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Usedom Der große Test: Wenig Geld und trotzdem schick
Vorpommern Usedom Der große Test: Wenig Geld und trotzdem schick
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04:20 12.07.2013
Die OZ-Redakteure Irene Burow (29) und Alexander Müller (26) haben getestet, ob man je eine Hose für 20 Euro, ein T-Shirt für 10 Euro, eine Strickjacke für 15 Euro und Schuhe für 20 Euro kaufen kann. So viel Geld zahlt der Landkreis für Menschen ab 16 Jahre. Jüngere Personen müssen noch billiger einkaufen. Quelle: Anja Slavik

Diese neue Billigregel hat es in sich: Fünf Euro für eine Unterhose, 15 Euro für einen Pullover — mehr steht bedürftigen Menschen auf der Insel Usedom und im Landkreis offiziell nicht zu. So steht es in einer Verordnung, die der Landkreis Vorpommern-Greifswald jetzt beschlossen hat. In einer Liste für die sogenannten „Einmaligen Leistungen“ ist für den Kreis nun genau festgelegt, welche Unterstützung eine Familie für Kleidung vom Staat bekommt, wenn das Geld vorn und hinten nicht reicht. Weil die alten Kreise eigene Regeln hatten, musste eine neue her.

„Diese Preise sind Realität in Deutschland. In Discountern und Sozialläden kann man dafür einkaufen“, sagt Sozialamtsleiter Gerd Hamm. Das ist viel zu wenig, meinen andere. „Ich bin die Liste mit meiner Tochter durchgegangen. Für uns ist das unvorstellbar“, meinte Jan Evers (Grüne) auf der letzten Sitzung des Finanzausschusses.

In der Koserower Filiale der Kaufhauskette Stolz hat die OZ den Praxistest gemacht. Wir wollten wissen: Kann man für so wenig Geld, wie der Landkreis es vorsieht, neue Kleidung kaufen und trotzdem noch gut aussehen? Schnell wird klar, dass unsere Lieblingsmarken hängen bleiben müssen — zu teuer. Gerade für Jugendliche ist das ein Problem. „Junge Leute sind verrückt nach Marken. Sie müssen mit ihren Freunden mithalten, ich kenne das selbst von zu Hause“, sagt Verkäuferin Anja Slavik.

Für uns zählt aber zunächst der Blick auf das Preisschild. T-Shirts für Frauen und Männer zu finden ist leicht. Viele kosten unter zehn Euro. Bei den Hosen wird es schon schwieriger. Nur wenige liegen im Limit von rund 20 Euro. Trotzdem passen zwei Stück sofort und treffen auch unseren Geschmack. Die größte Hürde ist die Jackensuche. Die billigsten Exemplare haben zu knallige Farben und sind trotzdem oft teurer als die vorgegebenen 25 Euro. Und warm halten sollen sie schließlich auch noch. Am schnellsten geht es bei den Schuhen. Etwa ein Dutzend Ballerinas für die Mädels gibt es für zehn Euro. Und beim Schuhkauf für Männer gilt bekanntermaßen: Hauptsache sie passen.

Das Fazit des Tests: Schick muss nicht automatisch teuer sein. Auch mit dem geringen Budget vom Landkreis können sich Menschen vernünftig einkleiden. Nur eine gute Jacke zu dem vorgegebenen Preis zu finden, ist fast unmöglich. Vergessen werden darf bei allem auch nicht, wo die Kleidung hergestellt wird. „Made in Kambodscha“ oder anderen Ländern bedeutet in den meisten Fällen auch: Billige Arbeitskräfte, die unter fragwürdige Arbeitsbedingungen schuften.

Klamotten für den Notfall
195 300 Euro gibt der Landkreis Vorpommern-Greifswald im Jahr für die Kleidung bedürftiger Menschen aus. Empfänger von Sozialhilfe bekommen das Geld zusätzlich zu ihrem Regelsatz, wenn sie einen besonderen Bedarf nachweisen können. Beispielsweise wenn ein Kind plötzlich 20 Zentimeter wächst und seine Sachen nicht mehr passen. Oder wenn durch einen Brand alle Klamotten zerstört wurden. Es gibt 4000 Familien im Kreis, die bei Bedarf Anspruch auf diese Leistungen haben.

Alexander Müller und Irene Burow

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