumen. Am 30. Oktober hat sie ihren letzten Arbeitstag, bevor sie in den passiven Teil der Altersteilzeit wechselt, die ihr Berufsleben beendet.

30 Jahre lang hat die Technische Zeichnerin, zweifache Mutter und zweifache Großmutter die Geschicke des Tourismus‘ im kleinsten der Usedomer Seebäder mitgeprägt, beinahe 25 Jahre davon als Leiterin. „Kurdirektorin“ klingt ihr für die Arbeit in einem so kleinen Betrieb für zu hoch gestochen.

Die Bescheidenheit passt zu Christa Wirsing, die erst für den Leitungsposten überzeugt werden musste. Sie pocht darauf, dass die Zempiner Tourismusarbeit die Leistung vieler ist — ihrer Mitstreiterinnen im Amt, der Vermieter, des Heimatvereins, der Gemeindevertreter und nicht zuletzt der Kollegen in den anderen Bernsteinbädern. „Vor allem die Kooperation in den Bernsteinbädern hat Zempin nach vorn gebracht“, ist Christa Wirsing überzeugt. Aufmerksam hat sie in all den Jahren die Wandlung Zempins, das während ihrer Amtszeit seine Gästezahl (2012: 42 822) verdoppelte, begleitet und täglich dazugelernt. „Früher hatten wir hier Gäste, die froh waren überhaupt an der Ostsee sein zu dürfen. Heute sind unsere Urlauber selbstbewusster und fordern die ihnen zustehenden Leistungen ein“, sagt sie. Längst organisiert das Fremdenverkehrsamt nicht mehr nur die Kultur im Ort und kassiert Kurtaxe. „Die Strandbewirtschaftung kam hinzu. Wir buchen und verkaufen Eintrittskarten. Man wächst mit jeder Aufgabe.“ Den neuen Kurplatz sieht sie in all den Jahren als den größten Erfolg, auch wenn sie seine Gestaltung hier und da anders entschieden hätte. „Aber die Gäste schätzen den neuen Platz sehr, vor allem die Kurkonzerte bei Sonnenuntergang.“

Ihre letzten Aufgaben im Amt erledigt sie sehr bewusst, hilft Usedoms XXL-Feuerwerk vorzubereiten, den Saisonausklang am 5. Oktober im Festzelt zu organisieren. Was sie dabei beruhigt: Ihre Nachfolge ist mit Kristin Kulz aus den Kaiserbädern geklärt. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass das kleine Team unter ihrer Leitung funktioniert“, sagt Christa Wirsing, die auf Wunsch gern weiter ihre Erfahrung einbringen würde. „Aber nur wenn es gewünscht ist, stehe ich beratend zur Seite“, sagt die Zempinerin. Mit ihrer neuen Freiheit weiß sie etwas anzufangen. Es zieht die Insulanerin auf eine Chinareise, sie freut sich auf mehr Zeit für ihre Enkel, auf ausgedehnte Strandspaziergänge, „am liebsten im Winter“, und auf ihre Orchideenzucht, die zunehmend das Fenster ihres „Roseneck“ an der Hauptstraße ausfüllt. Bürgermeister Werner Schöns gute Wünsche begleiten sie dabei. „Mit Christa zu arbeiten, hat Spaß gemacht. Jeder hat die Arbeit des anderen geachtet und dessen Argumente akzeptiert. Für den Ort war das nur gut und das ist schließlich das Wichtigste.“ Auch für die Nachfolgerin hat er ein gutes Gefühl. „Ein Inselkind, das im Tourismus Bescheid weiß — ich hoffe, wir haben eine gute Wahl getroffen.“

Der neue Kurplatz ist Zempins größter Erfolg.“Christa Wirsing, Zempiner Kurdirektorin

Angelika Gutsche

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