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Der Traum: „Ein bisschen Normalität“

Zirchow/Zinnowitz Der Traum: „Ein bisschen Normalität“

Dank der Organisation „Flying Hope“ kann Familie Schimanski aus Hessen Urlaub auf Usedom machen

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Pilot Lutz Bunnenberg flog die Familie Schimanski, bestehend aus Helena (3), Stefanie und Rafael (beide 38) und Vincent (3), nach Usedom.

Quelle: he

Zirchow/Zinnowitz. Als gestern Mittag um 13.10 Uhr die einmotorige Propellermaschine vom Typ „Socata TBM 850“ mit den Rädern auf dem Usedomer Boden aufsetzte, begann für die Familie Schimanski aus Bad Homburg in der Nähe von Frankfurt/Main neue Hoffnung. Nämlich Hoffnung für ihren dreijährigen Sohn Vincent, der unter der seltenen Stoffwechselkrankheit „Zystische Fibrose“ leidet. Elf Tage verbringt die vierköpfige Familie an der Ostsee, damit sich der Zustand des Jungen verbessert.

„Flying Hope“

„Flying Hope“ ist ein gemeinnütziger Verein, der kostenlose Flüge für Kinder vermittelt, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Seit 2010 organisiert der Verein die Flüge für schwerkranke Kinder. Er besteht aus 100 Mitgliedern und 35 Piloten.

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Mit dem eigenen Auto hätte die Familie ohne Pause und eventuellem Stau fast acht Stunden gebraucht. Ein Ding der Unmöglichkeit. „Mit dem Flieger waren wir eine Stunde und 24 Minuten unterwegs“, sagt Privatpilot Lutz Bunnenberg aus München, der das Quartett für den gemeinnützigen Verein „Flying hope“ kostenfrei an die Ostsee transportierte. „Unser Gepäck wurde schon mit der Post vorgeschickt. Das sind sieben Pakete á 20 Kilogramm. Mit dem Flugzeug wäre das unmöglich gewesen“, sagt Vater Rafael. Zu dem Gepäck zählen unter anderem Infusionen, die dem Jungen täglich zu verabreichen sind. Hinzu kommen etliche medizinische Utensilien und Hygieneartikel.

Es ist die erste Reise, die die Familie Schimanski gemeinsam unternimmt. „Wenn wir die Großeltern besuchen wollen und zwei Stunden mit dem Auto fahren, ist das für uns ein riesiger Kraftakt. Wir müssen mehrere Tage im Vorfeld alles organisieren“, sagt Vater Rafael Schimanski. Das große Problem ist, dass Vincent durch eine Operation einen zu kurzen Darm hat. „Er muss ständig auf die Toilette.

Längere Autofahrten fallen somit aus.“

Der Dreijährige hat großes Glück, dass er noch lebt. „Es gab Zeiten, da war er dem Tod näher als dem Leben. Er wurde schon palliativ betreut“, erzählt der 38- jährige Vater. Mehrmals wurde er in den vergangenen drei Jahren operiert. Auch Transplantationen standen zur Debatte. „Keime sind für ihn eine Katastrophe“, sagt seine Mutter Stephanie. „Für jedes andere Kind in seinem Alter wäre ein kleiner Husten nach ein paar Tagen verschwunden; für ihn kann es im schlimmsten Fall einen Aufenthalt im Krankenhaus bedeuten“, sagt sie. Heißt, nach jedem Händedruck mit anderen Menschen muss sich die Diplom-Psychologin die Hände waschen, wenn sie danach wieder ihren Sohn berühren möchte, um eine Übertragung von Keimen zu verhindern. „Deshalb können wir auch nicht im Flugzeug mit anderen Menschen fliegen. Die Ansteckungsgefahr ist zu hoch.“

Auf Usedom erhofft sich die Familie vor allem durch das Klima eine Verbesserung der Atemwege des Jungen. „Eine Kinderkrankenschwester erzählte in der Heimat von der Organisation ,Flying Hope’, die betreffenden Familien einen Flug ermöglicht“, sagt die zweifache Mutter. Kurzum hat sich die Familie für den Flug beworben. „Wir sind glücklich darüber. Glück ist für uns sowieso nur sehr schwer fassbar. Wir würden uns nur wünschen, dass es normal laufen würde. Das wäre für uns schon Glück“, sagt Rafael Schimanski.

Nach dem Check-In in einem Zinnowitzer Hotel ging es für die Familie an die frische Luft. „Wir haben schon einen Strandkorb gebucht“, sagt Stephanie Schimanski.

Hannes Ewert

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