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Usedom Dichterabend mit Bio und Zigaretten
Vorpommern Usedom Dichterabend mit Bio und Zigaretten
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00:00 24.04.2017

In der Reihe der Meeresstern-Events bot das Forsthaus Damerow am Samstag mit dem „Poetry Slam“ eine gute Mischung aus kreativer Unterhaltung über nachdenkliche Weltansichten bis hin zur gesellschaftskritischen Anklage. Der moderne Dichterabend lud die Besucher nicht nur dazu ein, einen Blick über den Tellerrand zu wagen, sondern zugleich auch das komplette Tafelservice zu hinterfragen.

Mit Daniel Altmann (31), Max Golenz (26), Jonas Greiten (22) und Diego Hagen (29) hatten vier preisgekrönte Slammer auf der Couch Platz und schnell auch das Publikum für sich eingenommen. Mit mutigen Denkansätzen wie „Rauchen kann Leben retten“ integrierte Max Golenz sehr gekonnt sämtliche Zigarettenmarken in seine Abfassung und ließ damit Jonas Greiten als Jüngsten in der jugendlichen Dichterrunde hinter sich. Die unverhohlenen Abhandlungen zur Pubertät der Menschheit mussten sich der Biomafia beugen. Die in den Wettbewerbsausschreibungen offensichtlich allgegenwärtige Proklamation der Nachhaltigkeit in Worte zu fassen und all das Drumherum auf die Klimaschippe zu nehmen, hatte offensichtlich sehr talentierte Schreiberlinge aus der Reserve gelockt.

Für Max Golenz ein Grund mehr, zwischen tabulosen und tabugrenzwertigen Zeilen die Möhren stundenlang durch den Dreck zu ziehen. Im Resümee weiß Ulrich Höner (79) als Spandauer, Wahl-Usedomer und eingefleischter Poetry Slam-Besucher, dass es wohl leichter ist, die Welt auf klamaukisch zu unterhalten, dennoch zog er den Hut vor Daniel Altmann. Als Schreiber der schonungslos nachdenklichen Töne hatte es der 31-Jährige durch die durchweg anerkennende Publikumswertung gleichwohl ins Finale geschafft. Dort bot er Diego Hagen, als Virtuose der Schmunzeldichtung ein spannendes Duell, zu dem er auf Anraten seiner Freundin Christina Lieber auch einen amüsant verfassten Nachdenktext zückte. Aber Diego Hagen hatte sich mit seiner Blumenhochzeit, der Ode an den Stoffbeutel und sehr ausgewogener Theatralik im Vor- und Nachtrag bereits in die Herzen der Zuschauer und –hörer gedichtet und gebärdet und sich sogar eine eigene Werbepause eingeräumt. Letztendlich trugen wohl auch die „Pinguine als Haustiere“ zum Sieg ihres Verfassers bei, so dass diese sich nun auf eine Reise zum Wilden Fashion Dinner im Herbst im Forsthaus freuen dürfen. Ähnlich erfreut zeigte sich Brigitte Nowak (73) und ihre Begleitung aus Berlin. Als Stammgast des Hauses war sie sehr froh darüber, hier einen solchen Dichterabend miterleben zu dürfen: „Ich bin ganz überrascht, über den Aufbau und das gute Niveau der Vorträge.“ Damit sprach sie dem nicht mit Applaus sparenden Publikum aus dem Herzen. Wenn sich auch einzelne Besucher und Kenner der Szene eine einfühlsamere Moderation gewünscht hätten, blieb dem Moderator Hendryk Schimansky dennoch die vielseitige Anerkennung der Wortgewandtheit im Kreise der jungen Dichter.

Beate Rother

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