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Die Karusseit, wie das Publikum sie liebt

Stolpe Die Karusseit, wie das Publikum sie liebt

Berühmte Brecht-Schauspielerin bei zwei Lesungen der Stolper „Remise“ von ihren Anhängern gefeiert

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Nach der Lesung und Plauderei ging‘s ans Signieren. Ursula Karusseit hatte in Stolpe auf Usedom zwei Heimspiele.

Quelle: Ingrid Nadler

Stolpe. Ursula Karusseit auf Usedom — wie wir sie lieben! Geradeheraus, mit klarer Stimme, noch immer, auch jenseits der 70. An zwei Abenden hat die Schauspielerin in der ausverkauften „Remise“ in Stolpe aus ihrem Buch gelesen, das nach Gesprächen mit Hans-Dieter Schütt entstanden ist.

„Die jugendliche Leidende oder tragische Unschuld — das war mein Fach nie. Kein Gretchen, keine Julia vom Romeo, keine Emilia Galotti, auch keine Luise Millerin. Abgesehen von der Schauspielschule, wo man vieles, geschützt vor der Öffentlichkeit, probieren konnte und musste — meine Rollen später waren andere Frauentypen, die Gräfin Orsina, die Margarete von Aix bei Hacks, die Kommissarin in der 'Optimistischen Tragödie' von Wischnewski. Mir lag nie das Blauäuige, ich liebte eher das Schräge, das Kantige, auch das etwas Raue, Ruppige oder Burschikose.“

Dass ihr erstes Engagement sie in jungen Jahren nach Parchim geführt hat, hat sie nie bekümmert. „Ich habe nichts gegen die Provinz“, sagt die Karusseit ganz ohne Allüren. Sie habe sich nie als Star gefühlt, gesteht die gefeierte Brecht- Interpretin, die im Laufe ihres Lebens alle ihr wichtigen Rollen gespielt hat, wie sie sagt. Die Mutter Courage sei ihr die liebste gewesen und die Shen Te in „Der gute Mensch von Sezuan“.

Den meisten Ostdeutschen ist Ursula Karusseit aus dem Fernsehen eine seit langem Vertraute. Anders als manche ihrer Kollegen hat sie das Land nie verlassen, das ihr eine gute Ausbildung und viele berufliche Chancen geboten hat. Mehrteiler wie „Wege übers Land“, „Daniel Druskat“ oder „Märkische Chronik" haben ihr Bild in der Öffentlichkeit nachhaltig geprägt; bis heute.

Es war eine Freude, der überraschend zierlichen Schauspielerin zuzuhören, ihre Charlotte Gauss „In aller Freundschaft“ wirkt viel robuster. Sie kann mühelos Anekdote an Anekdote reihen — von ihrem Leben auf der Bühne oder vor der Kamera. So von ihrem Filmpartner und hochgeschätzten Kollegen Manfred Krug, der meistens zu faul zum Text lernen gewesen sei und beim Drehen wie ein Schuljunge überall Spickzettel versteckt habe.

Morgen kann man Ursula Karusseit übrigens ab 19 Uhr noch einmal bei einer weiteren Lesung in Zempin im Hotel „Wikinger“ erleben.

Von Ingrid Nadler

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