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Usedom Heißer Sommer beschert dickes Gästeplus
Vorpommern Usedom Heißer Sommer beschert dickes Gästeplus
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15:33 01.12.2018
Karin Sommer (r.) wurde als kinderfreundlichste Gastgeberin in Karlshagen geehrt. Mit dabei waren der technische Leiter, Jost Harder, Christina Hoba vom Eigenbetrieb und Kinder-Kurdirektorin Amelie Pazer. Quelle: Henrik Nitzsche
Karlshagen

Das war ein Jahr der Rekorde: Knapp 3000 Gäste mehr, ein Plus von 10 000 Übernachtungen, Anstieg von 11 000 Tagesbesuchern und ein Zuwachs bei den Anreisen. Der „Sommer im Überfluss“ hat den Touristikern in Karlshagen ein sonniges Jahresende beschert. „Trotz schlechter PR zum A-20 Krater, einem Regensommer 2017 als möglicherweise letzte Usedom-Erinnerung, den gewohnten Anreisestaus zur Insel und dem Aufschwung von Reisezielen wie der Türkei oder Ägypten ist dieser Zuwachs sehr positiv“, sagt Christina Hoba vom Eigenbetrieb.

Freitagabend in Karlshagen: Leichter Regen, um die Null Grad, Gruselwetter. Im „Haus des Gastes“ herrscht dagegen eitel Sonnenschein. Kein Wunder, das Saisonfazit ist einem Defa-Klassiker gewidmet – „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel. Die dürfen kurz auf der Leinwand ran, ehe Christina Hoba die Zahlen für den „Sommer der Rekorde“ präsentiert. Von Januar bis Mitte November wurden auf dem Campingplatz, in den Ferienwohnungen, Hotels und Pensionen des Ostseebades 80 936 Übernachtungsgäste gezählt. Das ist ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 533 000 Übernachtungen ergeben eine Steigerung von 1,9 Prozent – macht ein Plus von rund 10 000. Lediglich bei der Aufenthaltsdauer folgt auch Karlshagen dem allgemeinen rückläufigen Trend. „In Zahlen bedeutet das, dass wir 3,8 Prozent mehr Gäste, aber nur 1,9 Prozent mehr Übernachtungen haben. Das Niveau, auf dem wir uns bewegen ist mehr als stattlich und Steigerungen keineswegs endlos produzierbar“, so Christina Hoba, Marketingchefin des Eigenbetriebes. Deshalb gilt es für touristische Regionen und Orte, ihr Profil zu schärfen, um sich am Markt besser positionieren und behaupten zu können. „Ein Gemischtwarenladen nach dem Motto ,wir können alles ein bisschen, aber nichts richtig’ ist wenig überzeugend. Der Gast ist auf der Suche nach Profis in seiner Urlaubswelt. Deshalb sagen wir seit Jahren ganz klar: Wir können Familie!“ Jeder 4. Gast im Ostseebad ist ein Kind beziehungsweise Teenager bis 18 Jahre.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die an der deutschen Ostseeküste einzige Kinderkurdirektorin mit ihrem Team „Kids für Kids“. Mit Amelie Pazer (10) ist inzwischen die vierte im Amt. „Sind Kinder zufrieden, ist das ein langfristiger Grundstein für den touristischen Erfolg einer Region, die von Klasse statt Masse lebt“, wie Christina Hoba betont. Und beim Thema Klasse verkündet sie stolz, dass der Campingplatz „Dünencamp“ in diesem Jahr vom Deutschen Tourismusverband zum 5. Mal in Folge fünf Sterne bei der Zertifizierung bekommen hat. Das „Familienhotel unter freiem Himmel“ erwirtschaftet nach wie vor 45 Prozent der Erträge des Eigenbetriebes. „Knapp ein Fünftel aller Gäste urlaubt im Dünencamp.“ Mit 1300 mehr Anreisen haben die Camper – insgesamt waren es um die 16 000 – für einen Zuwachs gegenüber 2017 von 9 Prozent gesorgt.

Nicht überraschend kommt, dass die Sachsen mit 22 Prozent noch immer die Nase vorn haben, wenn es um Urlaub in Karlshagen geht, gefolgt von den Brandenburgern (19) und Berlinern (15). Manche der Gäste kommen mittlerweile seit 60 Jahren.

Neue Anlegestege für Wasserwanderer

Weil Stillstand auch Rückschritt bedeutet, soll auch in den nächsten Jahren kräftig in die touristische Infrastruktur investiert werden. Der 1995 sanierte Hafen bedarf einer Modernisierung und Erweiterung. Geplant sind zwei neue Anlegestege für Wasserwanderer sowie ein Kanuanleger. Mit dem Titel „Hafen der Zukunft“ liege bereits ein Fördermittelantrag in Schwerin. Gut 5200 Skipper legten in diesem Jahr im Ostseebad an. „2013 waren es noch knapp die Hälfte“, sagt Christina Hoba und animiert die rund 100 Gäste, doch einmal in der Fotoecke vorbeizuschauen. Dort wartet der heiße Sommer mit zwei Luftmatratzen, Möwen, Sand und Sonne. Und passend zum Super-Sommer in diesem Jahr – die kinderfreundlichste Gastgeberin im Ort heißt Karin Sommer.

Henrik Nitzsche

Claudia Pautz will den Menschen durch soziale Medien und ihr Magazin die Schönheit ihrer geliebten Insel vor Augen führen. Aber sie übt auch Kritik am Massentourismus und dem Müllproblem an Neujahr.

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