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Mölschow Der lange Weg der Integration

Kaum Besucher bei Mölschower Fest / Im Kulturhof leben zwölf junge Flüchtlinge

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Dagmar Kaselitz (2.v.r.) dankte den Aktiven um Raisa Dadik (3.v.r.) vom Integrationsverein „Korni“ für ihre Kooperationsbereitschaft beim Fest.

Mölschow. Wer am Samstagmittag den Kulturhof Mölschow aufsuchte, um bei dem bunten Fest der Clearingstelle des Landkreises dabei zu sein, welches im Rahmen der interkulturellen Woche mit dem Motto „Vielfalt verbindet“ veranstaltet wurde, konnte sich über gute Parkmöglichkeiten nahe dem freundlich geschmückten Gelände und weit geöffnete Tore freuen. Eine große Bühne im Innenhof, von der DJ Tim gerade den Hardrock „Thunder“ (Donner) schmettern ließ und viele kleine Imbissstände mit Hinweisschildern auf fremdländische Speisen deuteten auf eine langfristige Vorbereitung des Integrationsfestes hin.

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Kaum Besucher bei Mölschower Fest / Im Kulturhof leben zwölf junge Flüchtlinge

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Zu den wartenden kleinen Menschengruppen, welche in nette Gespräche vertieft waren oder nur etwas herumflachsten, gesellten sich nur zögerlich vereinzelte Besucher auf dem betonlastigen Festplatz.

Der Willkommensgruß der betreuenden Teamleiterin Ines Guderjan bot einen kleinen Ausblick auf das Festprogramm, welches die mutige Rose Alofs aus Wolgast zuerst ins Rennen schickte. Mit einigen ruhig bedächtigen Songs brach die Teenagerin mit internationalen Wurzeln das Eis zwischen den Agierenden und dem spärlich erschienenem Publikum. „Die da sind, sind die Richtigen!“ lautete das Fazit der Teamleiterin – zuvor angesprochen auf die geringe Besucherzahl. In den kurzen Ansprachen verwiesen die Integrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz, Ibrahim Al Najjar und Sozialamtsleiter Gerd Hamm auf die Herausforderungen, welche aus den kulturellen Unterschieden erwachsen.

Das gewählte Festmotto „Die Welt ist ein Dorf – ein Dorf ist die Welt“ schien die Integrationsproblematik gerade im ländlichen Bereich recht unverblümt widergespiegelt. Dorfbewohner, die nur im geringen Maß Toleranz zu üben vermochten und jugendliche Flüchtlinge, die sich aufgrund der erlebnisbasierten Vorbehalte kaum präsentieren wollten auf engem Raum. Der vielfach geforderte Dialog braucht offenbar Zeit. Dies wurde angesichts der herzlichen Gespräche des kooperierenden Vereins „Korni“ deutlich. Raisa Dadik hatte mit ihren fleißigen Helferinnen ebenfalls eine kleine Auswahl an russischen Köstlichkeiten zusammengestellt, um ihre langfristige Integration zu demonstrieren. Bei Pelmeni und Gemüsesuppe kam man so langsam ins Gespräch. Und plötzlich hatten auch Hamed und Firas ihre Scheu abgelegt und antworteten bereitwillig auf Fragen. Als zwei der insgesamt zwölf hier lebenden Jugendlichen (neun Jungs und drei Mädchen) trauen sie sich zwar nicht unbedingt vor die Kamera, stellten sich und ihre Zukunftswünsche aber gern vor.

Gegenwärtig in Karlshagen und Wolgast beschult, ist, wie bei den Heranwachsenden aus der Region auch, in Sachen Berufswunsch von Zahnarzt bis Fliesenleger alles dabei. Zum fehlenden Elternhaus gesellt sich auch die übliche pubertäre Orientierungsproblematik. Schön, wenn sich dazu Partner wie die Tanzschule „54 Grad“ aus Greifswald an die Seite der Jugendlichen stellen und neben einer fernsehreifen Tanzshow auch die Gelegenheit zum Mitmachen mittels Workshop anbieten.

Beate Rother

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