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Usedom Deutsche sammeln Rehkitze im Wald auf
Vorpommern Usedom Deutsche sammeln Rehkitze im Wald auf
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00:00 24.05.2016

Touristen aus Deutschland haben im Swinemünder Wald zwei kleine Rehkitze gefunden. Sie wurden der Polizei übergeben. Der Rehnachwuchs war verletzt und erforderte eine tierärztliche Versorgung. Es ist nicht bekannt, ob die Jungen von der Mutter abgelehnt wurden, oder ob sie auf deren Rückkehr warteten. Leider werden die Kitze wahrscheinlich nie wieder in den Wald zurückkehren. Vom Menschen aufgenommen, werden sie in der freien Natur nicht mehr zurechtkommen.

In den letzten Jahren kommen Wildtiere immer häufiger an die Stadtgrenzen und sind verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Vor ein paar Tagen haben die Mitarbeiter des Sport- und Freizeitzentrums „Wyspiarz“ eine junge Ziege gerettet, die in das Nordbecken gefallen war. Leider enden solche Fälle nicht immer glücklich. „Die gefundenen Kitze haben wahrscheinlich keine Chance, in die natürliche Umgebung zurückzukehren, weil sie vom Menschen mitgenommen worden sind. Für einen Moment hatte ich sie in meiner Praxis, sie sehnten sich schrecklich nach ihrer Mutter. Jetzt sind sie in einem spezialisierten Zentrum in Schlesien, da ich keine entsprechenden Bedingungen für das Halten solcher Tiere habe“, sagt Piotr Baranski vom Zentrum für Rehabilitation der Wildtiere in Warnowo.

Wahrscheinlich wussten die Touristen nicht, dass die Mutter der Kitze in der Nähe ist. Als sie sie alleine gesehen haben, konnten sie daher womöglich annehmen, dass sie in Gefahr waren. Es ist nicht bekannt, wodurch die Wunden auf einem der Jungtiere entstanden sind. Der Swinemünder Tierarzt Maciej Kolanek hat sie behandelt. „Die Wunden habe ich mit Kochsalzlösung mit Glucose gereinigt.

Die Jungen erhielten Flüssigkeiten mit Glucose und Vitamine. Das verwundete Kitz erhielt zusätzlich ein Antibiotikum“, sagte Maciej Kolanek.

Piotr Baranski betont: „Falls junge Tiere gefunden werden, darf man sie auf keinen Fall mitnehmen. Das unbeaufsichtigte Zurücklassen eines Kindes, ist eine Strategie, die die Überlebenschancen des Nachwuchses erhöht. Die Mutter verlässt absichtlich das Nest und kehrt nur für die Fütterung zurück. Ihre ständige Anwesenheit würde den Nachwuchs gefährden.“ Falls Junge gesichtet werden, sollte man sich entfernen und nach einiger Zeit zurückkehren. Wenn die Jungen weiterhin an der gleichen Stelle sind, kann man Hilfe rufen.

In Swinemünde und zwar rund um die Uhr beschäftigt sich mit dieser Angelegenheiten Piotr Baranski. Man kann sich auch mit dem Tierheim, der Polizei (☎ 112) oder der Stadtpolizei in Verbindung setzten. „Man sollte daran denken, junge Tiere nicht zu berühren, weil sie dann später zu den Menschen gehen. Sie können von Hunden getötet werden. Wenn wir keinen Beweis haben, dass die Mutter der Jungen tot ist, sollte man sie besser in Ruhe lassen“, sagt Piotr Baranski.

Radek Jagielski

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