Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Designerin fragt an: Warum ist Runge nicht Welterbe?
Vorpommern Usedom Designerin fragt an: Warum ist Runge nicht Welterbe?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:52 02.12.2016

„Warum ist Runge nicht Welterbe, wo doch die historischen Altstädte von Stralsund und Wismar und seit dieser Woche sogar ein belgisches Bier zum Welterbe gehören?“ Friz Fischer, Designerin aus Stralsund, stellte diese Frage beim dritten Wolgast-Forum am Mittwochabend in den Raum. Und dies war nicht als Scherz gemeint. Der bekannte, in Wolgast geborene Maler der Romantik, Philipp Otto Runge (1777-1810), eigne sich ihrer Meinung nach hervorragend als zugkräftiger Werbeträger für die Stadt am Peenestrom. Aufbauend auf das vielfältige künstlerische Schaffen und Wirken Runges, sei ein professionell erarbeitetes Stadtmarketing und Quartier- beziehungsweise Citymanagement ein guter Ausgangspunkt für eine gezielte und positive Stadtentwicklung. Die Stralsunderin machte den etwa 50 Wolgastern, die erwartungsvoll ins Postel gekommen waren, am Beispiel Stralsunds Mut, sich eine Marke zuzulegen und auf die Altstadt als Pfund zu setzen. „Wichtig ist, dass in Wolgast festgefahrene Strukturen aufgebrochen werden, man sich Helfer sucht und gemeinsam an Erfolgen Spaß hat“, sagte sie.

Der erfahrene Greifswalder Stadtplaner Lothar Meinhardt rät den Wolgastern, sich bereits jetzt auf die Zeit nach Fertigstellung der geplanten Ortsumgehungsstraße vorzubereiten. Wolgasts Image als Stadt, in der man im Stau steht, sei dann etwas Neues entgegenzusetzen. „In Wolgast kann man, anders als auf Usedom, kostenlos parken – das wäre ein positives Zeichen“, findet Meinhardt. „Und reichlich Busparkplätze für Altstadtbesucher“, fügte er hinzu. Reizvoll wäre zweifellos eine Radwegtrasse über Peenemünde per Fähre nach Freest oder Kröslin und über Wolgast zurück in den Inselnorden. Auch eine behindertengerechte Innenstadt sei heutzutage ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. Den Ortskern als Anziehungspunkt zu erhalten und zu stärken, bedeute auch, „die vorhandenen Ladenlokale nicht zuzumauern und Wohnungen daraus zu machen“. An einer interessanten Einkaufs- und Gaststättenlandschaft führe, wenn Publikum angelockt und die Lebensqualität für die Bewohner erhalten und verbessert werden soll, kein Weg vorbei.

Dr. Kristina Koebe, die sich für Rostocks Stadtentwicklung stark macht, plädierte für ein Engagement kleiner Gruppen. „In Wolgast gibt es noch so viel Gestaltungsspielraum, um Ideen umzusetzen“, meinte sie und empfahl den Willigen, zunächst einzelne konkrete Themen anzugehen, kompetente Leute aus Verwaltung und Politik einzubinden und konkrete Schritte festzulegen, was zu tun ist. Aus dem Kreise der Zuhörer wurde spontan auf ein seit etwa 20 Jahren schwelendes Problem hingewiesen: Ein Ziel wäre es, dass der hässliche Bauzaun an der Baulücke in der Steinstraße endlich verschwindet und das dahinter befindliche Gelände gestaltet wird. Zu bildende Arbeitsgruppen haben also eine erste Aufgabe. Und auch die drei Experten aus Rostock, Stralsund und Greifswald, die den Wolgastern Mut machten, wollen sich weiter einbringen. Das nächste Wolgast-Forum ist am 19. Januar 2017 vorgesehen.

Tom Schröter

Pastoren und Trauerbegleiter gestalten in der Kirche eine würdige Stunde der Erinnerung und Besinnung

02.12.2016

Einmal im Jahr muss es sein! Das ganze Jahr über ist Stress und die Ältesten im Dorf werden mitunter schäbig vergessen.

02.12.2016

Die Deutsche Bank AG erwägt offenbar eine Alternative zur zum 31. März kommenden Jahres beabsichtigten Schließung ihrer Filiale am Wolgaster Rathausplatz 2 a.

02.12.2016
Anzeige