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Usedom Die Insel ist ihre zweite Heimat
Vorpommern Usedom Die Insel ist ihre zweite Heimat
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01:34 29.08.2018
Fototermin vor dem Karlshagener Haus des Gastes: Dr. Karin Sommer, Henning Pohl, Silvia-Beate Jasmand und Renate Pohl (v.l.). Quelle: Foto: Dietrich Butenschön
Karlshagen/Leipzig

Zu DDR-Zeiten an einen Urlaubsplatz an der Ostsee zu kommen, das war schon ein wahres Kunststück. Einmal einen solchen Glückstreffer gelandet und ihn dazu noch Jahr für Jahr zu wiederholen – das grenzte fast an einen Lottogewinn. Für Familie Pohl aus Leipzig hat diese Serie im Sommer vor exakt 60 Jahren begonnen, als sie über das Reisebüro der DDR ein Ferienzimmer in Karlshagen ergatterte.

Weder die Pohls noch ihre damaligen und späteren Gastgeber ahnten zu jener Zeit, dass sich daraus eine Beziehung entwickeln sollte, die weit über das zwischen Gästen und Vermietern allgemein übliche Verhältnis hinaus gehen sollte. Jedenfalls gefiel es den Leipzigern auf Anhieb so gut in Karlshagen, dass schnell der Entschluss feststand, im Jahr darauf wiederzukommen. Und das wiederholte sich Sommer für Sommer, auch mal im Frühjahr, weil die ersten Gastgeber, die Bluhms, und deren Nachfolger, die Familie Sommer, immer ein Zimmer für diese speziellen Gäste frei hatten.

So konnten Renate Pohl (81) und ihr Sohn Henning jetzt gemeinsam mit ihrer Gastgeberin Dr. Karin Sommer auf sechs Jahrzehnte einer Bekanntschaft zurückblicken, aus der sich schon vor vielen Jahren eine Freundschaft entwickelt hat. Gelegenheit dazu war bei einer Begegnung mit Silvia-Beate Jasmand, der Leiterin des Karlshagener Eigenbetriebes „Tourismus und Wirtschaft“, die zu einer Kaffeetafel ins Haus des Gastes eingeladen hatte. Dabei ließ Renate Pohl keinen Zweifel daran, dass sie im Laufe der Zeit die Insel Usedom als zweite Heimat lieben gelernt und sie bis fast in den entlegensten Winkel erkundet habe. „Ob mit dem Fahrrad, per Zug oder Bus sind wir in jedem Sommer und einige Male auch im Frühjahr ständig unterwegs gewesen und haben uns überwältigen lassen von den Schönheiten, die hinter jeder Wegbiegung, jedem Wäldchen warten.“

Im Winter waren Renate Pohl und ihre Familie allerdings noch nicht auf Usedom. Das kann sich ändern, denn die Leiterin des Eigenbetriebes kündigte an, sie zum traditionellen Saisonausklang im Dezember einladen zu wollen. „Die heutige Begegnung hat uns dazu veranlasst, alle Karlshagener Gastgeber zu bitten, uns über solche langjährigen Beziehungen zu Gästen zu informieren. Diejenigen, die unserem Ostseebad so lange wie die Pohls die Treue halten, möchten wir ebenfalls zum Saisonausklang begrüßen.“

Eine Episode, die mittelbar mit dem ungewöhnlichen Kontakt zwischen Sommers und Pohls zusammenhängt, erzählte beim gestrigen Treffen im Haus des Gastes Dr. Rainer Höll, Herausgeber des Journals „Usedom aktuell“: „Als wir vor Jahren die ersten Abonnenten außerhalb der Insel im Bundesgebiet gewinnen konnten, da gehörte zu ihnen die Familie Sommer aus Düsseldorf. Einige Zeit später bekamen wir dann die Mitteilung, wir sollten doch bitte die Zeitschrift an die neue Sommersche Adresse in der Karlshagener Hafenstraße senden.“ Dazu Karin Sommer: „Die Lektüre dieses Journals hat uns die Insel Usedom viel näher gebracht, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Daraus resultierte letztlich auch der Entschluss, nach Karlshagen zu ziehen.“

Dietrich Butenschön

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